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Neu 2007-07-01: Diese Seite befasst sich mit spezifisch deutschen Themen.
Solche wurden bisher meist auf der Seite "Good Bye, Europe", jetzt "Infos-EU" platziert.
Diese Seite enthält Beiträge bis zum 30.9.2007.
Neu 2007-09-30:
Durchhalte-Anzeigen der Sparkassen (Leserzuschrift):
Als ich die Sonnabendzeitung der SZ las schaute ich nicht schlecht,es war eine große Seite mit Werbung der Sparkasse darin wo man berichtet das Geld sei bei der Sparkasse am sichersten. Müßen die nun schon so um Kunden werben weil alle ihr Geld abheben,oder warum machen die so was ?
Vor 3 Monaten hätte man an soetwas noch nicht gedacht. Aber offenbar ist es jetzt schon "notwendig".
Das "Vertrauen" in die Sparkassen scheint also sichtbar zu sinken.
Neu 2007-09-29:
Idiotische, bürgende Banken:
BÜSO: Landesbanken in großen Schwierigkeiten
Ein prominenter Wiesbadener Ökonom berichtete gestern der BüSo, die Verluste bei einigen der deutschen Landesbanken, wie der SachsenLB, BayernLB und WestLB, seien aufgetreten, weil die Landesbanken in eine Zwickmühle geraten waren. Sie mußten für AAA-bewertete Hypotheken und anderes Finanzpapier bürgen. Dabei war leichtes Geld zu verdienen, denn die Landesbanken mußten dafür (zunächst) kein Geld aufwenden, sondern nur eine Bürgschaft für verschiedene Teile des „Risikos“ eingehen, das zu diesem Zweck von Händlern von Goldman Sachs und anderen aufgeteilt wurde. Im Gegenzug erhielten die Landesbanken eine Kommission von 2% der gebürgten Summe. Die Landesbanken, die ca. zur Hälfte von den entsprechenden Landesregierungen gehalten werden und zum Rest von den jeweiligen Sparkassen, profitierten nicht wie die Deutsche Bank und andere große Banken von fremdfinanzierten Unternehmensübernahmen, sagte der Wirtschaftswissenschaftler. Sachsen LB unterzeichnete eine Bürgschaft für eine Hypothekenverpflichtung in Höhe von 18 Milliarden Euro. Als diese Hypotheken nicht gezahlt wurden, mußte die SachsenLB herhalten, und geriet dadurch in Schwierigkeiten. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat die SachsenLB in August gekauft. Die WestLB habe ebenfalls ein Risikopaket verbürgt, sagte der Wirtschaftswissenschaftler, und sei jetzt ein weiterer Kandidat für den Verkauf.
Gier frisst Hirn und Verstand. Wie "klein Lieschen Müller" haben sie diese Bürschaften unterschrieben, ohne in diese Papiere hineinzusehen. Idiotisch.
Neu 2007-09-27:
Inflation frisst Geld für Autos auf:
FTD: Deutsche ignorieren hohe Autorabatte
Der deutsche Automarkt könnte 2007 der schwächste seit der Wiedervereinigung werden. Privatkunden seien in einen regelrechten Käuferstreik getreten, heißt es - dabei bekommen sie derzeit zum Teil hohe zweistellige Rabatte.
Essen ist wichtiger als ein neues Auto. Daher steigen die Preise für das Essen und sinken jene für Autos.
Wer nicht gerade Investor oder Konzern-CEO ist, hat kaum reale Einkommenssteigerungen gehabt.
Essen oder Fahren: das ist die Wahl der Zukunft (für die Masse).
Aber der Staat verschwendet weiter:
Spiegel: Milliardenteure Schildbürgerstreiche
Es geht um Seilbahnfahrten von Politikern, Bärenbeauftragte und Ministeriumsneubauten in Bonn: Der Steuerzahlerbund hat in einer Broschüre aufgelistet, wo Steuergelder verschwendet werden. Es geht - wie jedes Jahr - um Milliarden.
Wozu braucht man eigentlich Bärenbeauftragte ???
Das System kennt nur mehr Ausgaben, nur ein Staatsbankrott kann Abhilfe schaffen.
Vom Outsourcing enttäuscht:
Spiegel: Rolle rückwärts
Tausende Jobs kommen wieder nach Deutschland. Grund: Bei der Verlagerung ins Ausland haben sich vor allem mittelständische Firmen verkalkuliert. Jeder fünfte Betrieb aus der Metall- und Chemiebranche kehrt zurück. Und selbst ausländische Firmen lockt das hiesige Wirtschaftswunder.
Die Bleche kamen aus Rumänien zurück, "als wären sie von Ratten angeknabbert worden". Das war der Punkt, an dem Rutger Dautel die Notbremse zog. Und es war der Punkt, an dem ein Abenteuer zu Ende ging.
Der Outsourcing-Hype in den Osten ist jetzt offenbar vorbei. Ich selbst habe vor einigen Jahren die Ergebnisse dieser Versuche gesehen - ernüchternd.
Man handelt sich primär Probleme ein.
Neu 2007-09-26:
Fahrende Absatz-Tricks:
Handelsblatt: VW pumpt seinen Absatz auf
Volkswagen verkauft deutlich mehr Autos mit hohen Rabatten an Großkunden als im Vorjahr. Das geht aus einer Car-Studie hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Hauptgrund für die Zunahme von Sonderverkäufen ist die schwache Nachfrage in Deutschland. Doch nicht nur VW setzt auf diese Absatzförderung.
Wen lügen sie damit an? sich selbst und die Analysten?
Neu 2007-09-25:
Kippen die Grossbanken?
BÜSO: Die Stunde der Wahrheit für die Deutsche Bank und die Commerzbank naht
Die Deutsche Bank und die Commerzbank befinden sich zunehmend in Schwierigkeiten, seit dem berichtet wurde, das ihre tatsächlichen Verluste bedeutend höher sind als offiziell bekannt gegeben wurde. Die Verluste der Deutschen Bank werden Berichten von Reuters zufolge gegenwärtig auf 1,7 Milliarden Euro geschätzt. Die Verluste der Commerzbank schätzte die Bank S. Oppenheim der Financial Times Deutschland (FTD) zufolge auf 450 Millionen Euro. Aber selbst diese Zahlen sind eher konservative Schätzungen, da sie auf den theoretischen Preisen von Anlagen gründen, die gar nicht handelbar sind: den berüchtigten ABC-Papieren.
Die Commerzbank versteckt, wie viele andere Banken, ihre realen Verluste durch eine doppelte Buchführung: die Handelsbilanzen weisen die offiziellen Zahlen aus, wohingegen die Bilanz der Bank selber die wirklichen Verluste aufzeigt.
Irgendwann werden sie ohnehin umfallen, denn sie hatten ihre Finger in allen Risiko-Geschäften. Wieder die üblichen Bilanztricks.
Bailout der Deutschen Bank durch den Staat?
Welt: Steinbrück stellt sich vor die Deutsche Bank
Bankchef Josef Ackermann hat eingeräumt, dass sein Haus in der Finanzkrise Fehler gemacht hat – das werde das Quartalsergebnis drücken. Händler sprechen von einer "Quasi-Gewinnwarnung". Der Kurs der Aktie verlor bis zu 3,5 Prozent. Finanzminister Peer Steinbrück versuchte, zu beruhigen.
Banken weltweit finden derzeit an den Finanzmärkten kaum mehr Käufer für Kreditrisiken, da die Anleger im Zuge der Krise am US-Hypothekenmarkt sehr zurückhaltend geworden sind. Zahlreiche fremdfinanzierte Übernahme-Deals von Beteiligungsfirmen liegen deshalb auf Eis. Insgesamt werden Käufer für Kredite in Höhe von mehr als 220 Milliarden Euro gesucht.
Wenn sich der Finanzminister so demonstrativ hinter diese Bank stellt. Gibt es eine "stille Rettung"? Falls jemand noch sagen sollte, dass diese Bank keine massive Probleme hat, wäre das eine Untertreibung.
Die Finanz-Schnüffelei wird immer stärker:
WIWO: Beamte als Jäger und Sammler der Steuerdaten
Wer mit einem Auto und Geld über die deutsch/schweizer Grenze fährt ist selbst schuld. Es ist besser zu überweisen (mögen die schweizer Banker viel lieber) oder zu fliegen. Meist muss es noch der Mercedes sein - das Muster kennen die deutschen Zöllner schon.
Hat jemand schon daran gedacht, dass Gold & Silber anonym sind?
Sie stehlen durch Statistik-Lügen:
ARD: Inflationsstatistik Deutschland
Glaubt das noch jemand? Allein bei Lebensmitteln ist es sicher über 15%, nicht 2.4% !!!
Noch etwas zur Riester-Rente:
Stern: Auf der Jagd nach Provisionen
Das Geschäft lohnt sich vor allem für die DVAG-Berater
Nun ist Riester-Sparen an sich eine gute Sache für die private Altersvorsorge. Auffällig ist allerdings, wie gut Finanzvertriebe seit einiger Zeit die staatlich geförderte Zusatzrente finden. DVAG-Chef Reinfried Pohl, der von seinen mehr als 33.000 Verkäufern nur "der Doktor" genannt wird, feiert seine Mannschaft sogar als "Pionier des Riester-Geschäfts". Allein im vergangenen Jahr hat die DVAG 193.000 Verträge verkauft. Offiziell gibt Pohl die Devise aus: Alles zum Wohl der Kunden. Die Methode, wie das Unternehmen seine treuen Kunden ins
Riester- Sparen lockt, ist aber fragwürdig. Denn das Geschäft lohnt sich vor allem für die DVAG-Berater. Mit jedem neuen Vertrag kassieren sie frische Provisionen, die der Kunde zahlt. Und Reinfried Pohl kann sein Unternehmen öffentlich als Spitzenreiter im Riester-Geschäft feiern und Rekordergebnisse melden.
Nur 80% gehen in die Kapitalanlage, den Rest frisst der Apparat.
Noch etwas: aus diesem Ding kommt man kaum mehr heraus - etwas, was jeder echte Investor abgrundtief hasst.
Neu 2007-09-24:
Ende der fetten Zeiten:
Handelsblatt: Nettolohn soll auch künftig niedrig bleiben
Die guten Zeiten waren einmal. Sie kommen erst wieder, wenn die staatlichen Abgaben und die Bürokratie weg sind. Nach der Depression.
Neu 2007-09-20:
Der Bundestrojaner unter Druck:
Spiegel: Streit über Schäuble lässt die Koalition wackeln
Wüste Anschuldigungen, empörte Erwiderungen - und ein Fraktionschef, der wutentbrannt den Plenarsaal verlässt. Die aktuelle Stunde zur Inneren Sicherheit im Bundestag rührte an den Grundfesten der Koalition. Im Mittelpunkt: Innenminister Schäuble.
Es ist Zeit, dass er auf den Boden der Realität heruntergeholt wird. Macht macht krank.
Das Ergebnis der Subventionswirtschaft:
Spiegel: Ost-Länder erst in 20 Jahren auf Westniveau
Blühende Landschaften? Selbst Minister Tiefensee glaubt nicht an schnelle Fortschritte in den neuen Ländern. Hohe Arbeitslosigkeit und rechtsextremistische Strukturen sind nach Auffassung des Ost-Beauftragten der Bundesregierung die größten Probleme.
Die ersten 20 Jahre sind schon fast abgelaufen, jetzt weitere 20 Jahre. Das Ergebnis der Subventionen.
Neu 2007-09-19:
Der N-TV Bericht über den Bank-Run in Konradswinkel war ein Fake. Bitte keine E-Mails dazu senden, die Mailbox geht über.
Das LInk ist über mehrere E-Mails gekommen, ich habe es offenbar nicht genau genug gelesen, sorry.
Neu 2007-09-18:
IKB will Verluste überwälzen - auf wen denn?
Handelsblatt: Mittelständler sollen zahlen
Die Rettungsaktion der Mittelstandsbank IKB wird wohl teurer als erwartet: Bislang hat die bundeseigene KfW-Bankengruppe Entwarnung gegeben und den Eindruck erweckt, die Fast-Pleite bei ihrer Düsseldorfer Beteiligung habe keine schwerwiegenden Folgen. Den Kunden drohen nun höhere Zinsen.
Natürlich, wer sonst.
Neu 2007-09-17:
Dumm, Dümmer, Zensurgott:
Spiegel: Arcor stoppt den Porno-Filter
Tagelang blockierte der Internet-Anbieter Arcor deutschen Kunden den Zugang zu jugendfreien Angeboten von Fachkongressen und Unternehmen. Ein Kollateralschaden, zensieren wollte man nur drei Pornoseiten. Nach Anfragen von SPIEGEL ONLINE hat Arcor den Filter deaktiviert.
Hier wollte offenbar ein Manager oder Firmenjurist Zensur-Gott spielen, wahrscheinlich um seinen eigenen Hintern abzusichern. Natürlich ohne jedes technische Verständniss. Jeder Access-Provider wie Arcor muss wissen, dass eine eine solche Sperre viele Websites trifft.
Ausserdem, welches Recht hat ein Access-Provider (stellt Zugang zum Internet-Kunden her), beliebig zu zensieren, was seine Kunden sehen sollen?
Telekom kauft wieder in den USA ein:
FTD: Telekom kauft in den USA zu
Die Deutsche Telekom übernimmt den US-Mobilfunkkonzern Suncom Wireless. Mit dem Kauf dehnt die Konzerntochter T-Mobile ihr Geschäft bis in die Karibik aus - und deckt nun nahezu den gesamten US-Markt ab.
Am letzten Bubble-Höhepunkt haben sie es auch getan, sie lernen nie. Aber diesesmal ist die Summe wesentlich geringer.
Die Banken-Angst geht jetzt auch in Deutschland um:
Welt: Deutschland fürchtet eine Bankenkrise
Die Bilder verheißen nichts Gutes: Menschen stehen vor Bankfilialen an, um ihr Erspartes zu retten. Die meisten Deutschen kennen das, was sich in Großbritannien abspielt, nur aus Geschichtsbüchern. Doch die deutschen Sparer sind zunehmend verunsichert.
Niemals hätte ich gedacht, dass ich in Europa so etwas erleben würde", sagt der Finanzguru Roland Leuschel, "für die Bankenwelt gibt es nichts Schlimmeres als eine Massenpanik". Seinem in England lebenden Sohn hat der 70-Jährige nach eigenen Angaben geraten, sein Geld schnellstens von Northern Rock abzuziehen. "Die letzte große Bankenkrise mit Warteschlangen gab es Anfang der 30-er Jahre. Die meisten kennen das nur aus der Geschichte. Daher ruft es ein ganz mulmiges Gefühl hervor, das jetzt selber live im Fernsehen sehen zu müssen."
Von einer angespannten Lage wissen auch die hiesigen Banker zu berichten. "Es geht hoch her. Wir können uns vor telefonischen Anfragen verunsicherter Anleger kaum noch retten", sagt Stefan Jokl, Sprecher des Verbands der privaten Bausparkassen. Alle wollten wissen, wie sicher ihr Geld ist. Schließlich hätten die Bausparkassen ja auch mit Immobilienfinanzierung zu tun. Und Immobilien, Hypotheken und Finanzierungen ließen bei vielen die Alarmglocken schrillen.
Welche Wirkung die Medien haben. Selbst "Gurus" hätten das nicht für möglich gehalten. Ja, die 1930er Jahre sind wieder da. Schön langsam kriecht es in die Köpfe der Menschen - weltweit. Bei der nächsten "Bankenkrise" irgendwo wird es wohl weltweit einen Run auf die Banken geben.
Und alle Papiere die mit Hypotheken zu tun haben, scheinen sich in Teufelszeug zu verwandeln.
PS: wenn die Leute wüssten, wie marode die deutschen Banken wirklich sind, würden sie auch über Nacht um ihr Geld anstehen.
Leider kann ich nicht alles berichten, was hereinkommt - meist wegen Vertraulichkeit.
Weitersagen: wirklich sicher sind nur Gold & Silber!
Update 2007-09-16:
Die Leserzuschrift zum Allgäu von gestern musste wieder entfernt werden.
Auf Anweisung des Zusenders, sorry. Es lesen offenbar schon zu viele Hartgeld.com.
Hat Schäuble ein Terror-Briefing bekommen?
Spiegel: Schäuble hält Atom-Anschlag für eine Frage der Zeit
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble warnt vor einem nuklearen Terroranschlag. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis ein solcher Angriff erfolge. Der Rat des Ministers: Man solle sich die restliche Zeit nicht mit Untergangsstimmung verderben.
Haben ihn die USA über deren Vorhaben aufgeklärt?
Der Begriff "Nukleares Material" deutet auf eine "Schmutzige Bombe" hin, also normaler Sprengstoff, mit radioaktivem Matieral (aus Spitälern?) vermischt. Harmlos, aber ungeheure Medienwirksamkeit.
Wurde die "Radioaktivität" dafür schon medienwirksam besorgt? Health Department reports stolen radioactive device
Die "Grünen" werden wieder zurechtgerückt:
Spiegel: Der Grünen-GAU von Göttingen
Es ist eine Sensation, die die Grünen ins Chaos stürzt und ihre Außenpolitik auf den Kopf stellt: Die Delegierten verweigerten dem Afghanistan-Leitantrag des Vorstandes die Zustimmung - und beauftragten ihre Bundestagsabgeordneten stattdessen, nicht für eine Verlängerung des Isaf-Mandats zu votieren.
Die "Chefs" haben offenbar komplett abgehoben und sich dem Imperium total angedient - um "dabei" zu sein.
Neu 2007-09-13:
Sozialer Sprengstoff türmt sich auf:
Spiegel: Deutsche glauben nicht mehr an Chancengleichheit
FTD: "Deutschland ist ungerecht"
Bildung, sozialer Aufstieg, Einkommensverteilung: Die meisten Deutschen glauben, dass in Deutschland keine Chancengleichheit besteht. Unmut herrscht vor allem über die als exorbitant empfundenen Gehälter für Spitzenmanager.
Diese Manager mit den Extremgehältern sind die gleichen Leute die nicht führen können. Sie werden nach Einbruch der Krise wie die "Kaiser ohne Kleider" dastehen und sich nicht mehr auskennen. Da wird sich dann etwas abspielen!
Das Volk murrt gegen die Chefs:
Süddeutsche: Land der schlechten Chefs
Fast jeder dritte deutsche Arbeitnehmer berichtet von einer miesen Betriebskultur: Mitarbeiter fühlen sich allein gelassen, uninformiert und nicht gefördert.
Danach arbeiten nur 22 Prozent der Befragten in einer für sie umfassend guten Führungs- und Unternehmenskultur, berichtet Soziologin Tatjana Fuchs, die im Auftrag des DGB beim Internationalen Institut für Empirische Sozialökonomie (Inifes) das Projekt geleitet und die Auswertung vorgenommen hat.
Offenbar sind diese Herrschaften nur mit Selbstdarstellung, Karriere, Abkassieren und Einmauern beschäftigt, nicht aber nicht aber mit ihre Hauptaufgabe - Führung. Lernt man das in der MBA-School nicht?
Neu 2007-09-11:
Hatte die IKB schon lange Probleme?
WIWO: Erster Mittelständler wegen IKB-Krise bedroht
"Hier werden Mittelständler für wenig Geld an die Wand genagelt“
Als Event-Manager ist der 39-Jährige aus dem mittelfränkischen Bechhofen gut im Geschäft, das frühere Bauträgergeschäft seiner Familie hat er weitgehend abgewickelt. Tatsächlich hängt er mit rund 15 Millionen Euro Schulden in der Luft und muss fürchten, von einer ihm unbekannten Gesellschaft namens Trafalgar Land Second B.V. in Amsterdam finanziell hingerichtet zu werden. Kommt es hart auf hart, verlieren sogar die Stadt Mainz und der Freistaat Bayern Geld.
Denn die hat den Hypothekarkredit, den sie Schellmann für eine Immobilie in Mainz gewährt hatte, im Stillen verkauft. Der Betrag, heißt es in Londoner Finanzkreisen, sei Teil eines 200 Millionen Euro schweren Forderungspakets gewesen, das die IKB im Frühjahr anderen Finanzhäusern angeboten habe – zum Schleuderpreis von 70 Cent pro Euro Grundschuld.
Nix von Mittelstandbank. Offenbar waren sie bereits nach dem 1. Einbruch der Subprime-CDOs Ende Februar in Problemen und haben schnell einige Kredite zum Schleuderpreis an eine Heuschrecke verkauft - ohne Wissen der Kreditnehmer offenbar.
Falls noch jemand glaubt, Kreditnehmer seien durch ihre Verträge irgendwie "abgesichert". Das Gegenteil ist der Fall. Es kann jederzeit der Vertreter einer Heuschrecke vor der Tür stehen und die Rückzahlung verlangen oder gar die Zwangsversteigerung erwirken (siehe Hudson Advisors).
Kracht die IKB jetzt?
Handelsblatt: IKB-Bank drohen Notverkäufe
Die weltweite Finanzkrise stürzt die Mittelstandsbank IKB in noch massivere Probleme. Ihre Zweckgesellschaft Rhinebridge kann sich nicht mehr über kurzfristige Schuldverschreibungen (Commercial Papers) refinanzieren. Deshalb musste sie jetzt von Banken zugesicherte Liquiditätslinien ziehen. Experten erwarten inzwischen sogar ein Übergreifen der Krise auf die Wirtschaft.
Diese Wahnsinnigen sitzen also immer noch auf diesen CDO-Papieren. Warum hat man sie nicht schon längst verkauft?
Neu 2007-09-10:
Na prost:
Biertrinker müssen tiefer in die Tasche greifen
Biertrinker in Deutschland müssen sich auf steigende Bierpreise einstellen. Aufgrund gestiegener Rohstoff- und Produktionskosten solle der Gerstensaft bereits im nächsten Jahr um bis zu zehn Prozent teurer werden, so der Deutsche Brauer-Bund. Doch diese Preissteigerung könnte erst der Anfang sein.
Könnte zu "Unruhen" führen, wenn die wirklichen Kosten auf das Volksgetränk Bier umgelegt werden. Politiker, passt auf!
Neu 2007-09-09:
Sachsen - mit dem Rücken zur Wand:
Welt: Sachsen bleibt auf Schulden der SachsenLB sitzen
Trotz der Übernahme durch die LBBW haftet Sachsen weiter für seine Landesbank. Die Landesregierung weigert sich, drohende Belastungen zu beziffern. Experten befürchten, dass die SachsenLB zum Milliardengrab werden könnte. WELT ONLINE liegt Kaufvertrag vor.
Der Freistaat Sachsen hat beim Notverkauf seiner SachsenLB an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) Risiken in bisher unbekanntem Ausmaß übernommen. Das geht aus Vertrag über die Veräußerung des Leipziger Instituts hervor.
„Eine solche Vereinbarung schließt man nur ab, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht“, sagte der Dresdner Wirtschaftsprofessor Alexander Karmann. Der Bankenexperte, dem die WELT ONLINE den Vertrag zur Bewertung vorgelegt hat, befürchtet: „Für den Freistaat kann sich die SachsenLB noch als dreistelliges Millionengrab, eventuell sogar als ein Milliardengrab erweisen.“
Wer geht in die Schuldknechtschaft? Nur die Politiker, oder das ganze Volk?
Die Amerikaner überwachen in Deutschland wen und wie sie wollen:
US-Geheimdienste führen illegale Online-Durchsuchungen in Deutschland durch
US-Geheimdienste führen illegale Online-Durchsuchungen in Deutschland durch. Die Festnahme der drei Terrorverdächtigen im Sauerland geht nach Angaben des innenpolitischen Sprechers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), auf Online-Durchsuchungen der US-amerikanischen Geheimdienste zurück. "Die Erkenntnisse, die zu den Tätern geführt haben, stammen aus Computerüberwachungen der amerikanischen Nachrichtendienste", sagte er dem 'Kölner Stadt-Anzeiger' (Samstagsausgabe).
Die USA brauchen von uns nicht gebeten werden. Die machen das, was sie für richtig halten."
Nach Informationen der Zeitung haben die US-Geheimdienste auch auf Computer in Deutschland zugegriffen.
Wer aus dem früheren Ostblock stammt, müsste das gut kennen. Dort haben die Russen auch getrieben, was sie wollten. Dann sind die Vasallenregierungen zusammen mit dem Imperium untergegangen. Die Frage ist nur, ob diesesmal die Regierung des Zentrums (USA) oder zuerst jene der Vasallen stürzen.
Die intelligenteren unter diesen Regierungen zittern sicher schon wie "Espenlaub" (siehe Brumme-Artikel).
In meinem Krisen-Seminar gehe ich auf die Unterschiede Westen-Ostblock beim Untergang ein!
Neu 2007-09-07:
Was die Polizei-Chefs wirklich wollen:
Welt: Polizei fordert mehr Personal für Terror-Kampf
Nicht mit neuen Gesetzen, sondern mit besserer Ausrüstung, mehr Geld und Polizisten will die Gewerkschaft der Polizei den Kampf gegen den Terror gewinnen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, widerspricht damit den Forderungen der Innenminister.
Das Gesetz jeder Bürokratie: ein Chef ist umso "wichtiger", je mehr Personal er unter sich hat. Akademiker zählen dabei doppelt.
Neue Gesetze sind offenbar nur eine Belastung, das sie mehr Arbeit bringen, aber nicht mehr "Ansehen".
Doktortitel von deutscher Universität für Geld:
Spiegel: Der Doktormacher
Zusammenarbeit mit windigen Promotionsberatern, 184.000 Euro für viele Doktortitel, bessere Noten für Sex - die Vorwürfe gegen einen Juraprofessor aus Hannover wiegen schwer. Seit Donnerstagmorgen sitzt er in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er nach Panama flüchten wollte.
Max. 20000 Euronen oder "andere" Dienste - ohne die übliche Quälerei. Fast schon so wie in Russland.
Prognose: einen Dr. wird es in absehbarer Zeit für ein paar Goldmünzen geben. Von einer deutschen/österreichischen Universität. Und der Prof. wird nicht verhaftet, sondern wegen "Geldgewinnung" noch belohnt.
Neu 2007-09-06:
Die "Krise" wirkt offenbar schon:
FTD: Industrie brechen Aufträge weg
Die Industrie hat im Juli den stärksten Auftragsrückgang seit der Wiedervereinigung hinnehmen müssen. Als Grund für den unerwarteten Einbruch führte das Bundeswirtschaftsministerium einen Rückgang von Großaufträgen an.
-7.1% im Juli - das war aber schnell. Was werden erst August und September bringen. Kein Wunder. Investiert wird meist auf Kredit, bei Grossfirmen über Bonds finanziert. Aber der Bond-Markt ist tot.
Ich hatte heute ein Telefonat mit einem Verkäufer bei einem internationalen Telekom-Ausrüster (auch in Deutschland tätig). Da wird plötzlich gespart, dass die Bremsen quietschen.
Die "Etablierten" lernen nie:
FTD: NPD überholt SPD in Sachsen
Die Zeiten der großen Volkspartei sind für die Sozialdemokraten zumindest in Sachsen schon lange vorbei. Doch eine Umfrage dürfte selbst die Leid geplagten SPD-Anhänger schockieren: Nun hat in Sachsen auch die NPD die SPD in der Wählergunst überrundet.
Bei diesen Zahlen müssten in der SPD alle Alarmglocken läuten. Tun sie aber nicht, da die Funktionäre nicht in der Lage sind, ihre Politik zu ändern.
Das Selbe gilt auch in der Wirtschaft und den Banken: man geht lieber aufrecht stehend unter - wird bald ein Massenphänomen sein.
Neu 2007-09-05:
Der "Bundestrojaner" wehrt sich gegen Kritik - mit Terrorangst:
Welt: Anschlag war für den 11. September geplant
FTD: Schäuble entsetzt SPD mit Anti-Terror-Ideen
Die Polizei hat in der Nacht drei Männer verhaftet. Sie sollen einen Anschlag auf den Frankfurter Flughafen und die US-Basis in Ramstein geplant haben. Nach Informationen von WELT ONLINE sollte dort offenbar am 11. September eine Bombe explodieren.
In einem Interview mit dem "Spiegel" forderte der CDU-Politiker ein Handy- und Internetverbot für islamistische "Gefährder" und die Einführung eines Straftatbestands der Verschwörung. Zudem brachte Schäuble die Möglichkeit sogenannter Targeted Killings in Deutschland ins Gespräch. Damit bezeichnet zum Beispiel Israel die gezielte Tötung extremistischer Palästinenser.
Wie seine Kollegen in USA und UK will er offensichtlich mit inzenierter Terrorangst seine Repressions-Methoden durchbringen.
Am Abend - Spiegel: Zugriff vor dem tödlichen Knall
der drei Terrorverdächtigen von Oberschledorn. In Pakistan lernten sie das tödliche Handwerk - in Deutschland wollten sie Bomben mit furchtbarer Sprengkraft zünden. In einer der größten Polizeiaktionen der Nachkriegsgeschichte flog die Zelle auf.
Alle drei waren als Islamisten bekannt. Alle drei waren zuvor in Trainings-Camps in Pakistan gewesen. Als Fritz G. schließlich am Silvestertag 2006 mit einem anderen Verdächtigen die US-Basis Hutier in Hanau mit dem Auto auffällig genau beobachtete, reifte der Verdacht, er könnte einen Terror-Anschlag planen.
Stets beobachtete ein Observationsteam alle Bewegungen, Telefone waren angezapft, der E-Mail-Verkehr wurden überwacht. Stets mussten die Teams wechseln, um nicht entdeckt zu werden. Außerdem hatten sie es mit einer Gruppe zu tun, die äußerst konspirativ agierte. Telefoniert wurde kaum noch, die E-Mails waren durch eine Code-Sprache verschlüsselt.
Diese "Terroristen" wurden offenbar über längere Zeit "aufgebaut". Man hat sie sogar nach Pakistan geschickt. Sogar ein Konvertit war dabei.
Wichtig der Hinweis auf Internet und Kommunikation über E-Mail: darum ging es Schäuble wirklich.
Und natürlich hat man eine Ablenkung von der eigenen Bankenkrise gebraucht.
Aber er macht einen Fehler: alle Nicht-Moslems (die wahre Zielgruppe seiner Repression = Regierungskritiker) sollten von diesen Massnahmen eigentlich nicht betroffen sein. Es wird schwer werden, die "Gefahr" hierher umzulenken. Oder will er wirklich Jeden zum Moslem machen, den er will?
Neu 2007-9-03:
IKB "nur" 700 Millionen Verlust?
Handelsblatt: IKB plant 700 Millionen Euro Verlust ein
Die wegen der US-Immobilienkrise in Schieflage geratene Mittelstandsbank IKB rechnet im laufenden Geschäftsjahr 2007/2008 mit hohen Verlusten im Konzern von 600 bis 700 Mill. Euro. Gleichzeitig teilte der Vorstand am Montag in Düsseldorf mit: Schluss mit riskanten internationalen Investments.
Wer es glaubt, kann sich gleich vom Papst selig sprechen lassen - wegen übetriebenen Glaubens an die Obrigkeit.
Die mussten doch vor einigen Wochen mit einem 7 Milliarden-Kredit gerettet werden.
Deutsche Bank bunkert Geld:
FTD: Deutsche Bank zapft Kapitalmarkt an
Die Deutsche Bank besorgt sich in großem Stil frische Gelder am Kapitalmarkt. Bankkreisen zufolge hat das größte deutsche Institut über verschiedene Anleihen und Swaps in den vergangenen zwei Wochen mehr 4 Mrd. Euro geliehen.
Als einen Grund nannten Banker, dass das Kreditinstitut damit die Liquidität außerbilanzieller Zweckgesellschaften (Conduits) stütze. Zuletzt sind auch andere Institute dazu übergegangen, kurzlaufende Anleihen (Commercial Paper, CP) für Conduits selbst zu kaufen. Denn der Markt für CP ist infolge der Krise am US-Hypothekenmarkt nahezu ausgetrocknet. Die CP-Käufer befürchten, dass in den Conduits hochriskante verbriefte Kredite stecken und sie deswegen ihr Geld nicht wiedersehen könnten.
Die waren also auch in diesen Conduits drinnen. Muss da etwas verschleiert werden und es sind Vorsorgen notwendig?
Werden wir sehen, was da noch alles herauskommt.
Die nächste - BayernLB:
FAZ: Bayern LB legt Milliardenrisiken offen
Die zweitgrößte deutsche Landesbank, die Bayern LB, ist mit Milliardenbeträgen im Krisengeschäft mit Krediten bonitätsschwacher Schuldner ("Subprime") engagiert. Als eine der letzten deutschen Großbanken bezifferte die Bayern LB am Samstag auf Anfrage ihre Positionen im Subprime-Segment, die sich nach Angaben eines Sprechers auf 1,9 Milliarden Euro belaufen. Bei der Veröffentlichung ihrer Halbjahreszahlen in der vorletzten Woche hatte Bayern-LB-Chef Werner Schmidt dagegen das Volumen noch nicht nennen wollen. Es entfällt zu 80 Prozent auf die höchste Rating-Klasse AAA und zu 20 Prozent auf die Klasse AA. Allerdings wird die Validität solcher Einschätzungen der Rating-Agenturen mittlerweile in Zweifel gezogen. Ihr Engagement im SubprimeGeschäft am amerikanischen Hypothekenmarkt ist jüngst unter anderem der IKB und der Sachsen LB zum Verhängnis geworden. Beide Geldhäuser brauchten milliardenschwere Notkredite.
Und wieder der Hinweis auf das AAA der Subprime-CDOs, was aber heute eigentlich schon CCC ist.
Zusätzlich müssen sie den jüngsten Kauf der "Haider-Bank" in Kärnten
verdauen - war eigentlich ein Notverkauf. Mahlzeit!
Neu 2007-09-02:
Grüne Pharisäer:
Süddeutsche: Die Teuerflieger
So gar nicht im Sinne seines Ressorts verhält sich Sigmar Gabriel: Der Umweltminister fliegt auffällig oft allein - und startet mit teuren Bundeswehrmaschinen
"Es ist nur schwer begründbar, dass Bundesminister alleine fliegen und ihre Mitarbeiter auf getrenntem Wege anreisen", sagte der haushaltspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Koppelin.
Sein "grüner" Vorgänger hat es genauso gemacht. Es sieht aus, als wären die "Grünen" in Deutschland zu einer Illuminati-Unterabteilung verkommen.
Wasser predigen und selbst Wein trinken. Und natürlich viel Klimaangst verbreiten.
Da liebe ich dagegen die österreichischen Grünen: die sind nur mehr eine Hochsteuer- und Lehrergewerkschaft.
Sachsen - Verlässt da eine Ratte das Regierungsschiff?
FTD: Sachsens Koalition steht auf der Kippe
Der Notverkauf der Landesbank hat die schwarz-rote Regierung in Sachsen in eine schwere Krise gestürzt. Führende Sozialdemokraten im Freistaat stellten das Bündnis mit der CDU in Frage. Sie fühlen sich von ihrem Koalitionspartner nicht ausreichend informiert.
Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete indes über neue Details vom Ausgangspunkt der Krise, die mit einer Bankentochter in Dublin zusammenhängt. Demnach seien die hochriskanten Geschäfte mit Kreditderivaten unter den Augen der Finanzaufsicht BaFin dramatisch ausgebaut worden. Nach einer Sonderprüfung, die im April 2005 das Volumen der außerbilanziellen Geschäfte der Bank in Höhe von 30,7 Mrd. Euro bemängelt habe, sei das Institut einer strengen Berichtspflicht unterworfen gewesen. Zudem hätten BaFin-Mitarbeiter an den Sitzungen des Verwaltungsrates teilgenommen.
Verdenken kann man es der SPD nicht, dieses untergehende Schiff zu verlassen. Wer will schliesslich ein bankrottes Land regieren.
Offenbar wissen die, welche stinkende Leichen noch im Keller sind.
Dass Sachsen bald bankrott sein dürfte, ist klar. Man wird ihnen den Kredithahn abdrehen, aus.
Interessant, dass die BaFin bei diesen Conduit-Geschäften mit am Tisch sass. Und sie haben offenbar nichts gesagt. Inzest!
Neu 2007-08-31:
SachsenLB - da hat die Hütte richtig gebrannt:
BÜSO: Sächsische Verfassung zum Verkauf der Sachsen LB außer Kraft gesetzt
Die Krise um die Sachsen LB ist mit düsteren Umständen verbunden, die den meisten Bürgern nicht bekannt sind. Für den raschen Verkauf der in Schwierigkeiten geratenen Bank wurde über das Wochenende die sächsische Landesverfassung außer Kraft gesetzt.
Nach der Landesverfassung hätte der Verkauf der Bank eine Anhörung über den geplanten Verkauf vor dem sächsischen Landtag am Montag den 27. August erfordert. Damit es aber zum rechtzeitigen Verkauf noch am Sonntag kommen konnte, um die sonst unausweichliche Insolvenz am folgenden Montag zu vermeiden, konnte Ministerpräsident Georg Milbradt am Samstag die Fraktionsvorsitzenden des Landtags zu einer zweitägigen Suspendierung der Verfassung überreden.
Das ist abolut irr. Wegen einer solchen "Bagatelle", setzen sie die Landesverfassung ausser Kraft. Geht das so einfach? Ausserdem erfährt man es erst im Nachhinein und aus einer wenig gelesenen Quelle - die hatten wirklich Angst vor der Pleite.
Wie aus anderen Pressemeldungen zu ersehen ist, bleiben sie auf den Schulden der Bank sitzen. Es ging also nur um das Gesichtwahren der Politiker für einige Zeit.
Leserzuschrift dazu:
Offensichtlich ist es sehr leicht, die Landesverfassung außer Kraft zu setzen. Wenn das Schule macht, dann ist es zu Notstandverordnungen wie in der Weimarer Republik nicht mehr weit. Sieht man dann noch auf die ständige Diskussion um den Einsatz der Bundeswehr im Inneren – gegen die bösen Terroristen natürlich -, dann weiß man sofort, wohin der Hase laufen soll: Schutz der „Eliten“ vor dem eigenen Volk.
Wann sperrt man die IKB endlich zu?
Handelsblatt: IKB-Krise weitet sich aus, "California dreamin´" wurde IKB-Albtraum
Die Turbulenzen an den Kreditmärkten bringen die kriselnde Mittelstandsbank IKB Deutsche Industriebank weiter in Bedrängnis. Am Mittwoch stufte die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote der Mittelstandsbank deutlich von „C“ auf „F“ und damit auf Ramschniveau herab. Zuvor hatte die Bank eine neue Finanzspritze für den ins Straucheln geratenen Fonds Rhinebridge angekündigt.
In einer der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden IKB-internen Studie mit dem Namen „California dreamin'´“ aus dem Jahr 2005 riet ein eigener Analyst der Bank zu vorsichtigeren Investments. Der Autor des 40-seitigen Berichts warnte vor einem Abwärtstrend am US-Immobilienmarkt, was sich wiederum negativ auf bestimmte Anlagen der IKB auswirken könnte.
Die haben offenbar auch den kalifornischen Traum geträumt. Mit einem Rating von F sind sie eigentlich tot. Wer dort immer noch Geld angelegt hat, ist eigentlich ein finanzieller Selbstmörder. Prognose: die werden noch im September zusperren müssen.
Inzwischen werden diese "AAA" CDOs (auf die wird immer noch verwiesen) direkt auf CCC heruntergestuft. Dann kann man sie komplett abschreiben.
Gewerkschaften "bestreiken" sich gegenseitig - wie im Vor-Thatcher-England:
Handelsblatt: Gewerkschaften streiten bei Lufthansa
Bei der Deutschen Lufthansa droht sich ähnlich wie bei der Deutschen Bahn ein Konkurrenzkampf zweier Gewerkschaften hochzuschaukeln und das operative Geschäft zu gefährden. Nach den Warnstreiks der in der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi organisierten Piloten bei der Lufthansa-Regionaltochter Cityline plant jetzt auch die Vereinigung Cockpit „zeitnah Warnstreiks“.
Damals (1970er Jahre) hat man sich über solche Vorgänge in England nur gewundert. Jetzt gibt es sie auch in Deutschland. Zusammen mit den total rigiden Gesetzen und Strukturen des damaligen England. Wo bleibt Margret Thatcher II (Merkel ist es nicht)?
Noch mehr Wehrpflicht-Lotterie:
Spiegel: Ausgemustert wegen Karies
Das muss man sich abspeichern und aufheben, um in 10 oder 20 Jahren über die Idiotie der dann abgetretenen heutigen Politiker noch einmal kräftig lachen zu können.
Neu 2007-08-30:
Sehen Sie sich Ihr Vermögen noch einmal gut an:
Spiegel: Deutsche besitzen über 9.000.000.000.000 Euro
Jeder Deutsche besitzt 94.000 Euro - zumindest wenn man den statistischen Durchschnitt betrachtet. Insgesamt haben die Bundesbürger dem Bundesverband deutscher Banken zufolge satte neun Billionen Euro auf der hohen Kante.
9 Trillions - ganz schöner "Papier-Reichtum". Mehr als 5..10% davon wird nach dem Kondratieff-Winter nicht übrig bleiben.
Nur wo steckt es heute: in spanischen Banken, in amerikanischen CDOs, in Osteuropa-Immobilien, in bankrotten Staaten.
Am meisten verlieren wird die "besitzende Klasse", also die oberen 5%. Die unteren 80% haben grossteils nur Schulden.
Wieder WestLB - die zugegebenen Verluste steigen:
Handelsblatt: WestLB verspekuliert 604 Millionen Euro
Die Fehlspekulationen haben die WestLB im ersten Halbjahr in die roten Zahlen rutschen lassen. Durch die missglückten Geschäfte unter anderem mit VW-Aktien verlor die Düsseldorfer Landesbank allein im Eigenhandel 604 Mill. Euro. Für das Gesamtjahr lieferte die WestLB jedoch einen positiven Ausblick.
Das sind natürlich nur die Verluste aus dem Propietary Trading und nicht aus der ABCP-Produktion über die Conduits.
Warum verschleiert man diese so extrem? weil sie so hoch sind?
Hat noch jemand Geld dort? nicht der sicherste Ort dafür!
Wenn Politiker sich nicht entscheiden können - Wehrpflicht:
Spiegel: Willkür statt Wehrpflicht
Raus bist du. Und du. Und du. Von einem Jahrgang junger Männer rückt nicht einmal jeder Sechste in eine Kaserne ein, fast die Hälfte wird ausgemustert. Willkür hat die allgemeine Wehrpflicht ersetzt. Sieben Wehrpflichtige erzählen, wie leicht sie dem Militär entkamen.
Wie lange will man diese Fiktion noch aufrechterhalten?
Noch mehr Unsinn und Willkür - Spiegel: Die Bundeswehr will mein Geschäft schließen
PS: da ist gerade eine nicht ganz glaubwürdige E-Mail hereingeflattert. Thema: Krisenvorbereitungen, auch militärische, mit 3-Monats-Vorräten, Anhaltelagern, etc.
Bei diesem Haufen völlig unglaubwürdig. Wenn die Krise wirklich zuschlägt, wird kein Militär mehr zu sehen sein, jeder ist auf sich selbst angewiesen. Sowohl Politiker als auch Militär werden sich in ihren jeweiligen Löchern verkriechen - tief.
Neu 2007-08-29:
Die Hartz-IV Schule - wie man eine permanente Unterklasse produziert:
WDR: Die Hartz IV-Schule , MONITOR-Forum
Spiegel: Ganz normaler Wahnsinn
An der Fröbelschule in Bochum-Wattenscheid kennen sich die Kinder besser aus mit Hartz IV als mit Geometrie. Zwei Drittel der Eltern leben von Arbeitslosengeld, im letzten Jahr hat kein einziger Schüler aus dem Abschlussjahrgang der Förderschule eine Lehrstelle bekommen. Daraus hat der Direktor jetzt eine Konsequenz gezogen: „Ich bereite meine Schüler im Unterricht auf das vor, was sie nach der Schule erwartet - die Arbeitslosigkeit“. Ein pädagogisches Konzept, das provoziert. Wie suche ich als Hartz IV-Empfänger eine Wohnung? Wie komme ich an den Ein-Euro-Job? Was fange ich mit der ganzen Freizeit an? Perspektivlosigkeit bekommt System
"Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir". Mahlzeit. Diese Schulen bilden die Kinder wirklich für das aus, was sie erwarten wird: lebenslange Sozialhilfe-Empfänger. Wenn da nicht das Problem des kommenden Staatsbankrotts wäre. Dann hilft diese "Ausbildung" nichts mehr.
Falls jemand nicht weiss, wann ein System dekadent wird? - hier ist der Beweis, dass es schon voll dekadent ist!
Die Unfähigkeit der Bankenaufsichten:
FTD: Die drei ??? im deutschen Bankensystem
Das Debakel bei der Sachsen LB offenbart die Schwächen der deutschen Bankenkontrolle. Nun soll die Macht der Aufseher neu geordnet werden. Das Hauen und Stechen zwischen BaFin, Bundesbank und Finanzministerium hat begonnen.
Es gibt zu viele davon. Daher können sie auch keine Probleme vorhersehen und vorbeugend eingreifen.
Wo bleibt Basel II - FTD: Kreditkrise hat Folgen für Basel II
In der Bubble-Laune nicht wirksam. Die deutschen Banken haben es mit ihren Conduits einfach umgangen.
Noch etwas zu den Landesbanken:
Forbes: Germany's Landesbank Losers
There are several reasons for Landesbanks interest in commercial paper. First, they used to have the advantage of borrowing money more cheaply than other banks because they were backed by state guarantees. For example. one guarantee, the Gewahrtragerhaftung, meant that when a publicly owned company found itself in a situation where its debts were higher than its assets, its creditors (the Landesbanks) could turn directly to the government for emergency funding.
WestLB was eager to act as a liquidity provider to asset-backed commercial paper market. A survey by Standard & Poor's in March ranked WestLB, a medium-sized bank, as the world's 14th-biggest provider of funds for asset-backed commercial paper after Royal Bank of Scotland (other-otc: RBSPF - news - people ) and Lloyds TSB (nyse: LYG - news - people ).
Aha, die Haftung der Länder hat die Landesbanken dazu veranlasst, dieses Spiel mit den Conduits zu treiben und ABCP zu "produzieren".
Schaut die WestLB genauer an: die waren der 14.grösste Produzent dieses Papiers (das jetzt nicht mehr genommen wird) - noch vor denm Grossbanken.
Neue Zahlen zur SachsenLB:
Süddeutsche: Bankkontrolleure: Wir sind belogen worden
Nach dem Notverkauf der maroden Sachsen LB steht Sachsens Finanzminister Metz im Kreuzfeuer der Kritik. Der Politiker habe Auskünfte über riskante Geschäfte zum Teil "schlicht verweigert", beklagen Bankaufseher.
13 Zweckgesellschaften außerhalb der Bilanz
Das gesamte Volumen der mittlerweile 13 festgestellten außerbilanziellen Zweckgesellschaften in Dublin und Leipzig habe bis zu 46 Milliarden Euro betragen und damit den Löwenanteil des gesamten Engagements von 65 Milliarden Euro ausgemacht, erfuhr die Süddeutsche Zeitung aus dem Finanzausschuss des sächsischen Landtages. Welche neue Risiken sich daraus für den neuen Eigentümer LBBW ergeben, ist bislang offen.
Die Kontrolleure beklagen, die Verantwortlichen in Bankenvorstand und Landesregierung hätten immer nur "nach Gutsherrenart‘‘ informiert. Und das bis zum bitteren Ende, als intern "nur noch Chaos und Panik‘‘ geherrscht habe, wie ein Bänker vermutet. "Die Größenordnung des Risikos‘‘, so Landrätin Köpping, "war uns nie klar‘‘.
Vergessen Sie die Krokodilstränen der Kontrolleure, sie haben ihren Job nicht gemacht.
Diese 13 Firmen ausserhalb der Bilanz riechen sehr stark nach Enron. Die Papiere da drinnen sind vermutlich kaum mehr verkaufbar, das ergibt einen vermutlichen Schaden von mehr als €20 Mrd.
Neu 2007-08-27:
SachsenLB Rettung wirklich erfolgreich?
Handelsblatt: BaFin erzwingt SachsenLB-Verkauf
FTD: LBBW übernimmt Sachsen LB
In einer dramatischen Rettungsaktion hat die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die angeschlagene SachsenLB vor einer Schließung bewahrt.
„Es musste wegen der Liquiditätsnot gehandelt werden“, sagte Oettinger. Die Rettung könnte für die LBBW teuer werden. Die Kapitalspritze eingerechnet, liegt der Kaufpreis zwischen 550 Mill. und 1,15 Mrd. Euro, wobei die LBBW die Übernahme zu zwei Dritteln mit eigenen Anteilen bezahlt. „In drei Tagen kann man nicht die ganze Bank kennen“, sagte der Ministerpräsident mit Blick auf bis jetzt noch zahlreiche unbekannte Größen.
Das war offenbar sehr knapp. Dafür hat die LBBW jetzt einen Mühlstein um den Hals. Einer "guten" Bank wurde eine "schlechte" Bank umgehängt. So hat auch die Bankenkrise 1931 begonnen, als die österr. Kreditanstalt eine Bankrott-Bank übernehmen musste und dann daran selbst pleite ging.
Noch ein Mühlstein für die LBBW - Welt: Nach der SachsenLB ist die WestLB dran
Bitte sehen Sie auch den PrudentSquirrel-Auszug auf der Systemkrise-Seite: Der Kollaps der grössten Kredit-Bubble aller Zeiten hat gerade erst begonnen!
In ein paar Monaten sind dann vermutlich alle diese Landesbanken weg. Wem will man die Kadaver dann anhängen?
Die WestLB-Wahrheit sickert schön langsam heraus:
FTD: WestLB verliert halbe Milliarde durch Fehlspekulationen
Handelsblatt: Verhandlungen mit WestLB auf Eis gelegt
Mittlerweile wird offenbar das Minus aus den Fehlspekulationen der WestLB imm Eigenhandel immer größer. Nach Informationen aus dem Aufsichtsrat nahestehenden Kreisen hat sich die Summe im Halbjahr voraussichtlich auf über 500 Millionen Euro summiert. Da andere Geschäfte im Eigenhandel des Geldhauses aber Gewinne abgeworfen hätten, werde sich der Verlust aus dem Eigenhandel der Bank insgesamt nach den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2007 auf unter 500 Millionen Euro belaufen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus den Kreisen. Die WestLB lehnte eine Stellungnahme ab
Die Verlustzahl wird sicher noch viel höher. Abwarten. Will man diese Bank jetzt nicht mehr?
Your Tax-Money at Work:
ManagerMagazin: Kommunen verwetten Milliarden Steuergelder
In Zeiten chronisch knapper Kassen haben deutsche Städte reihenweise Steuergelder bei Zinsspekulationen versenkt. Die Kommunen würden die Verantwortung dafür gern ihren Bankberatern zuschieben. Doch ein genauer Blick zeigt: Ein Großteil der Misere ist hausgemacht.
Flensburg, Sulingen, Göttingen - die Liste der betroffenen Städte, so scheint es, ließe sich beliebig verlängern. Allerorten flossen in den vergangenen Jahren offenbar Steuergelder in Zinswetten, deren Risiken den Kommunen nicht annähernd klar waren. Immense Verluste, so glauben Experten, sind dadurch entstanden. Der Duisburger Professor Rainer Elschen beispielsweise sagte der Zeitung "Rheinische Post", bundesweit sei "mit Sicherheit ein Milliardenschaden entstanden".
Der "kommunale Derivaten-Crash" entsteht, wenn man diese Dilletanten an Steuergeld und Derivate lässt. Das wird die Bereitschaft, Kommunalsteuern zu zahlen, wohl massgeblich erschüttern.
Glauben Sie keinesfalls die hier genannten Verlust-Summen. Die sind sicher wie bei den Banken nach unten "geschönt".
Neu 2007-08-26:
SachsenLB gerettet?
FTD: LBBW übernimmt offenbar SachsenLB
Handelsblatt: Verkauf der Sachsen LB perfekt
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wird die angeschlagene Landesbank Sachsen LB nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa übernehmen. Wie es am Sonntag aus gut unterrichteter Quelle in Stuttgart hieß, ist von einem Kaufpreis von rund 300 Millionen Euro die Rede.
Die BaFin soll für die Übernahme der Sachsen LB durch eine andere Landesbank ein Ultimatum bis Sonntagabend 24 Uhr gestellt haben. Andernfalls drohe eine Abwicklung. Grund für die eilige Suche für einem neuen Besitzer für die kleinste deutsche Landesbank ist ein neues Finanzloch. Es gibt nicht mehr ausreichend Eigenkapital.
Gerettet? für wie lange?
Natürlich will der "Käufer" (besser der Erpresste) die Risiken nicht mit übernehmen, die bleiben beim Land Sachsen. Also wird wohl dieses Konkurs anmelden müssen.
Das ist nur eine weitere Episode der Verteilung des Risikos auf alle Banken - solange man "derzeit" keine Bank untergehen lassen muss.
Aber der Interbank-Kreditmarkt ist immer noch nicht repariert. Am Ende gehen alle Banken unter, anstatt einige "solide" zu retten.
Neu 2007-08-25:
Fachkräfte-Not? - mir kommen die Tränen:
Spiegel: Fachkräfte-Not erfasst komplette Regionen Deutschlands
Fehlender Nachwuchs, mangelnde Ausbildung, Brain Drain nach Süddeutschland: In mehreren Regionen der Republik können offene Stellen für Technik-Fachkräfte akut nicht mehr besetzt werden. Experten loben den Regierungsplan, Osteuropäer ins Land zu holen, als beste Lösung - kurzfristig.
In diesem Jahr hat sich die Lage noch verschärft. "Der Bedarf wird im Moment sehr schlecht vom Markt gedeckt", bestätigt eine Sprecherin der Online-Jobbörse Monster.de. Laut dem monatlich aktualisierten "Monster Employment Index", der auf den Stellenanzeigen mehrerer hundert Webseiten basiert, klaffen Angebot und Nachfrage besonders bei den Ingenieuren und IT-Spezialisten weit auseinander.
Und das bei (je nach Berechnung) realen 8..11 Millionen Arbeitslosen in Deutschland. Da sollten wohl auch einige brauchbare Fachkräfte darunter sein.
Aber offenbar will man nur Osteuropa-Gehälter bezahlen. Auch bei mir (IT-Spezialist) hat von diesen Schreiern noch keiner nachgefragt - Visionäre und Strategen will man offenbar nicht.
Nachdem inzwischen der Credit-Crunch eingesetzt hat, werden sie wohl bald wieder entlassen, um am nächsten Konjunktur-Höhepunkt (wann immer das ist) wieder nach Fachkräften zu schreien. Typisch prozyklisches Verhalten.
Diesen Leuten möchte ich DRINGENDST mein Investment Seminar empfehlen.
Dort erfahren Sie alles über Wirtschaftszyklen und wie man sie richtig ausnützt.
Ausserem empfiehlt es sich, die Geschichte von Hewlett Packard zu lesen. Die haben 1945 (wo alle anderen Firmen entlassen haben) die besten Ingenieure eingestellt und sind damit zur technologischen Weltmacht aufgestiegen (bevor die MBAs dann die Firma zur Platform-Company verwässert haben). Diesen Weg möchte ich auch gehen, sobald Firmen für ein paar Goldmünzen zu haben sind - von den heutigen Schreiern.
SachsenLB -die Bieter springen ab:
Handelsblatt: Nur noch eine Bank bietet für SachsenLB
Noch an diesem Wochenende soll eine Lösung gefunden werden, die angeschlagene SachsenLB durch eine Übernahme vor einer drohenden Verlusterklärung zu retten. Am Samstag Nachmittag drang aus den Verhandlungen die Information durch, dass nur noch eine einzige Bank um den Einstieg verhandelt.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat die Dubliner SachsenLB-Tochter nach eigenen Angaben bereits 2005 einer Sonderprüfung unterzogen. Danach sei die SachsenLB aufgefordert worden, die dort festgestellten Mängel abzustellen, bestätigte eine Sprecherin einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Finanzkreisen zufolge ging es dabei um Mängel im Risikomanagement. Laut „Spiegel“ hat die Irland-Tochter bereits Ende 2003 außerhalb der Bilanz 30,7 Milliarden Euro gemanagt, deren Risiken im wesentlichem Umfang bei der Bank lagen.
Wenn die Summnen stimmen, wer will diese Bank übernehmen? Falls ja, sicher nicht mit dem Risiko. Das bleibt sicher beim Land.
Neu 2007-08-24:
Credit-Crunch in Deutschland:
Telegraph: Cancel rate rise, German industry pleads
German industry has appealed to the European Central Bank to cancel a rise in interest rates next month, warning that the credit crunch risks triggering a worldwide economic downturn.
The powerful German Chamber of Industry and Commerce (DIHK) said banks had abruptly tightened lending standards and sharply raised the cost of borrowing for smaller companies.
"What we are seeing in the credit markets is likely to have a major effect, damping economic dynamism in coming months, not just in Germany but across the world," said Axel Nitschke, the group's chief economist....
"If we have a bank crisis in Germany that cuts us off from foreign finance, then our financial institutions could get into further difficulties," he said, saying the sub-prime debacle had caused "reputational damage" for the state-owned Landesbanken that was likely to linger. German banks hold some €727bn in credits from foreign sources, according to the Bundesbank.
Unglaublich, wie schnell dieser Crunch kommt. Ganz plötzlich werden kaum mehr Kredite vergeben. Wenn der richtige Banken-Crash kommt (jetzt jeden Tag), dann gibt es überhaupt keine neuen Kredit mehr und die bestehenden Kredite werden wieder eingezogen.
Das wird von den Medien auch kaum kommuniziert.
Rette sich wer kann!
Politischer Hick-Hack um eine halbtote Bank:
Handelsblatt: Ringen um die Zukunft der WestLB
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen (NRW) und die Sparkassen des Landes sind sich weiter uneins über die Zukunft der WestLB. Da keiner der beiden Hauptanteilseigner die nötige Mehrheit besitzt, um seine Vorstellungen durchzusetzen, steuern die Partner auf eine offene Konfrontation zu.
Diese Politiker haben offenbar noch nicht kapiert, was die Stunde geschlagen hat.
Armageddon bei SachsenLB - € 65 Mrd:
Süddeutsche: Krise der Sachsen LB eskaliert
Wegen der Krise am US-Immobilienmarkt gerät die Sachsen LB stärker in Bredouille. Jetzt muss ein Vorstandsmitglied gehen. Die Risiken könnten weit höher sein als gedacht.
Die finanziellen Risiken für die SachsenLB sind möglicherweise noch größer als bislang bekannt. Nach nicht bestätigten Informationen summieren sich die Engagements der Dubliner Tochter auf 65 Milliarden Euro. Das für die Tochtergesellschaft zuständige Vorstandsmitglied Stefan Leusder trat am Donnerstag zurück.
Die Prüfer haben bislang nur einen Zwischenbericht über die Geschäfte der irischen Tochtergesellschaft der Landesbank, der SachsenLB Europe, vorgelegt, genauere Informationen werden bis Mittwoch nächster Woche erwartet, wenn in Dresden der Finanzausschuss des sächsischen Landtags zu seiner außerordentlichen Sitzung zusammentritt. Bislang könne man noch nicht sagen, welche Risiken in den von Dublin verwalteten fünf Fonds stecken, hieß es in Bankkreisen.
Das ist wie der Meteoriten-Einschlag, der die Saurier ausgerottet hat. Gute Nacht, Sachsen und deutsche Banken.
Wenn die "Grandfathering-Regel" wirkt, werden die Sachsen wohl in die ewige Schuld-Knechtschaft verschleppt.
Denn von den 65 Mrd. sind jetzt wohl die Hälfte Verluste!
Die nächste Landesbank im CDO-Sumpf:
Handelsblatt: HSH redet Risiken klein
Nach IKB und SachsenLB hat nun auch die HSH Nordbank Probleme im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise eingeräumt. Mit 1,8 Mrd. Euro ist die Landesbank nach eigenen Angaben im eingebrochenen Markt für US-Hypotheken engagiert. Doch die HSH Nordbank beschwichtigt – und hält die Risiken für beherrschbar.
Die Bank bewege sich bei der Risikovorsorge derzeit in einer „vertretbaren Bandbreite“, sagte Vorstandschef Hans Berger gestern bei der Präsentation der Halbjahreszahlen. „Wir haben keine Liquiditätsprobleme und darüber hinaus ein beachtliches Liquiditätspolster“, beschwichtigte er.
Deutschlands fünftgrößte Landesbank ist derzeit mit 1,8 Mrd. Euro am US-Immobilienmarkt investiert. Diese Zahl nannte Berger. Das ist etwa halb so viel, wie bei der SachsenLB vermutet wird, die wegen ihres Engagements am Markt für zweitklassige US-Hypotheken (Subprime) von den anderen Landesbanken gestützt werden muss.
Es kommen die selben Argumente: "kleines Engagement", AAA-Papiere, etc. Bin neugierig, wie hoch die endgültige Verlustrechnung sein wird.
Die werden alle gemeinsam in diesem Sumpf versinken. Hat schon Keynes gesagt.
Neu 2007-08-23:
"Orange County" in Deutschland:
BBV: Städte verlieren Milliarden durch Zinswetten
Offenbar hat in Deutschland jede dritte Kommune mit riskanten Geldgeschäften Steuergelder verpulvert. Mit am Pranger steht die Deutsche Bank. Viele Kommunen fühlen sich schlecht beraten und wollen klagen.
Um trotz ihrer Schuldenberge wieder Handlungsspielraum zu bekommen, haben die deutschen Rathäuser massenhaft Steuergelder in Zinswetten gesteckt. Weil die Weltwirtschaft inzwischen aber fast alle Zinskurven auf den Kopf gestellt hat, ging der Schuss nach hinten los: „Bundesweit ist mit Sicherheit ein Milliarden-Schaden entstanden“, sagte gestern der auf kommunale Finanzen spezialisierte Professor Rainer Elschen von der Universität Duisburg-Essen unserer Redaktion.
Elschen geht davon aus, dass in Deutschland jede dritte Kommune betroffen ist. „NRW ist der Brennpunkt“, weiß der Experte aus Kreisen Beteiligter. Marlen Träber von der Anwaltskanzlei Rössner in München bestätigt diese Dimension: „Das ist realistisch.“ Die Rechtsanwältin vertritt viele Käufer solcher Finanzprodukte, die jetzt auf dem Rechtsweg ihr Geld zurückbekommen wollen. „Wir bezweifeln, dass die Kunden ausreichend beraten worden sind“, so Träber. Zu ihren Mandanten gehören auch zwei Tochterunternehmen der Stadt Würzburg, die gestern die Deutsche Bank auf 2,6 Millionen Euro Schadenersatz verklagt haben.
In NRW wissen weder das Finanz- noch Innenministerium, in welchem Umfang die Kommunen sich verspekuliert haben. „Sowas ist nicht verboten, aber wir haben davor gewarnt“, sagte ein Sprecher des Innenministers. Er nannte es „fragwürdig, wenn so mit Steuergeldern spekuliert wird“. Das Land NRW hatte zum Stichtag erster Juli allerdings selbst 14 Milliarden Euro in Derivate und Zinswetten investiert. „Wir würden das nicht machen, wenn wir damit nicht positive Geschäfte gemacht hätten“, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums.
Hier steht das absolute Monster-Desaster bevor. Das wird die meisten Gemeinden versenken.
Interessant, was derzeit so alles herauskommt. Vor einigen Jahren waren es diese Cross-Border-Leasing Geschäfte. Die Gefängnisse sollten sich füllen.
Niemand weiss natürlich genau, wer wieviel verspekuliert hat. Wie die Banken wollte man sich "Luft" verschaffen. Das wollte der Finanzchef des Orange County in Kalifornien 1994 auch, bis er allein das County mit $25 Mrd. Verlusten versenkt hat. Hier dürfte sich dieses Desaster vielfach wiederholen (in Österreich übrigens auch).
Die nächste Landesbank ist dran:
FTD: Subprime-Krise trifft die HSH Nordbank
Die US-Hypothekenkrise könnte sich auch auf die HSH Nordbank auswirken. Das Geldhaus ist mit 1,8 Mrd. Euro im kriselnden Markt für zweitklassige Kredite investiert. Das Management beschwichtigt allerdings.
Insgesamt ist die HSH Nordbank den Angaben zufolge mit 4,4 Mrd. Euro über zwei Zweckgesellschaften am Markt für verbriefte Forderungen (ABS) engagiert. Die Namen dieser Vehikel seien Poseidon und Carrera, sagte Berger weiter. Beide Portfolien seien "von erstklassiger Qualität", fügte er hinzu. Das schlechteste Rating sei "AA".
Diese Beschwichtiger reden immer noch von "erstklassiger Qualität". Sorry, das ist Subprime.
Es gibt überhaupt Insider-Aussagen zu den deutschen Landesbanken, dass diese insgesamt "Subprime" sein sollen, mit oder ohne Conduits wie "Poseidon".
Neu 2007-08-22:
Gilt jetzt Basel II?
BÜSO: Basel II gescheitert: BDWi-Chef wirft Banken Versagen vor
„Im Mittelstand macht sich Wut breit. Während die Banken unter dem Schlagwort Basel II kleinen und mittleren Unternehmen die Kreditvergabe weitgehend verwehren, beteiligt man sich an milliardenschweren faulen Krediten aus dem Ausland.“
Die Wut ist verständlich. Den Mittelständlern hält man Basel II als Ablehnungsgrund vor die Nase. Die Wahrheit liegt woanders. Offenbar war es für Provinzbanker viel prestigeträchtiger mit US-Subprime-CDOs zu spekulieren, als sich mit den Firmen abzugeben. Basel II gilt nur, wenn die Banken wollen!
Neu 2007-08-21:
Neuer WestLB-Chef warnt:
Spiegel: WestLB-Chef schlägt Alarm für deutsche Banken
Wie sehr die Finanzmärkte durch die US-Hypothekenkrise verunsichert sind - das zeigt sich auch an der Kakophonie der Expertenstimmen. Wirtschaftsinstitute ermitteln gegensätzliche Konjunkturprognosen, Politiker beschwichtigen - gleichzeitig schlägt jetzt der Chef einer Großbank Alarm.
Für einen Banker wurde der neue WestLB-Chef Alexander Stuhlmann gestern Abend erstaunlich deutlich. Die deutsche Finanzbranche sei in einer "nicht unkritischen Situation", erklärte er am Rande einer Veranstaltung der WestLB in Berlin. Für die Banken werde es schwerer, Geld am Kapitalmarkt zu besorgen. An den Märkten sei zu spüren, dass ausländische Partner nicht mehr so leicht Kreditlinien zur Verfügung stellten. Aus diesem Grund könnten weitere deutsche Institute in Schwierigkeiten geraten.
Da will sich offenbar jemand absichern - für den Fall das wieder/noch etwas passiert.
Neu 2007-08-20:
Die nächste deutsche Bank "Subprime":
Handelsblatt: Sparkasse Köln-Bonn am Subprime-Markt engagiert
Erstmals hat auch eine deutsche Sparkasse eingeräumt, im krisengeschüttelten US-Hypothekenmarkt direkt engagiert zu sein. Im Lager der Sparkassen hieß es zwar, die Lage des Instituts sei „bei weitem nicht dramatisch“, dennoch wurden im Rahmen des Halbjahresabschlusses Wertberichtigungen im höheren einstelligen Millionenbereich gebildet.
Erstmals hat auch eine deutsche Sparkasse eingeräumt, im krisengeschüttelten US-Hypothekenmarkt direkt engagiert zu sein. Im Lager der Sparkassen hieß es zwar, die Lage des Instituts sei „bei weitem nicht dramatisch“, dennoch wurden im Rahmen des Halbjahresabschlusses Wertberichtigungen im höheren einstelligen Millionenbereich gebildet.
Aus den Investments ergebe sich „ein geringer Bedarf an Wertberichtigungen“, betonte er. „Wir müssen uns keine Sorgen machen.“ Im Lager der Sparkassen hieß es, die Lage des Instituts sei „bei weitem nicht dramatisch“.
Welche schöne Verniedlichung, so ähnlich hat es bei der SachsenLB auch geklungen.
Auch sonst keine "Notlagen" - Handelsblatt: Sparkassen-Verband: Keine neuen Notlagen in Sicht
Das ist der selbe Sparkassenverband, der sich mit dem Notkredit an die SachsenLB selbst versenkt hat.
Die "Grandfathering-Regel" bei der SachsenLB - Handelsblatt: Subprime-Krise erfasst SachsenLB
Ja, der "Grossvater Land Sachsen" wird zahlen müssen. Dann ist er aber kein "Freistaat" mehr, sondern in Schuld-Knechtschaft.
Wem will man sie umhängen? - Handelsblatt: SachsenLB steht vor Zwangsheirat
Der Rettungsplan für die SachsenLB ist angeblich nur unter der Bedingung zustande gekommen, dass sich die kleinste deutsche Landesbank einen Partner sucht. Zwei Kandidaten sollen bereits Stellung bezogen haben – ein weiteres Institut schließt wohl eine Doppelhochzeit nicht aus. Das Zusammengehen mit der ebenfalls in Skandale verwickelten WestLB ist allerdings mehr als fraglich.
Merke: schleche Nachrichten kommen in dieser Branche nur heraus, wenn es nicht mehr anders geht. Und dann noch verharmlosend.
Schon Geld abgehoben?
Jetzt auch noch die Riesen-Bank:
FTD: Deutsche Bank verzockt 100 Millionen , Gerüchte belasten Deutsche Bank
Die Deutsche Bank hat sich kräftig verspekuliert. Einem Zeitungsbericht zufolge verlor das Frankfurter Geldhaus zuletzt rund 100 Mio. Euro im Eigenhandel. Die schlechten Nachrichten für das größte deutsche Kreditinstitut häufen sich.
100 Millionen sind für diese Bank nicht der Rede wert, reine "Peanuts". Da muss etwas Grösseres dahinterstecken.
Kein Wunder wenn man als Primary-Dealer seine Finger in allen Risiko-Geschäften drinnen hat.
Wenn man weiss, mit welchen Dingen sich CEO & Co so befassen, da bleibt keine Zeit mehr für die Risiko-Kontrolle.
Dafür muss man sich am "Discount Window" der Fed Geld leihen - FTD: Deutsche Bank leiht sich Geld von der Fed
Das macht man nur im Notfall.
Dafür schreien die Firmen um Fachkräfte - wirklich?
Handelsblatt: Fachkräftemangel kommt Deutschland teuer
Welt: Fachkräftemangel kostet Deutschland Milliarden
Mathe und Physik mögen viele Schüler nicht. Folge: Zu wenige studieren solche Fächer. Jetzt fehlen Techniker und Ingenieure und sorgen für Verluste der Wirtschaft. Die Bundesregierung will mit einer Bildungsoffensive gegensteuern.
Verzögerung oder definitiv nicht besetzbaren Stellen ist sechsstellig", heiße es in der von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) in Auftrag gegebenen Studie. Besonders von Engpässen betroffen seien jene Branchen, "die für die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands am wichtigsten sind". Genannt würden Maschinenbau, Metall- und Elektroindustrie, Fahrzeugbau und unternehmensnahe Dienstleistungen.
Ach wirklich? Bei mir (Informatiker) hat noch keiner dieser "Betriebe in Not" angefragt. So gross kann der Mangel nicht sein. Was man will, sind billige Kräfte.
Aber wahrscheinlich wird man bald "Krisen-Spezialisten" brauchen, da kann ich helfen.
Prognose: Genauso wie sie jetzt nach "Fachkräften" schreien, werden bald wieder entlassen!
Dafür grassiert in Hamburg der Reichtum:
Welt: In Hamburg leben die reichsten Deutschen
In Berlin dagegen ist die Armut zu Hause. Eigentlich gu für die Politiker, die Realität zu erkennen.
Es wird Zeit, wieder ein Seminar im Hamburg zu veranstalten. Das Gold&Silber-Seminar dort letztes Jahr war überfüllt.
Interessenten bitte melden unter walter@eichelburg.com
Neu 2007-08-18:
Die Kreise ziehen sich enger um die Banken:
Manager-Magazin: Die Kreise der Krise
Welt: Hypothekenkrise erwischt zweite deutsche Bank
Nach der Düsseldorfer IKB hat die Finanzkrise eine zweite deutsche Bank an den Rand des Abgrunds gebracht: Nur eine spektakuläre Rettungsaktion hat das Überleben der SachsenLB gesichert. Eine Sparkassen-Finanzgruppe musste der Bank mit mehr als 17 Milliarden Euro beiseite springen.
Die nächste deutsche Bank wäre pleite, wenn sie nicht "gerettet" worden wäre. Ganz schöne Verlustsumme!
Man sollte sich an den Bankenkrise 1931 zurückerinnern. Damals ist die österr. Kreditanstalt kollabiert, nachdem sie vorher auf Regierungsdruck die "Bodenkreditanstalt" übernehmen musste. Das gleiche Spiel wird auch jetzt wieder gespielt. Wenn die wirkliche Bankenkrise offen ausbricht, werden daher fast alle Banken gleichzeitig untergehen. Wieder nur ein Aufschub-Trick.
Leser-Reaktion zu den ratlosen Ökonomen: Lauter demokrötische "Elite"- Volldeppen, die vor ein paar Tagen noch überheblich gegrinst haben.
"Experten" sehen Systemumbrüche nie und sind dann ratlos. Darum sieht man in einer Krise plötzlich, dass die Kaiser keine Kleider anhaben.
Da kommt noch mehr - bei den kleinen Banken:
Welt: Die prekäre Lage der kleinen Banken
Weil die Rendite in den Kerngeschäften schwindet, weichen viele kleine Banken auf windige Geschäfte aus. Das bringt sie jetzt an den Rand des Abgrunds.
Sollte es dazu kommen, dürfte die SachsenLB mit ihren Verlusten nicht alleine dastehen im öffentlich-rechtlichen Bankenlager. Etliche Landesbanken und Sparkassen haben sich in den letzten Jahren mit verbrieften Krediten in unterschiedlichsten Formen eingedeckt. Und viele Händler und Bankenexperten glauben, dass sie dabei risikofreudiger zugegriffen haben als die meisten Großbanken. Weil das klassische Geschäft der öffentlich-rechtlichen Institute schwächelt, neigt so mancher Landesbanker oder Sparkässler zum Leichtsinn. Böse Überraschungen drohen.
Grund dafür seien auch hier schwindende Erträge im klassischen Geschäft. "Früher war es für Sparkassen und Volksbanken viel einfacher, Geld zu verdienen", sagt der Frankfurter Bankenberater Christoph Pape. Sie hätten ihren Kunden auf deren Sparbücher ein bis zwei Prozent Zinsen gezahlt und das eingenommene Geld für Kredite eingesetzt, die leicht acht Prozent Zinsen abwarfen. Das funktioniert derzeit nicht mehr: Direktbanken und private Filialinstitute überbieten sich gegenseitig mit hoch verzinsten Tages- und Festgeldangeboten. Sparkassen und Volksbanken müssen mitziehen. "Das hat unsere Zinskosten extrem in die Höhe getrieben, was uns schon sehr weh tut", sagt ein Sparkässler aus Schleswig-Holstein. Dazu kommt ein scharfer Wettbewerb bei Krediten. Berater berichten von Großsparkassen, bei denen Baufinanzierungen bereits zum Zuschussgeschäft geworden sind.
Das Problem dabei: Während Großbanken Dutzende Spezialisten beschäftigen, die die Risiken ihrer Investments abschätzen sollen, kann ein einzelner Sparkässler die Weiten der Finanzwelt kaum überblicken. Im Prinzip gehe es dem Vermögensverwalter einer kleinen Bank nicht anders als einem Privatkunden beim Anlageberater, erklärt Beike. "Wenn der Investmentbanker am anderen Ende der Telefonleitung sagt, das Risiko sei überschaubar, dann muss der Sparkassenmitarbeiter das glauben."
Ertragsschwäche, Eitelkeit, Unwissenheit - eine böse Kombination. Dann kommen die Amerikaner mit Papieren, die "am Papier" mehr Ertrag bringen, als die selbst vergebenen Hypotheken.
Wenn man sich manche Hypothekenzinsen ansieht, dann muss man sich fragen, wie die Bank damit noch Geld verdienen kann. Das sind aber die grossen Kreditsummen, die ertragreicheren Überziehungskredite dagegen sind vom Volumen gesehen nur Peanuts.
Es ist auch bekannt, dass etwa in Westösterreich die Banken an diversen Krediten an Hotels sich schwer verschluckt haben. Der letzte schneearme Winter hat nicht gut getan. Ich weiss nicht, ob das in Deutschland auch so ist, aber in Österreich sind 50% der Hotels "unter Wasser", d.h. der Kredit ist höher als der Wert. Aber sie zwangsversteigern nicht, dann würde der Verlust offensichtlich werden. Also, auch aus dem alten Geschäft kommen noch genügend Ausfälle.
Nochmals zur Sachsen LB - Grössenverhältnisse (Leserzuschrift):
Nachdem die Sachsen LB ja durch den Sparkassensektor gerettet werden soll, ein paar nachdenklich stimmende Zahlen zu diesem:
Kumuliertes Eigenkapital aller deutschen Bausparkassen: 7,31Mrd € (per 05/2007) Kumuliertes Eigenkapital aller deutschen Sparkassen: 53,8 Mrd €. (per 06/2007) Kumuliertes Eigenkapital aller deutschen Landesbanken: 64,91 Mrd € (per 06/2007)
Jeweils inklusive Rücklagen und Genussrechtskapital. Quelle: Deutsche Bundesbank. <http://www.bundesbank.de>
Noch düsterer sieht es aus, wenn man sich den Gewinn des gesamten Sparkassensektors ansieht. Hier liegen zwar nur Zahlen von 2004 vor, aber die Tendenz war ohnehin rückläufig, da sich die Refinanzierung durch den Wegfall von Landeshaftungen sicher nicht verbessert hat. Selbst bei einer großzügigen Schätzung übersteigt die aktuelle Haftung den kumulierten Jahresgewinn des gesamten Sektors um ein Vielfaches. Einzige Rettung für den ganzen Sektor: Bei der aktuellen Kreditlinie haftet noch das Land Sachsen. Da wären wir aber schon beim nächsten Problem, nämlich der Bonität des Landes Sachsen selbst. (Natürlich gibts die Theorie, dass Länder per Definition nicht untergehen können, Argentinien und viele andere Beispiele der letzten Jahre beweisen jedoch das Gegenteil. Sie gingen zwar nicht unter, aber die Gläubiger sind umgefallen.)
Nur ein paar Zahlen:
Gesamte Einnahmen der öffentlichen Kommunalhaushalte des Freistaates Sachsen : 8,1Mrd € (2006)
Gesamtschulden aller öffentl. Haushalte des Landes Sachsen (also Land, Kommunen, etc.: 17Mrd. € (U2005) Quelle: <http://www.statistik.sachsen.de>
Die 17Mrd "Rettungsgeld" muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Das ist von der Dimension her der Wert einer Erstebank (Österreich) oder Bank Austria und das bei einer Pisselsbank mit 600 Mitarbeitern, 67Mrd Bilanzsumme und 100Mio EBIT per U06!!!
WICHTIG!!!
Dass man den Banken, Versicherungen und Fonds derzeit keinen Zentimeter trauen darf, zeigt die Presseaussendung der Sachsen LB vom 10.8., also von vor 1 Woche!!!
"Presseaussendung Leipzig, 10.8.2007
Stellungnahme der Sachsen LB zur Situation am ABS-Markt
Die Sachsen LB sieht grundsätzlich keine Anzeichen für erhöhte Ausfallwahrscheinlichkeiten der von ihrer Tochtergesellschaft Sachsen LB Europe plc gemanagten ABS-Strukturen. Wie ein Sprecher der Bank auf Anfrage erklärte, ist die im Jahr 2004 gegründete Zweckgesellschaft Ormond Quay ausschließlich in AAA-geratete ABS-Papiere investiert. Im Unterschied zu vielen anderen Gesellschaften investiert Ormond Quay nicht in CDOs (Collateral debt obligation), sondern ausschließlich direkt in ABS (Asset backed securities)-Papiere. Die hohe Qualität dieser Investments wurde in den Überprüfungen der Ratingagenturen erst jüngst erneut bestätigt. "Die Werthaltigkeit dieser Papiere ist unbestritten", sagte der Banksprecher.
Im Gegensatz zu anderen Darstellungen verfügt Ormond Quay zur Refinanzierung über eine breite Basis von über 100 institutionellen Investoren aus Nordamerika und Europa. Ormond Quay ist an den Märkten als hochqualitative Struktur anerkannt und mehrfach prämiert. Das CP-Programm der Gesellschaft hat bei der Ratingagentur S&P das bestmögliche Rating von A-1+.
Die Sachsen LB verfügt über ausreichende Liquidität."
Diese Bank soll von den ohnehin ertragsschwachen Sparkassen (vermutlich nur in Sachsen) gerettet werden? Das ist doch nur wieder eine Lüge.
Auch das Land Sachsen "erstemmt" das sicher nicht. Dieser "Rettungs-Kredit" ist eine reine Luftnummer - nicht möglich.
Schon Geld bei den beteiligten Banken abgehoben?
Krachen nächste Woche bereits die Pleitekandidaten unter den deutschen Banken zusammen? Rette sich wer kann!
Neu 2007-08-15:
Verordneter Sanio-Urlaub?
FTD: Abgetaucht nach Kanada
Jochen Sanio, Chef der Bundesfinanzaufsicht BaFin, steht in der Kritik. Mit seinem Vergleich der IKB-Schieflage mit der Bankenkrise von 1931 zog er sich den Unmut der Finanzwelt auf sich. Doch inmitten der von ihm an die Wand gemalten Szenarios ging er selbst erstmal in den Urlaub.
Nomalerweise muss in einer solchen Krise eine so wichtige Person "die Stellung halten" und einen geplanten Urlaub absagen.
Also drängt sicher der Verdacht auf, man wollte keine weiteren 1931-Sager riskieren und hat ihn verbannt.
Neu 2007-08-14:
Deutsche Bank und IKB:
Spiegel: Deutsche Bank soll Problemfonds der IKB verwaltet haben
Die Deutsche Bank ist Finanzkreisen zufolge tiefer in die US-Hypothekenkrise verstrickt als bislang angenommen. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hat das Geldinstitut den in Schieflage gerutschten IKB-Fonds Rhineland Funding als Depotbank verwaltet.
Deutschlands größtes Geldhaus hatte den Stein bei der IKB ins Rollen gebracht, als es Finanzkreisen zufolge Ende Juli die auf die IKB zukommenden Probleme erkannte und Kreditlinien für die Bank kappte. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann habe zudem die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet, die eine groß angelegte Rettungsaktion für die IKB ins Leben rief.
Die Deutsche Bank hat mit ihrem Margin Call an IKB offenbar das IKB-Desaster ausgelöst. Vorher, in der Bubble-Phase hat man zugeschaut.
Die Deutsche Bank scheint derzeit überhaupt gerne Margin Calls zu verteilen: Weitere Fonds in Schwierigkeiten
Will man wie die anderen Primary-Dealers die eigene Haut retten?
Neu 2007-08-12:
Kauf-Journalisten:
Focus: Wirtschaftsministerium soll Journalisten gekauft haben
Mit Anzeigen im Wert von je 40 000 Euro soll sich die PR-Agentur des Bundeswirtschaftsministeriums bei Regionalzeitungen freundliche Berichterstattung gesichert haben.
Das waren die "Peanuts". Bei den wirklich grossen, für die Eliten wichtigen Dingen geht es ganz anders zu. Da geht es um Bestehen/Nichtbestehen einer Zeitung bzw. um die Jobs der Journalisten. Ist alles über Anzeigen (Entzug) und Kredite steuerbar.
Riecht irgendwie nach zukünftig toter Landesbank (nicht die Einzige):
FAZ: Bafin schaut sich die Landesbank Sachsen an
Welt: Deutsche Banken fahnden nach Kredit-Risiken
Die Aufsichtsbehörde Bafin nimmt nun auch die Landesbank Sachsen ins Visier. Nach Informationen der F.A.Z. ist die Bafin wegen einer 17,5 Milliarden Dollar schweren Zweckgesellschaft der ostdeutschen Landesbank hellhörig geworden.
Brisant ist, dass die Landesbank, die im Konzern über rund 1,5 Milliarden Euro Eigenkapital verfügt, in einer Analyse von S&P als einziger Liquiditätsspender der Ormond Quay aufgeführt wird, der für die 17,5 Milliarden Dollar vollständig geradestehen soll. Einen großen Teil davon hat die Bank angeblich durch Verkaufsvereinbarungen für die Vermögenswerte der Zweckgesellschaft abgesichert.
Dieses Kapitalverhältnis sieht nicht gut aus. Da dürfte vom Eigenkapital ein dickes Minus (sprich Pleite) übrigbleiben. Das hilft auch das AAA-Gerede nicht mehr.
Da steigt einem schon Leichengeruch in die Nase. Nicht nur bei einer Bank:
FTD: US-Hypothekenkrise trifft deutsche Großbanken
Spiegel: Weitere Hypothekenbank pleite - Deutsche Bank ist Gläubiger
Die Pleite einer weiteren US-Hypothekenbank hat erneut Schockwellen in die verunsicherte Branche gesendet. Zu den Kreditgebern der Homebanc gehören auch Deutsche Bank und Commerzbank.
Die Grossbanken haben "längere Finger", da können sie viel weiter vorne in der Securitization-Kette ihre Kredite reinbringen, etwa bei den Mortgage-Lenders, die seit einiger Zeit wie die Fliegen sterben. Aber auch die haben die "Zeichen der Zeit" nicht erkannt.
Revolutions-Potential:
Welt: Deutschlands ganz alltägliche Ungerechtigkeit, Warum die Reichen immer reicher werden
Millionengehälter und Mindestlöhne, Boom der Privatschulen und Bildungsnot, eine tiefe Kluft zwischen Wohlhabenden und Abgehängten – jeder zweite Deutsche findet, es gehe nicht gerecht zu im Land.
Wenn einmal die Ruhigstellung mit Sozialleistungen nicht mehr funktioniert, dann spielt sich etwas ab. Im Volk wächst bereits eine dumpfe Wut.
Doug Casey, der sich sein Leben lang mit "Kriseninvestments" befasst hat, spricht in seinem letzten Artikel davon, dass man, wenn die Bubbles kollabieren, die Politiker an den Laternenmasten aufgehängt sehen wird.
Neu 2007-08-11:
Affen-Banken, die Nächste:
N-TV: Krise erreicht Postbank
Wie Dennis Gartman schreibt, kommen Küchenschaben und Banken mit Problemen nie allein.
Neu 2007-08-10:
IKB II - Sächsische Landesbank:
FAZ: Bafin schaut sich die Landesbank Sachsen an
10. August 2007 Die Aufsichtsbehörde Bafin nimmt nun auch die Landesbank Sachsen ins Visier. Nach Informationen der F.A.Z. ist die Bafin wegen einer 17,5 Milliarden Dollar schweren Zweckgesellschaft der ostdeutschen Landesbank hellhörig geworden.
„Derzeit gibt es Gespräche mit dem Vorstand, die sich bald konkretisieren werden“, heißt es in Finanzkreisen. Eine Sonderprüfung sei bislang noch nicht geplant. Eine Sprecherin der Bafin wollte dies nicht kommentieren. Allerdings bestätigte sie, dass die Zweckgesellschaft mit den Namen „Ormond Quay“ der Bafin „nicht unbekannt“ sei.
82 Prozent des Portfolios sind Immobilienkredite
Diese Zweckgesellschaft (Conduit) investiert nach Angaben der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) - ähnlich wie die „Rhineland Funding“ der in eine schwere Schieflage geratenen IKB Deutsche Industriebank - in langfristige Kreditanlagen und refinanziert diese durch kurzfristige Anleihen („Commercial Papers“). Im Juni dieses Jahres bestanden 82 Prozent des Portfolios der Ormond Quay aus Immobilienkrediten. Diese Gesellschaft hat nach den Worten eines Sprechers der Landesbank Sachsen aber nicht direkt in Kredite bonitätsschwacher Schuldner (“Subprime“) investiert.
Außerdem lege die Gesellschaft ausschließlich in Papiere an, die mit der besten Bonitätsnote „AAA“ bewertet seien. Zu weiteren Details, etwa den derzeitigen Marktwerten oder der Refinanzierung der Gesellschaft, wollte er sich nicht äußern.
Die selbe Conduit-Konstruktion wie bei der IKB. Das lässt die selben Probleme erwarten.
Wieder die Aussage AAA - hahaha!
Infos zur WestLB-Krise siehe auch Seite "Systemkrise" - ganz böse.
Diese US-Conduits waren bei deutschen Landesbanken üblich:
Handelsblatt: Die Landesbanken zittern mit
Der Markt für besicherte Anleihen ist praktisch tot. Und mit der Ausweitung der Krise um die notleidenden US-Immobilienfinanzierungen geraten auch die deutschen Landesbanken immer stärker in den Fokus. Sie haben zum Teil erhebliche Summen in strukturierte Kapitalmarktprodukte investiert.
Nach Angaben von Analysten – die namentlich nicht genannt werden wollen – liegt der Bestand der ABS-Papiere bei den ausländischen Spezialgesellschaften der Landesbanken bei etwa 100 Mrd. Dollar. Die WestLB dürfte dabei neben den 35 Mrd. Dollar für Brightwater weitere Milliardenbeträge in den Gesellschaften Compass, Greyhawk und Paradigm verwalten. Bei der BayernLB stecken in den beiden Zweckgesellschaften Giro Funding US Corp und Giro Balanced Funding Corp schätzungsweise zehn Mrd. Dollar, weitere fünf Mrd. Dollar liegen bei der Giro Lion Funding auf Jersey. Ein Sprecher der BayernLB sagte, alle verbrieften Finanzprodukte hätten Spitzenratings, die Ergebnisprognose für die Bank werde nicht tangiert.
Unglaublich, welches "Ungeziefer" jetzt hervorkommt. Wenn die Landesbanken dafür Haftungen übernommen haben, sind sie tot.
Neu 2007-08-09:
Der wirkliche Grund für den Sozialstaat (neben Stimmenkauf):
Spiegel: Prekariat? Hier werden Sie geholfen!
Eine fünfköpfige Familie und kein Geld, dafür totale Hilflosigkeit: Wie macht man den Kühlschrank sauber? Wie kauft man ein? Eine ARD-Reportage über die Sorgen einer armen Familie zeigt, dass es sich prekär durchaus leben lässt: Es gibt ja Sozialarbeiter.
Zuschauen aus sicherer Distanz
Soeben ist die Wohnung, auf Kosten des Sozialamtes, für 3500 Euro saniert worden. Während die Arbeiter letzte Hand anlegen, schauen Martin und Michaela rauchend und aus sicherer Distanz zu. "Die haben davon mehr Ahnung als wir." In die Freude über die neue Einrichtung mischen sich auch kritische Töne: "Es hat lange gedauert, bis die Möbel kamen."
Man schaut zu, hört hin und traut seinen Augen und Ohren nicht. Das sollen die neuen Armen sein? Immerhin stehen in der Küche der Familie drei Kühlschränke: einer für Tiefgefrorenes, einer für Wurst und Käse und einer für den Schokoladenvorrat der Kinder. Die Aufgabe der Sozialarbeiterin besteht nun darin, Mutter Michaela den sparsamen Umgang mit elektrischen Geräten zu erklären, um die monatliche Strom-Rechnung zu reduzieren. Der Mann vom Landratsamt sagt dazu: "Es geht darum, den Haushalt zu organisieren, wie kaufe ich ein, an was muss ich denken... Unser Ziel ist, dass die Familie ohne Ämter und Behörden leben kann. Das bedeutet regelmäßige Arbeit."
Draußen vor der Tür wartet nicht nur das Sozialamt mit einer Fülle von hilfsbereiten Mitarbeitern, da ist auch eine Gesellschaft, in der die Idee von "Verantwortung" durch Begriffe wie "Maßnahmen" und "Fürsorge" ersetzt wurde. Eine Gesellschaft, in der die Vorstellung, dass Wohlstand etwas mit Arbeit und Leistung zu tun hat, als reaktionär und "sozial unverträglich" gilt. Und wer es wagt, die Frage zu stellen, ob für die Aufzucht von Kindern nicht vor allem die Eltern zuständig und verantwortlich sind, der wird sofort mit einer Einladung zu einem therapeutischen Gespräch bei Ursula von der Leyen abgestraft.
Etwas Gutes ist aber an der Sache doch dran. Es sieht nur so aus, als würde ein halbes Dutzend Sozialarbeiter eine Familie betreuen. In Wirklichkeit ist es umgekehrt. Eine Familie sichert die Existenz von einem halben Dutzend Sozialarbeiter. Rund um die "Prekariat" ist eine Industrie entstanden, die von der Verwaltung der "neuen Armut" lebt.
Allein in Bad Homburg gibt es 20 Familien, die dafür sorgen, dass die Sozialarbeiter nicht arbeitslos werden.
Es geht natürlich um Beamtenjobs und Budgets. Und besonders um möglichst viele Untergebene für die Chefs dieser Behörden, denn Sie wissen ja, die Bedeutung eines Chefs...
Ein eigener Kühlschank für die Schokolade der Kinder - das gibt es nicht einmal in der Oberschicht - aber hier auf Staatskosten.
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