Systemkrise 9/2007

Informationen zur aufkommenden Krise des weltweiten Finanzsystems.
Aktueller Zustand im Collapse-O-Meter.

„Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll“
- Ludwig von Mises. Wir sind gerade in der finalen Katastrophe des Finanz- und Währungssystems.

Enthält alle Einträge ab dem 1.9.2007 bis 30.9.2007.
Alte Seiten von 2006 hierher auslagert zum schnelleren Laden der Seiten.
Alte Seiten von 1.1.2007 bis 31.6. 2007 hier, Seiten vom 1.7.2007 bis 9.8.2007 hier, Seiten vom 10.8. bis 31.8.2007 hier.


Neu 2007-09-29:

Jetzt ist Europa dran - Immobilienkrise:

BÜSO: Hypothekenkrise in den USA? Ganz Europa wird folgen!

Die Finanzfirma von Morgan Stanley hat gerade einen Bericht veröffentlicht, in dem sie warnt, dass die US-Hypothekenkrise nur der Vorbote eines größeren Zusammenbruchs des gesamten europäischen Hypothekenmarktes ist. Dies berichtete heute die Financial Times Deutschland. Belgien, Dänemark, Griechenland, Großbritannien, Schweden und Spanien haben seit 1997 enorme Wertsteigerungen im Immobilienbereich erlebt. Dies ist im Vergleich zum Bevölkerungswachstum, Einkommensverhältnissen und Kapitalkosten sogar noch verzerrter als die Situation in den USA.
In Belgien, Irland und in den skandinavischen Ländern gibt es hohe Steigerungen bei Zwangsräumungen von Wohnungen und Häusern. In Spanien und Großbritannien spricht man davon, dass die Blase platzt.

Auch unsere Bubbles kommen an die Reihe und damit auch der Euro.

Kleine US-Bank pleite:

FT: ING Direct steps in as US bank collapses
Yahoo: FDIC Shuts Down NetBank Due to Defaults

Das ist ein "kleiner Fisch", also rettet man nur die einlagengesicherten Guthaben bis $100'000.
Bei der grösseren Countrywide Bank hat man sich noch "verbogen", um sie nicht untergehen zu lassen.

Warum? Weil das negative Medienecho bei Countrywide viel grösser gewesen wäre.


Neu 2007-09-28:

Der "Derivaten-Bär" ist weiss vor CDS-Angst:

Aus dem MIDAS vom 29. Sept.

"Default swap-driven manipulation of bond markets now has a highprofile test case. In May, hedge fund Paulson & Company complained to the SEC in the US that Bear Stearns was buying ailing sub-prime mortgages at inflated prices in order to avoid paying out on the mortgage-backed default swaps it sold."

Jason Karaian, CFO Europe, September 26, 2007

Some default-swap bets are so large that investors "manipulate the bond market as a result," according to Robert McAdie, head of global credit strategy at Barclays Capital in London. And when the wishes of derivatives investors clash with the priorities of corporate borrowers, CFOs can't help but take notice…

Unglaublich aber wahr: Bear Stearns hat auch Unmengen Credit Default Swaps (CDS) auf seine Subprime-CDOs verkauft. Sie fürhten jetzt Ausfallszahlungen in gigantischem Ausmass leisten zu müssen. Jetzt kaufen sie untergehende Subprime-Hypotheken auf, um keine solchen Derivaten-Zahlungen leisten zu müssen. Die manipulieren Alles.

Wie lange das gut geht? Die Angst an der Wall Street muss unglaublich sein.

Nach den Conduits kommt jetzt die nächste Katastrophe: Zahlungen für CDS!
 

Jetzt kommt die "Strafe" für Fonds-Sperren:

Handelsblatt: Anleger ziehen Milliarden aus Fonds ab

Die Krise am US-Hypothekenmarkt hat die Anleger in Deutschland stark verunsichert und sie in großem Stil zum Verkauf von Fondsanteilen bewogen. Die deutsche Fondsbranche verzeichnete im August massive Abflüsse. Nicht nur Aktienfonds waren betroffen. Auch Renten- und Geldmarktfonds entzogen die Anleger das Vertrauen.

Jetzt sind die Fonds in einer noch schlimmeren Situation. Sie müssen in illiquide Märkte verkaufen.

Doug Casey und seine "Greater Depression":

THE GREATER DEPRESSION Update

Er ist nach Argentinien verschwunden. Weg von Diktatur, Unruhen, Krieg, hohen Kosten.

Interessant, was er zur Zukunft Europas zu sagen hat: Ein Disney World für Asiaten mit echten Steinen (die US-Version verwendet Plastik, etc.). Er meint, dass hier durch die vielen Immigranten der Krieg mit dem Islam richtig toben wird.


Neu 2007-09-27:

Milliardenverluste an der Wall Street:

ORF: Analyst: Milliardenverlust für Merrill Lynch

Der US-Investmentbank Merrill Lynch droht nach Ansicht eines Analysten im dritten Quartal ein Verlust im Anleihegeschäft in Höhe von 1,5 Mrd. Dollar (1,062 Mrd. Euro).

Nach Ansicht von William Tanona von Goldman Sachs wird dieser Verlust durch Abschreibungen von vier Mrd. Dollar verursacht, die im Zusammenhang mit Krediten für Großübernahmen und Hypothekendarlehen entstanden sind.

Die Wahrheit sickert also schon langsam heraus. Natürlich keine Stellungsnahme von Merrill Lych.
Wie viele solche Verluste gibt es noch? Da wird Helicopter Ben bald den B-52 Bomber zum Geldabwurf brauchen.
 

Hedge-Fund Redemption Time - die grosse Rückzahlung:

Larouche: LOOK, THE SYSTEM IS FINISHED! Hedge Funds About to be Hit with Billions in Withdrawals

Hedge funds are about to be hit with several billion dollars in withdrawals because of the huge hedge fund losses in August. These losses will be magnified through hedge-fund derivatives, for which the investors themselves have often borrowed 80% of the money put up.

Fund-linked derivatives will finish their quarterly reviews by the end of next week, the Financial Times reports. Because the investments are leveraged with borrowed money, the rules the investment banks have created for them require automatic withdrawals if there are losses. Big withdrawals could create crises at funds which are invested in illiquid assets, and lead to further selling pressure on hedge funds.

Wenn sie jetzt im grossen Stil an die Anleger rückzahlen müssen, werden sie ihre illiquiden Wertpapiere nicht mehr los - noch mehr Verluste.

Bisher nur ein Krisen-Vorspiel - EU-Immobilien:

FTD: Die US-Krise ist nur ein Vorspiel

Die gegenwärtige US-Eigenheimkrise könnte sich als laue Brise erweisen im Vergleich zu dem Sturm, der sich gerade über einigen europäischen Wohnimmobilienmärkten zusammenbraut. Ein weiterer Preiseinbruch bahnt sich bereits an.

Besonders kritisch sei die Lage in Spanien, meint Thomas Beyerle, Chefresearcher der Allianz-Immobilientochter Degi. "Hier hat die Spekulationsblase dramatische Ausmaße angenommen." Mehr als 15 Prozent aller Eigenheime und Eigentumswohnungen in Spanien stehen nach einer Studie der Uno-Wohnungsbeauftragten Miloon Kothari derzeit leer, weil Projektentwickler weit über Bedarf gebaut haben. Um bis zu 20 Prozent haben Verkäufer spanischer Immobilien ihre Preisforderungen seit Jahresbeginn reduziert - und dennoch kaum ein Haus losgeschlagen. "Immer mehr Makler schließen ihre Büros, weil es keine Nachfrage mehr gibt", berichtet Manuel Romera, Professor am Institut für Immobilienwirtschaft der Business School Instituto de Empresa in Madrid.

Da braut sich wirklich einiges zusammen. Und zwar so viel, dass inzwischen sogar die "Experten" aufwachen und warnen.
20% geringere Preise in Spanien und trotzdem kaum Käufer. Wann kollabiert dort die 1. Bank?

Vorsicht: wenn die spanischen Banken implodieren, bekommt auch der Euro einen mächtigen Schlag (nach unten)!

Etwas zur Vermögensrettung - wird wieder aktuell:

Hamer: Wie sichere ich mein Vermögen und Unternehmen?

 


Neu 2007-09-26:

Weltwirtschafts-Krise in 3 Phasen?

WIWO-Video: Finanzkrise in drei Phasen

"Game Over" anschaulich erklärt.
 

Leserzuschrift zum Thema Deutsche Bank:

Kommentare aus "Welt online" zum Artikel "Steinbrück stellt sich vor die Deutsche Bank". Steinbrück will womöglich der erste in der Schlange sein? Dann kann es nicht schaden, sich schon mal vor die Deutsche Bank zu stellen.

Und:

Aha, Herr Steinbrück stellt sich vor Ackermann. Nachtigall , ich hör Dir trapsen ! Wenn schon der Finanzminister (kriminelle) Banker integer sprechen müssen - dann ist es kurz vor 12 !!!

Durchhalteparolen kurz vor dem Crash - ich werde jetzt den Rest Bargeld von meiner Bank abheben. Verarschen kann ich mich alleine........

Da scheint etwas Wahres dran zu sein. Kein schlechter Rat!

US-Autohersteller mit höherem Rating?

Handelsblatt: S&P überprüft Ratings von Chrysler und Ford

Von der vorläufigen Tarifeinigung bei General Motors könnten auch die Bonitätseinstufungen von Chrysler und Ford profitieren. Die Agentur Standard & Poor's Ratings Services (S&P) setzte mehrere Ratings der US-Autobauer mit positiven Vorzeichen auf die Beobachtungsliste.

Der Wall Street Inzest in voller Aktion. Die Absatzzahlen gehen weiter zurück. Offenbar will man das künstliche Leben von Ford & co. noch weiter verlängern.


Neu 2007-09-25:

Die Durchhalte-Parolen klingen jetzt anderes:

Presse: IWF-Chef: "Ganze Wucht der Kreditkrise erst 2008

IWF-Chef Rodrigo Rato sieht keine schnelle Lösung in der Kreditmarkt-Krise. Die schlimmsten Auswirkungen erwartet er in den USA.

"Die Krise hat auch Auswirkungen auf die Realwirtschaft, die 2008 noch stärker spürbar werden und besonders in den USA an Intensität gewinnen", sagte der Chef des Internationalen Währungsfonds, Rdrigo Rato, am Montag in Madrid. Die schlimmsten Auswirkungen erwartet er in den USA.

Da war doch vor Kurzem noch "fast nichts", und jetzt?
 

Schon Probleme bei Barclays Kreditkarten:

Ein Teilnehmer am Seminar Weimar hat mir erzählt, dass es bereits Probleme beim Bezahlen mit Visa und Mastercards von Barclays in Deutschland gibt. Diese werden vielfach nicht mehr genommen.

Sichern sich hier die Abrechnungsfirmen ab, für den Fall dass sie selbst kein Geld mehr von dieser Bank bekommen?

Leserzuschrift dazu: habe bereits Probleme mit Barclay VISA/MC ein zu kaufen trotzt voller ungenutzter Creditbalance vorhanden!!!

 

Spanischer Baulöwe in Not:

FT: Real estate group is first Spanish victim

The international credit squeeze claimed its first victim in Spain yesterday as Llanera, a Valencian real estate group, admitted it was in emergency talks with its creditor banks in an attempt to stave off bankruptcy.

A spokesman for the company told the Financial Times it was seeking to renegotiate €300m ($419bn, £209bn) in debt owed to suppliers and local savings banks in Valencia - a popular holiday destination for north Europeans.

"We have a liquidity crisis and we are talking to our banks in order to avoid filing for protection from creditors," Llanera said yesterday. The company blamed a slowdown in the Spanish property market for its predicament. Banks are under increasing pressure to tighten controls on lending to property developers and home owners because of the market turmoil.

Einer von vielen, die noch untergehen werden. Keine Krise wie vor Tagen die Regierung gesagt hat?

Analyse der Commerzbank zu Spanien: Spanien: Vom Wachstumsstar zum Sorgenkind?

Auch ein US-Baulöwe meldet riesige Verluste - Lennar:

Bloomberg: Lennar Reports Biggest Loss in Its 53-Year History

Wann geht der 1. unter?

US-Konsumenten - ausgepowert:

Handelsblatt: US-Verbrauchervertrauen stark eingetrübt

Die Stimmung unter den US-Verbrauchern hat sich im September stärker abgekühlt als erwartet. Das Verbrauchertrauen fiel auf den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren. Der Index gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen. Der Euro reagierte prompt. Händler sprachen von einem „schlechten Zeichen“.

Kein Wunder, die Rezession ist in den USA voll im Laufen. Ausserdem ist jetzt auch kaum mehr Verschuldung über Kreditkarten möglich, da die Limits gekürzt wurden.
Noch einige solche Meldungen und das Kartenhaus bricht endgültig zusammen.

Selbst Trichet rutschen manchmal kleine Teile der Realität heraus:

Standard: Trichet: Marktkorrektur könnte exzessiv ausfallen

Aber richtig Klartext will er nicht reden, denn dass könnte "Vertrauensschädigend" sein.
 

Die Conduits und das ABCP lassen wieder grüssen:

http://www.jjahnke.net/blase.html

Schon in den nächsten 90 Tagen wird laut Fed vom 20. August ein Markt von 1,1 Billionen Dollar in kurzfristigen Schuldpapieren, von Hypotheken bis Auto-Krediten, fällig. Laut UBS, der größten Bank in Europa, könnten hunderte von Hedgefonds und Hypothekenbanken gezwungen sein, etwa 75 Mrd Dollar Hypotheken-gesicherte Papiere auf den Markt zu werfen. Solche Verkäufe würden einen Markt ersaufen lassen, an dem nach laut Merril Lynch Investoren schon 44 Mrd Dollar in Werten verloren haben. Das wiederum könnte die 38 Millionen individuelle und institutionelle Investoren am Geldmarkt treffen, die den größten Teil dieser Papiere besitzen. Wachovia. Die viertgrößte amerikanische Bank befürchtet in diesem Fall eine "death spiral" für die Anlagen.

Will Helicopter Ben so viel Geld auf die Banken abwerfen, um all dieses auslaufende Asset Backed Commercial Paper aufzukaufen?


Neu 2007-09-22:

Soll man lachen oder weinen? Hedge Fonds:

Handelsblatt: Hedge-Fonds der Stars leiden

Die Krise an den internationalen Finanzmärkten macht auch vor den prominenten Größen der Hedge-Fonds-Branche nicht halt. Selbst die Stars unter den spekulativen Investoren mussten herbe Verluste hinnehmen. Jetzt geht die Angst um, dass immer mehr Anleger Kapital abziehen und die Hedge-Fonds damit zu Notverkäufen zwingen, die den Kursrutsch an den Börsen weiter verstärken könnten.

Die Zeit für diese Branche scheint abgelaufen zu sein.

Neue Geld-Drogen im Umlauf:

Presse: Wenn Notenbanker Drogen dealen

Die große Finanzkrise ist nicht vorbei – sie hat noch nicht mal richtig begonnen.

In Wien ist Heroin bei den Dealern am Karlsplatz erhältlich, in New York hingegen wird das Zeug in der Chefetage der US-Notenbank („FED“) großzügig ausgegeben. Denn nichts anderes als frischer Stoff für einen Süchtigen war jene Zinssenkung, mit der Amerikas Währungshüter diese Woche für gute Laune bei den chronisch überschuldeten Haushalten, bei Aktionären, Zockern und Spekulanten sowie den all das finanzierenden Banken gesorgt hat. Anstatt die kreditsüchtigen amerikanischen Konsum- und Anlage-Junkies endlich auf eine schmerzhaften, aber dringend notwendigen Entzug zu setzen, spendierte das FED einfach einen kräftigen Schuss.

Ob mit dem billigen Geld freilich jene Rezession vermieden werden kann, die auf Amerika zukommt wie ein karibischer Hurricane, ist freilich höchst strittig; zu vermuten ist eher, dass der Beginn der unvermeidlichen Baisse bloß ein wenig verzögert wird (die dann um so heftiger ausfallen dürfte).

Indem das FED den Junkies nun wieder Stoff verschafft, wird es den Beginn dieses ungemütlichen Prozesses der Enteignung breiter Massen ein wenig hinausschieben. Zu vermeiden wird der Entzug nicht sein, und er wird wohl ziemlich schmerzhaft werden.

Braucht man noch einen besseren Vergleich? nein!
Zur "Ehrenrettung" der Zentralbanker: die Grossdealer sind die Politiker, die immer niedrigere Zinsen wollen, siehe Sarko.


Neu 2007-09-21:

Buchhaltungstricks der Wall Street:

BÜSO: Buchhaltung wie im Märchen: Verluste bei Lehman Brothers

Die Veröffentlichung ihrer Verluste durch Lehman Brothers am Mittwoch, die "niedriger als erwartet" ausfielen, läßt sich zum Teil auf neue, märchenhafte Buchhaltungsregelungen zurückführen, welche es dem Anleihenhändler erlauben, die Abschreibungen eines Teils ihrer Schulden als Profit zu verbuchen, berichtete gestern die Financial Times.

Als Folge einer massiven Finanzblase in der Tradition der John-Law-Blase, sind die internationalen, großen Händler von Anleihen, in der die Hypothekenblase bloß die Spitze des Eisbergs ist, technisch gesehen bankrott. Jedoch wurden durch die zwei bisher veröffentlichten Berichte jegliche Hoffnungen zunichte gemacht worden, die Händler könnten durch Abschreibung großer Teile ihrer unrettbaren Schulden einen Nutzen ziehen. Das zuzugeben, würde zu Chaos auf den Märkten führen, also wird gelogen ... was ebenfalls Chaos mit sich bringt.

Eine "besondere Form" der Systemmanipulation. Wall Street Häuser dürfen offenbar keine Verluste ausweisen.

 


Neu 2007-09-20:

Doch noch "Bankenprobleme":

Spiegel: Die Banken wissen gar nicht, wie tief sie in der Krise stecken

Erst die IKB, dann die SachsenLB, jetzt die Deutsche Bank: Wie schwer erwischt die weltweite Finanzkrise die deutschen Geldinstitute? Die Banken selbst versuchen zu beruhigen - doch Experten erwarten noch weitere Horrormeldungen.

Wer glaubt denen noch?

Auch Probleme im Olymp? - Spiegel: Deutsche Bank bangt um knapp 30 Milliarden Euro

Die Deutsche Bank ist durch die Hypothekenkrise stärker belastet, als bislang angenommen: Vorstandssprecher Josef Ackermann hat jetzt Fehler seines Hauses eingeräumt. Kreditzusagen in Milliardenhöhe müssen neu bewertet werden.

Für Ackermann sind das natürlich nur Peanuts.

Northern Rock bereits abgeschrieben:

Spiegel: Anleger schreiben Northern Rock ab

An der Börse wettet kaum einer mehr darauf, dass die angeschlagene britische Hypothekenbank Northern Rock einen Kollaps vermeiden kann. Das Institut büßte im Laufe des Vormittags an der Londoner Börse zeitweise fast ein Drittel seines Wertes ein.

So schnell geht das. Vor einer Woche hatten sie noch "glänzende Ergebnisse".

Bernanke hat bereits Probleme beim Lügen:

Handelsblatt: Bernanke: Ausblick wird immer unsicherer

US-Notenbankchef Ben Bernanke rechtfertigt die Zinssenkung: Sie diene dem Zweck, „negative konjunkturelle Effekte der gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten zu verhindern“. Allerdings räumt er in seiner jüngsten Rede auch ein, dass der Konjunkturausblick wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten immer unsicherer werde.

Die reale Lage ist doch etwas schlimmer, oder?

Commercial Paper immer noch tot:

Bloomberg: U.S. Commercial Paper Slump Extends to Sixth Week

Das ist gewiss kein kleines Problem.

Rückabwicklung von CDOs:

Bloomberg: TCW CDOs Dump $3.2 Billion of Mortgage Securities

TCW Asset Management, the money manager owned by France's Societe Generale SA, is selling $3.2 billion of mortgage securities backing collateralized debt obligations after the value of the bonds fell.

Offenbar unverkäuflich.

Zinssenkung belastet Anleihen:

FTD: Inflationsängste belasten Bonds

Die kräftige Zinssenkung der US-Notenbank hat die internationalen Anleihemärkte ins Minus gestürzt. Vor allem Zinspapiere mit langer Laufzeit gerieten unter Druck. Händler begründeten das mit steigenden Aktienkursen und wachsenden Inflationssorgen.

Natürlich werden mit der Währung (Dollar) auch die zugehörigen Bonds, auch die Staatsanleihen abverkauft.
Auf die kann Ben jetzt noch mehr Geld abwerfen.

Die Aktiendealer glauben noch an Ben - Finanzmärkte - In Bernanke we trust

Für wie lange?

Mit den Bank-Bilanzen wird nicht getrickst (aus dem Midas vom 19. Sept)?

The FT notes that investors have to take a leap of faith that Lehman properly marked their positions.

"The $700m hit that Lehman Brothers said it suffered from the credit squeeze in the third quarter was less than many observers had expected, partly because of significant hedging. But it also reflected some controversial aspects of the new fair value accounting regime – shining a first light on the way Wall Street will number-crunch the current malaise in the markets."

http://www.ft.com/cms/s/0/2ef2e822-6612-11dc-9fbb-0000779fd2ac.html

Another FT story: "First, Lehman actually has $17bn of old and troubled leveraged loan commitments to deal with, out of the $44bn it filed for the second quarter. That is how useful those filings are. As for balance sheets choking with extra unwanted assets, Lehman has so far only taken $4bn of sour buy-out loans on to its own books. As pigs in pythons go, that is manageable. But the most important figure is the loss on all this debt (taken as marks or actual losses). Here again, Lehman got lucky. The discounts to par look well below many analysts’ 10 per cent bear case scenario – closer to 5-6 per cent."...

Lehman’s earnings and the subsequent market reaction prove that most investors do NOT desire transparency. They want to be lied to because they believe it boosts stock prices.

Noch glauben die Börsianer alles, wenn es steigende Kurse verspricht.

Und die Bin Laden Puts? die werden ein Verlustgeschäft.


Neu 2007-09-19:

Eine "Einfache Erklärung" der Krise von den GEAB-Leuten:

GEAB N°17 ist angekommen! Die gegenwärtige Krise mit einfachen und wenigen Wörtern erklärt

Ich hoffe, das hilft beim Verständnis.
 

Börsen-Strohfeuer:

Spiegel: Anleger nach US-Zinsenkung im Kaufrausch

Erst kam das Kursfeuerwerk in den USA und Asien, jetzt profitieren auch die europäischen Finanzmärkte von der Leitzinssenkung der US-Notenbank. Der Dax startete mit einem deutlichen Kurssprung in den Tag, Euro und Ölpreis erreichten neue Rekordstände.

Diese Leute sind wirklich kurzsichtig. Sie sollten sich einmal Zimbabwe heute oder Deutschland 1923 ansehen. Hyperinflation, die Aktien steigen, werden aber real trotzdem immer weniger wert. Gold/Silber/Rohstoffe werden die Aktien um ein Mehrfaches überholen.

Aber die Börsianer vergessen das: Gefahr einer echten Krise

Eine Hyperinflation ist die schlimmste Krise überhaupt. Die Zinssenkung in den USA war sicher die Einleitung dazu.

Die nächsten Banken unter Druck:

Commerzbank expects higher subprime losses-sources

FRANKFURT, Sept 18 (Reuters) - Commerzbank is bracing itself for a higher-than-predicted loss from investments related to risky U.S. mortgages that are set to knock a hole in profits, sources familiar with the matter told Reuters.

The bank could tell investors as early as this week that the roughly 80 million euros ($111 million) it had put aside to cover losses from debt products including subprime mortgages will not be enough, said one source.

"Since that estimate was announced, the situation has become more critical," said that source, adding that the bank now faced having to make a higher charge. "There is no market at the moment -- it could go in any direction."

"There is no knowing what will happen -- it could be a loss of 500 million euros or even a complete loss. You can't say now," said another source. Commerzbank declined to comment.

Die wahren Verluste will man offenbar noch nicht blosslegen. Die nächste Grossbank:

Ist Bank of America dieses "Schwergewicht":

Asiatimes: Perils of the debt-propelled economy

"All kinds of street rumors are flying at this very moment that one of the world's biggest banks is exposed to derivative trades that would cause serious counterparty credit problems if the market capitalization of this bank should fall below a triggering level, or the price of commodities or interest rates should move against its derivative positions. Because there is no way to dispel or confirm such rumors, and the bank involved remains tight-lipped about its true financial conditions, the uncertainties weigh down on the economy."

Aus dem Midas vom 18. Sept. (Zitiert aus Bloomberg):

Bank of America Corp., the second- biggest U.S. bank, said ``unprecedented dislocations' in credit markets will have a ``meaningful impact' on third-quarter results at its corporate and investment bank.

Trading and other areas of Bank of America's capital markets and advisory services unit are ``being adversely affected by all of these conditions,' Chief Financial Officer Joe Price told investors at a conference in San Francisco today. He cited stress on subprime mortgages and in the commercial paper market as being especially severe.

``These are quite challenging financial times, and I cannot remember when credit markets in particular have been as volatile and unpredictable as they have been for the last few months,' Price said.

Da wackelt die ganze Gross-Bankenwelt.

Auch in Frankreich:

FTD: Börsenhändler verzockt Viertelmilliarde

Die US-Hypothekenkrise hat die erste französische Bank erreicht: Ein Börsenhändler in einer Geschäftsfiliale von Crédit Agricole setzte durch unvorsichtige Spekulationen in New York 250 Mio. Euro in den Sand. Nun muss er sich einen neuen Job suchen - ebenso wie seine Chefs.

Hmm, auch einige Chefs mussten gehen. Wer glaubt, dass nur so wenig verzockt wurde wird selig.


Neu 2007-09-18:

Die bedeutende Frage - Who is Next?

Zeitenwende: Englische Hypothekenbank Alliance & Leicester unter Druck

Nachdem sich am Freitag die erste britische Bank Northern Rock in die Arme der Bank of England flüchten musste, sorgt nun bereits das nächste Hypothekarinstitut in Grossbritannien für Unruhe. Die Aktien von Alliance & Leicester haben heute Montag etwa 31% an Wert verloren und den Handel bei 600 Pence beendete. Die Hypothekenbank könne sich den deutlichen Kursrückgang nicht erklären, hieß es. Alliance & Leicester plc habe laut eigenen Aussagen keine finanzielle Unterstützung von der Bank of England angefordert. Es gebe auch keine Pläne hinsichtlich einer Finanzhilfe, teilte die Hypothekenbank mit. ...

Northern Rock bleibt sicher nicht die einzige britische Bank, die unter die Räder kommen wird. Da gibt es noch mehr aggressive Hypothekenbanken.
Und nicht vergessen: Barclays mit diversen terminalen Problemen.

Ein paar deutsche Banken - EIR: German Banks Getting "Northern-Rocked"

September 17, 2007 (LPAC)--The dramatic escalation of the crisis a Northern Rock, one of Britain's leading mortgage lenders that is now going under, is expected to also hit numerous German banks badly: a report in the Frankfurter Allgemeine daily today mentions Commerzbank's Cominvest "Premium Plus" fund, as having invested into the British mortgage bank; furthermore, DWS and Allianz are involved with funds, and among German state banks, Landesbank Baden Wuerttemberg (LBBW) and Bayern LB are named, as having invested billions of euros in Northern Rock through conduits. One of the special ironies here is that LBBW, the Baden-Wuerttemberg state bank which was portrayed as the allegedly best new owner of the defaulting Sachsen LB, is exposed, as many have indeed rumored before, as being in big trouble itself. This reminds one of the scene in a famous Breughel painting about the blind leading the blind into the abyss.

Die Landesbanken wackeln offenbar alle. Die Blinden leiten die Blinden in den Abgrund. Toll auch der Ausdruck "Northern Rocked".

Oder einige spanische Banken (Leserzuschrift):

Der Präsident von Nothern Rock hat am Wochenende gegenüber “The Independent” angegeben, dass drei spanische Banken in ähnlichen Problemen wie Nothern Rock stecken.

… . Three Spanish banks had availed themselves of a similar facility with the European Central Bank over the past week, he said……
http://news.independent.co.uk/business/comment/article2964543.ece

Die spanische Zeitung “El confidencial” hat die Nachricht aus dem Independent aufgegriffen und ebenfalls darüber berichtet:
Übersetzung: Drei spanische Banken haben sich an die EZB gewendet wegen ähnlicher Probleme wie bei Nothern Rock.
http://www.cotizalia.com/cache/2007/09/17/65_bancos_espanoles_acudido_banco_central_europeo.html

Welche Banken in Schwierigkeiten sind, wird aber nicht genannt. Daraufhin hat die “Banco de España” ein Dementi herausgegeben:

Übersetzung: 1. Kein spanisches Kreditinstitut habe einen Notfallkredit bei der EZB beantragt. 2. Die spanischen Banken nehmen lediglich, wie fast alle Kreditinstitute der Eurozone, an der normalen Liquiditätsversorgung der EZB teil, ohne das irgend eine spanische Bank in besonderen Schwierigkeiten steckt.
http://www.bde.es/prensa/notasinf/be/2007/comunicado170907.pdf

Bankinter, Banesto und Banco Sabadell sind heute überdurchschnittlich stark an der Madrider Börse gefallen ( 3,81% - 5,66%). Kommt es vielleicht bald in Spanien zum nächsten Bank-Run??

Der Banken-Pleitegeier bekommt jedenfalls genügend Futter. Alles marode, ringsum
 

Die spanische Regierung hat sichtbar Angst:

Bloomberg: Housing Market Slump `Unthinkable' in Spain, Government Says

Sept. 18 (Bloomberg) -- A residential real estate slump in Spain, where prices have almost tripled since 1997, is ``unthinkable,'' the top economic adviser of Prime Minister Jose Luis Rodriguez Zapatero said.

The solvency of the banking system and of real estate developers, as well as the unmet demand for new homes, will prevent any meaningful price erosion, David Taguas, head of the prime minister's economic research unit, said in an interview yesterday at his office at the presidential palace in Madrid.

``To talk about severe adjustments or a meltdown in prices is ridiculous,'' Taguas said in response to reports pointing to an end of the Spanish real estate boom. ``That sort of crisis is unthinkable.''

Wer solche Aussagen macht, dem steht das Wasser wirklich bis zum Hals. Will man wirklich auf diese Art bis zur letzten Sekunde belügen oder wünscht man sich die Krise weg? Eine Krise bei dieser Bubble als "undenkbar" zu nennen, ist schlicht eine Frechheit.

Offenbar stützen sie die Banken schon lange geheim.
 

Ein anderer Lügen-Trick der EZB:

Presse: EZB: "Handelt sich nicht um eine klassische Bankenkrise

"In einer klassischen Bankenkrise verlieren die Einleger ihr Geld, hier sind es die Banken", sagt ein EZB-Ratsmitglied.

Denen steht das Wasser auch bis zum Hals. Man kann konsequent weiterdenken, falls die Banken nominal wirklich gerettet werden können, ist dann das Geld nichts mehr wert.

Die Northern Rock Panik lässt nicht nach:

Handelsblatt: Staatsgarantie kann Panik nicht stoppen
FTD:Bank of England pumpt Geld in den Markt

Trotz einer Garantie-Erklärung der britischen Regierung und eines Eingriffs der Bank of England geht der Ansturm auf die Filialen des britischen Baufinanzierers Northern Rock weiter: Mancher Anleger verbrachte dort BBC zufolge sogar die Nacht. Aktieninhaber beruhigte die Nachricht hingegen – die Papiere von Northern Rock konnten deutlich zulegen.

Mittels eines Notfall-Tenders bot die Bank of England (BoE) am Dienstag den Geschäftsbanken 4,4 Mrd. Pfund (rund 6,3 Mrd. Euro) zu einem Zinssatz von 5,75 Prozent an. Damit sollen zusätzlich zu der Liquiditätsspritze vom vergangenen Donnerstag die Störungen am kurzfristigen Geldmarkt gemildert werden, teilte die Notenbank mit.

Zumindest sind die Schlangen vor den Filialen nicht noch länger geworden. Jedenfalls ist die Panik der Regierung enorm.

Die Bank of England kann man jetzt getrost als "offen" bezeichnen, jede Bank bekommt dort unlimitiert Geld. Good bye, Pound.

 


Neu 2007-09-17:

Kommt jetzt die "Woche der Wahrheit":

WIWO: Wenig Chancen für Notenbanken

Finanzkrise. Die Notenbanken versuchen, mit Zinssenkungen und Geldspritzen die Finanzmarktkrise einzudämmen. Die Erfolgschancen dafür stehen schlecht.

Auch in den Mainstream-Medien macht sich jetzt Ernüchterung breit. Wenn diese Woche die Bank-Runs sich ausweiten, dann wird wohl bald die erste Grossbank fallen.

Am "Sonnendeck" wird es finster - Tagesspiegel: Drängeln auf dem Sonnendeck

Zu den Politikern hat sich die Krise offenbar noch nicht durchgesprochen, wird es aber. Diese blockieren lieber:

FinanzenNet: BaFin-Präsident fürchtet volle Transparenz bei Banken

Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, scheut sich, in der gegenwärtigen Bankenkrise "volle aufsichtsrechtliche Transparenz" herzustellen. Das berichtet €uro am Sonntag unter Berufung auf Teilnehmer einer nicht-öffentlichen Finanzausschuss-Sitzung des Bundestages in seiner aktuellen Ausgabe (E-Tag: 16.9.07). Auf der Suche nach versteckten Risikopositionen aus faulen amerikanischen Hypothekenkrediten habe die BaFin demnach bislang lediglich "sehr diskret wie ein guter Doktor Hausbesuche gemacht und den Puls gefühlt." Eine genauere Prüfungen strebt die BaFin derzeit nicht an: "Die Lage ist so ernst, dass ich mich nicht, was sonst ganz schnell geschähe, trauen würde, meine Erkenntnisse etwa durch die Anordnung einer Sonderprüfung vertiefen zu wollen", sagte Sanio laut €uro am Sonntag.

Von wem wird er zurückgehalten? Er ist Chef einer Behörde. Also können es nur die Politiker sein.
 

Der Northern Rock Run geht heute erst so richtig los:

FTD: Banküberfall
Spiegel: Panische Bankkunden wollen ihr Geld in Sicherheit bringen
Guardian: Thousands of savers besiege Northern Rock

Da nützten alle Appelle nichts: Vergeblich hat der Chef der britischen Hypothekenbank Northern Rock versucht, panische Kunden zu beruhigen. Heute bildeten sich wieder Schlangen vor den Filialen der Bank, die in den Strudel der US-Immobilienkrise geraten ist.

Auch Landesbanken wie die LBBW und die BayernLB dürften laut Insidern von der Northern-Rock-Krise betroffen sein. In ihren umstrittenen Investmentvehikeln, die außerhalb der Bilanz installiert wurden, stecken milliardenschwere Pakete mit verbrieften, britischen Hypotheken. Zur genauen Zusammensetzung wollte man aber weder in München noch in Stuttgart eine Stellungnahme abgeben.

Tausende Briten stehen zu diesem Zeitpunkt schon im ganzen Land Schlange, um schleunigst ihre Ersparnisse aus den Banken herauszuholen. "Da ist mein ganzes Vermögen drin", sagt Peter Pye und deutet auf die Filiale in der Londoner City. Der 60-jährige ehemalige Unilehrer hat einen sechsstelligen Betrag bei Northern Rock liegen. Es herrscht Panik. Die Polizei versucht, die Massen zu beruhigen, befreit eine Filialleiterin, die von einem wütenden Hoteliers-Ehepaar bedrängt wird, das 1 Mio. Pfund nicht abheben durfte. Die Website des fünftgrößten britischen Kreditgebers liegt schon seit dem Morgen lahm. Die Schreckensnachricht hatte sich schnell verbreitet: Northern Rock kämpft mit der Pleite!

Das klingt nach nationalem Notstand. Mehr als 2 Mrd. Pfund tragen die Sparer in den ersten Stunden aus den zahlreichen Filialen. Nachrichten wie in der Großen Depression, als eine zahlungsunfähige Bank die nächste in den Strudel zog. Die Finanzmärkte reagieren stürmisch. Die Aktie von Northern Rock stürzt um 32 Prozent ab. Banktitel rund um den Globus werden belastet. Kleinere britische Institute und Hypothekenfinanzierer brechen ein. Und die Zentralbank tut das, was sie eigentlich vermeiden wollte: Mit der Rückendeckung von Finanzminister Alistair Darling gewährt sie dem bedrohten Institut einen unbeschränkten Notkredit.

Queues started forming in the early hours this morning, with some customers arriving as early as 3am.

"When you read all the reports over the weekend and you think about your money, I decided it just was not worth the risk. Why risk it when I can take it out today and put it in another account?"

Das scheint jetzt erst so richtig loszugehen. Um 3 Uhr Morgens haben schon die ersten Leute gewartet. Eine Million Pfund an Einlagen zu verlieren ist nicht ohne. Und die Ansteckung anderer Banken dürfte auch "funktionieren".
Wie es aussieht, will der Staat alle Verluste decken. Bei wie vielen Banken kann er sich das erlauben?

Noch einige Details von der JMF-Website: Northern Rock- Here's What a Bank Run Looks Like mit 2 Videos

Northern Rock has £80bn in mortgages outstanding supported by just £2bn of shareholders’ equity and £78bn of mostly short-term debt.And the company has set aside only 0.04% for bad debts. On an average mortgage lent of around £180,000, this amounts to a miniscule £67.

Äusserst dünne Kapitaldecke. Kein Wunder, dass die jetzt umfallen.
 

Was die Medien an der Northern Rock Geschichte interessiert:

Spiegel: Aktienkurs von Northern Rock sackt um 40 Prozent ab

Schwarzer Montag für Northern Rock. Der Aktienkurs der britischen Bank ist komplett eingebrochen, panische Kunden haben bereits zwei Milliarden Pfund abgezogen. Der Druck auf den Vorstand wächst - auch, weil dieser sich eine Gehaltserhöhung genehmigte, als die Krise schon abzusehen war.

Dieser Bericht ist typisch. Mit der Möglichkeit, dass die Sparer ihr Geld nicht wiedersehen, will man sich offenbar noch nicht anfreunden - das ist offenbar noch zu weit weg. Dafür beschäftigt man sich mit 2 Themen, wo man sich auskennt:
- dass der Aktienkurs massiv einbricht
- dass sich der Vorstand noch kurz vorher eine massive Gehaltserhöhung genehmigt hatte

Aber sonst scheint die Euphorie verflogen, wonach die Krise bald vorbei sein könnte.

War zu erwarten - UK-Regierung garantiert Spareinlagen:

Telegraph: Government guarantees Northern Rock funds

Alistair Darling, the Chancellor, made the announcement in Downing Street after a run on the lender by fearful savers threatened to cause a crisis in the banking system.

Queues outside the bank's branches today showed that previous assurances by executives and customers had failed to reassure customers.

To make matters worse, shares in other High Street lenders, notably Alliance & Leicester, plummeted, prompting concerns of a more widespread collapse in confidence.

Speaking at the Treasury after talks with Henry Paulson, the US Treasury Secretary, Mr Darling sought to reassure investors that the bank would remain solvent.

But he added: "Should it be necessary, we, with the Bank of England, would put in place arrangements that would guarantee all the existing deposits in Northern Rock during the current instability in the financial markets.

Noch vor einer Woche hat man getönt, Pleitebanken nicht zu unterstützen. Jetzt ist plötzlich alles anders. Man hat Angst vor der Ansteckungsgefahr.

Es gibt Informationen, dass Barclays Bank praktisch tot sei. Das ist ein anderes, viel grösseres Kaliber als Northern Rock.

Hier sieht man sehr deutlich, dass das System mit diesen Politikern in der Hyperinflation enden wird!
 

Jetzt sind die Pfandbriefe dran:

HANDELSBLATT, Montag, 17. September 2007, 15:04 Uhr
Turbulenzen bei gedeckten Anleihen
Die Liquiditätsklemme wirbelt auch den Markt für deutsche Pfandbriefe und europäische Covered Bonds durcheinander. Die Risikoaufschläge (Spreads) – die Renditeabstände der mit Hypotheken oder Staatskrediten gedeckten Bankenanleihen gegenüber den Interbankensätzen – sind für diesen eigentlich stabilen Markt drastisch gestiegen.

Die Pfandbriefe sind meist von besserer Qualität als US/UK-MBS oder gar CDOs. Aber auch diese Papiere werden jetzt als "riskanter" angesehen.


Neu 2007-09-16:

Jetzt kommen die "Superzinsen" (Leserzuschrift):

Schauen Sie sich diese Zinsen (7 % für die erste Zeit!) für ein Tagesgeldkonto mal an. Da muss das Geld sehr knapp sein! In der Vergangenheit haben die niemals so viel gezahlt! Es handelt sich hierbei um eine relativ neue Bank (etwas mehr als 1 Jahr alt) in Luxemburg nur für deutsche Kunden auch insbesondere mit schlechter Bonität (im Prinzip auch mit Schufaeintrag möglich!). Die finanzieren sich überwiegend aus den Zinsen der Kredite (echte Kreditkarten) und vermutlich auch über ihre Tagesgeldkonten sowie mit Kredite von anderen Banken (warum sonst diese hohen Zinsen).

7% - übrigens Northern Rock hat vor deren "Kalamität" auch plötzlich höhere Zinsen geboten.

Sorry, 7% sind für diese Inflationsrate und dieses Risiko noch viel zu wenig. Ab 30% könnten wir reden.

Sippenhaft und andere Ablehungen:

Kölner Stadtanzeiger: Goldige Zeiten für das Edelmetall

„Jetzt strahlt Gold wieder so viel Sicherheit aus wie lange nicht mehr“, so Schallenberger.

Allerdings ist dieses Mal nicht nur die Krisenreaktion anders. Auch die Ursachen der jüngsten Goldpreisanstiege unterscheiden sich von früheren Zeiten, sagt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, der Chefhändler beim Hanauer Rohstoffkonzern Heraeus. Denn nun seien es nicht die Spekulanten, die den Preis nach oben treiben, sondern langfristig orientierte Anleger. „Es geht vor allem um den Kauf echter Goldbestände und nicht nur um Termingeschäfte“, erläutert er. Aus allen Regionen rund um den Globus gingen Orders für Barren und Münzen ein, was sogar schon zu Lieferschwierigkeiten geführt habe.

„Das Interesse konzentriert sich auf ein enges Spektrum von Papieren. Bundesanleihen waren zeitweise fast ausverkauft“, erläutert Müller. „Die Anleger suchen nur nach dem, was wirklich Schutz bietet“, ergänzt Christoph Kind, Rentenfondsmanager beim Frankfurt-Trust. Staatspapiere aus Ländern wie Spanien oder Italien gehörten angesichts der etwas unsicheren konjunkturellen Aussichten schon nicht mehr dazu. Und Pfandbriefe würden in Sippenhaft genommen: „Man fasst nichts mehr an, was irgendwie mit den Banken zu tun hat“, beschreibt Kind das Phänomen.

Die Angst geht schön langsam herum. Man will möglichst wenig mit Bankpapieren, etc. zu zun haben.
Ob allerdings eine deutsche Staatsanleihe viel mehr Schutz bietet als andere Papiere, daran darf gezweifelt werden - siehe reale Inflation.


Neues zu Northern Rock:

Telegraph: Angry savers force Northern Rock to be sold, Why Northern Rock was doomed to fail

Northern Rock, the crisis-hit bank under siege from thousands of its customers, was preparing itself last night for a sell-off, The Sunday Telegraph can reveal.

In scenes not experienced for decades, police were needed to keep the peace at branches across the country as increasingly angry and desperate investors rushed to withdraw their funds.

However, despite many queuing from before dawn, scores were sent away empty-handed when cashiers ran out of time to serve them.

"If the run on deposits looks out of control, Northern Rock would effectively be nationalised and put into administration so it could be wound down," said an official.

Die sind hin. Morgen wird es sicher noch schlimmer weitergehen, dafür hat die Berichterstattung sicher gesorgt. Und es wird auf andere Banken übergreifen.
Man kann diese Bank nur noch auflösen (soll gemacht werden). Der "Meteor", der hier eingeschlagen hat, war doch etwas grösser:

Hier auch ein Kommentar aus dem Midas dazu:

To me the real story here is this lack of trust. If you had said to me on Thursday night even after the news first broke that there would be a run like this on Friday and Saturday then I would have smiled and said, "No way".

I have yet to see any commentators seriously saying buy gold, but I think it will start coming soon. Of course, I have not seen any references to the short position in gold amongst the central banks and investment banks nor any remarks on the risks to the entire global banking sector from "toxic derivatives"; the point made so well by Jim Sinclair and certainly not understood here. When you add these factors to the lack of trust shown - I wonder just how high gold will go.

Auch dieser Kommentator hätte das am Donnerstag noch nicht geglaubt, was sich einen Tag später abspielen wird.
Und seine Prognose, dass die Medien plötzlich Gold empfehlen, die ist schon eingetreten.

Vermutlich sehen wir solche Bank-Runs die kommende Woche weltweit - es wurde weltweit publiziert!

Und die "Profis" werden die ersten sein, die ihr Geld abziehen. Es genügt eine kleine Zahl von Leuten, die ihr Geld abzieht!


Neu 2007-09-15:

Der nächste Einschlag kommt sicher!

Aber wann, wo und wie stark?

Es ist wie bei Meteoriten-Einschlägen. Niemand kann es genau vorhersagen.

Wir leben derzeit in einer Zeit von "finanziellen Meteoriten-Schauern". Die gestrige Nachricht von der Beinahe-Pleite der britischen Northern Rock Bank hat es gezeigt. Vor 3 Tagen haben sie noch ihre Gewinn-Ziele bestätigt und dann gestern die Nachricht, dass sie von der Bank of England gerettet werden mussten. Eine ähnliche Situation wie vor einem Monat bei der deutschen IKB.

Was haben sie getan:
- sie haben langfristig vergebene Hypotheken kurzfristig am Geldmarkt finanziert
- sie haben bis zur letzten Minute öffentlich gelogen und sind dann zur Zentralbank gelaufen
- übrigens, niemand hat dort die nächste Fast-Pleite vermutet

Als die Öffentlicheit die Northern Rock Geschichte gehört hat, war die Krise eigentlich schon wieder vorbei, denn man hat die "Krise" erst nach der Rettung bekanntgegeben.

Irgendwann wird es nicht mehr funktionieren. Dann stehen die Anleger plötzlich vor den geschlossenen Türen der Bank - ohne Vorwarung. Oder bei allen Banken.

Dazu passt das aus dem Midas vom 14. September:

Yes, the intervention in the US stock market and The Gold Market was more than blatant today. You have to figure there is SERIOUS PANIC behind the scenes regarding the precarious state of financial market/banking affairs in the western world. Central bankers have to be working overtime, doing what they can to prevent bank runs all over the place. The scary thing is the problem might just be TOO MASSIVE to handle … especially if a derivatives neutron bomb goes off out of the blue.

Never fear, the PPT is here.
The only thing they have left is lies, manipulation and the printing press. They used all three today to get crude and gold down and stocks and the dollar up.

Die Panik hinter den Kulissen und speziell bei den Zentralbanken dürte wirklich massiv sein. Das gesamte Bankensystem der westlichen Welt steht an der Kippe. Irgendwann kann einen "Derivaten-Netronenbombe" aus dem Nichts hochgehen - es ist wie mit den Meteoriten. Wenn plötzlich ein Problem auftaucht, dass nicht mehr beherrschbar ist.

Was die Zentalbanker, PPT und Goldkartell wirklich noch an Arsenal zur Verzögerung des "grossen Einschlags" haben, ist Lügen, Täuschung, Druckerpresse.

Wann, wo und wie stark? unbekannt, aber Totalzerstörung des Systems ist jederzeit möglich - eben ein Derivatencrash.
Wir werden es erst erfahren, wenn die Sache bereits gelaufen ist (siehe Northern Rock).

Haben Sie gesehen, wie der Goldpreis hochgeschossen ist (wurde dann wieder gedrückt), als die Northern Rock Krise bekannt wurde. Wie weit wird er erst bei einer richtigen Bankenpleite hochfahren? $750, $800 oder noch höher?
 

Leserzuschrift aus Deutschland - Warnung bereits im Radio:

Radiowarnung vor jederzeitigem Zusammenbruch einer Großbank
Es wird immer interessanter: Seit spätem Nachmittag meldet unser „Staatsender“ Bayern 5, dass mit einem jederzeitigen Kollaps einer Großbank im Zusammenhang mit der Bankenkrise gerechnet werden muß !!!

Langsam wachen auch die Dümmeren auf.

Interessant, sollte auf jeden Fall ernst genommen werden. Lange können sie das Bankensystem nicht mehr halten!
 

Der nächste Fall wieder in Deutschland?

Welt: Die Einschläge kommen immer näher

Die Immobilienkrise in den USA hat Europa erreicht. Britische Währungshüter mussten bereits Kollaps des Baufinanzierers Northern Rock abwenden. In Deutschland schockierte Interhyp die Anleger. Deutschen Geldhäuser stehen nun vor der Bewährungsprobe.

Niemand weiss wirklich, wo der nächste Einschlag ist. Aber es gibt offenbar Vorahnungen.
 

Weitere Informationen zur Northern Rock Krise:

SkyNews: Late Queues For Anxious Customers mit Video
Welt: Kunden räumen panisch Konten bei Krisen-Bank
Telegraph: The crunch from the Rockies to Northern Rock , Police help to disperse Northern Rock queues

Customers have ignored pleas for calm and spent a second day queuing to withdraw money from branches of Northern Rock as the bank's shares crashed.

Around £1 billion was already withdrawn yesterday despite the bank's attempts to reassure panicking customers that their money is safe.

Long lines formed at 72 branches across the country even before counters opened this morning, after the bank admitted to asking the Bank of England for emergency funding.

Die britische Bank Northern Rocks hat ein weiteres Milliarden-Problem. Nachdem die britische Notenbank dem Bau-Finanzierer mit Geld aushalf, haben Kunden bereits mehr als 1,5 Milliarden Euro von Konten bei Northern Rocks abgezogen. Vor den Filialen der Bank standen die Menschen Schlange. Sie wollten so schnell wie möglich ihr Geld in Sicherheit bringen. Trotz aller Aufrufe zur Ruhe herrscht angstvolle Stimmung unter den Bankkunden. Die Szenen erinnern an Inflationszeiten und Wirtschaftskrisen.

Das Online-Banking brach nach Angaben von Kunden zeitweise zusammen, einige Filialen mussten ihre Öffnungszeiten verlängern. Eilig bemühten sich Politiker, die rund 1,5 Millionen Kunden zu beschwichtigen. "Die Menschen können ihre Konten wie immer nutzen, Northern Rock ist in der Lage, das Geschäft weiter zu führen", sagte Schatzkanzler Alistair Darling. Die Bank selbst sprach von "business as usual", Mitarbeiter verteilen Umschläge mit einer Mitteilung des Unternehmens. Die Botschaft: "Ihr Erspartes ist bei Northern Rock sicher."

Business als Usual? Hahaha. Die Website funktioniert auch wie normal? Hier eine Leserzusendung:

schon mal testweise probiert ins Online-Banking der Northern Rock vorzudringen?
(http://www.northernrock.co.uk/savings/online-savings/apply-online/popup.htm?Module=SSO@CCustomerLoginView)

Egal zu welcher Tages- und Nachtzeit man es versucht - keine Chance. Auf der ersten Seite bekommt man eine Vorwarnung auf längere Wartezeiten ("You may find logon times for your online accounts are longer than usual. We apologise for this but please be patient, we can assure you that we will be able to deal with your transaction."). Nach dem nächsten Klick geht dann gar nichts mehr ("Unfortunately, the system is currently very busy.
We apologise for any inconvenience caused and ask that you try again later. Thank you for your patience in this matter.").

Normalerweise wartet ein Browser einige Zeit, bis er feststellt, dass ein Server nicht antwortet; hier bekommt man die Fehlermeldung in Sekundenbruchteilen - seltsam nicht?

Ich glaube nicht, dass das System auch jetzt am Wochenende noch so überlastet ist. Meiner Ansicht nach wird hier vorsätzlich verhindert, dass jemand sein Guthaben abzieht.

Das ist nicht gerade eine vertrauensbildende Maßnahme. Da werden die Schlangen vor den Filialen am Montag sicher noch länger werden.

Das Online-Banking werden wohl alle Banken als erstes kappen, wenn sie in Schwierigkeiten geraten.

So ist es. Das Online-Banking wurde zuerst gekappt (wie letztes Jahr auch bei der Bawag-Krise). Die lügen (wie alle Banken) bis zur letzten Sekunde.
Diese Northern Rock Kunden die hier ihr Geld abheben, reagieren spät, aber wahrscheinlich noch rechtzeitig vor dem endgültigen Untergang.
Nicht vergessen, der Run war heute noch schlimmer als gestern.

Dazu aus Bill Bucklers "Gold This Week" voen heute:

The British Want Their Money Back
"Yesterday something happened that I have not seen in my lifetime, a run on a major British bank."
Panic on the streets of Britain: Northern rocked, City shocked Hamish McRae - The Independent (UK) - September 15, 2007

We do not know Mr Mcrae's age, but we do know that he became the Financial Editor of the Guardian in the UK back in 1975, so he has certainly seen as a knowledgeable adult the full span of the global "fiat-currency" era which began in 1973. Over that period, there has been no shortage of "bank runs" in the world - in Asia, in Africa, in Latin America et al. The difference is that THIS one, like the one which took place about a month ago in California, is taking place in one of the two "epicentres" of global finance. It is also taking place in an English-speaking nation, the group of nations from which came the theory that "modern" Central Banking and monetary "management" practices have made such occurrences impossible. Clearly, they have not.

The news about the run on the Northern Rock, a major British bank which has 1.4 million retail depositors and 800,000 mortgage customers, is all over the internet. British TV news programs ran pictures of customers lined up from the tellers' windows in some cases out into the streets. The bank is headquartered in Newcastle and has branches all over the UK. It is a MAJOR financial institution.

There have been interviews published with people waiting in line to withdraw their deposits. Many but by no means all of them are elderly, in their 60s and 70s. Typical of the "older" generation was a comment by a 75 year old man that he was "horrified" to hear about Northern Rock's request to the Bank of England for emergency funding. Another said this: "Why leave your money in a bank that obviously has major problems? I'm not young and I don't have a chance to make it back again".

Strip the verbosity out of any statement by any bank or financial official "assuring" the public that all is well and you will be left with something very similar to her quote above. It's true, for example that "the Bank of England (or any other Central Bank) "don't lend money to just anybody." A Central Bank lends money in extremis to financial insitutions in its care which can't get the money anywhere else.

Dieser Bank-Run hat einen Unterschied zu anderen Ereignissen dieser Art. Er passiert nicht in einem Entwicklungsland, sondern ein einem Epizentrum des globalen Finanzsystems. Das macht einen wesentlichen Unterschied - für die Welt.

Diese Frage eines Northern Rock Kunden ist grundvernünftig: Warum sollte man sein Geld in einer Bank lassen, die offensichtlich massive Probleme hat?

Noch etwas Wichtiges: Eine Zentralbank leiht Geld an Banken nur, wenn diese sonstwo nirgends mehr Geld bekommen. So viel zu den Geld-Injektionen der Fed und EZB des letzten Monats.

Auch deutsche Banken hatten ihre Finger in Northern Rock - Spiegel: Krise der britischen Hypothekenbank Northern Rock trifft deutsche Fonds

Wie die amerikanischen Branchenkollegen hatte Northern Rock jahrelang Immobilienfinanzierungen an Investoren weiterverkauft. Die komplexen Finanzinstrumente haben so schillernde Namen wie Granite, Dolerite und Whinstone. Auch deutsche Fonds deckten sich mit den großzügig verzinsten Papieren ein. So halten etwa DWS-Fonds laut Halbjahresberichten Positionen von Granite. Allianz-Fonds investierten in Granite und Dolerite. "Diese Papiere leiden alle", sagt Dominique Linder, Experte für besicherte Wertpapiere bei der Allianz. Da Northern Rock für die verkauften Hypotheken immer noch die Abwicklung der Zinseinnahmen übernehme, "besteht nun bei Investoren die Angst, dass es dort zu Störungen kommen könnte". Auch Landesbanken wie die LBBW und die BayernLB dürften laut Insidern von der Northern-Rock-Krise betroffen sein.

Das gibt es nicht. Haben sich sich zuerst die Finger mit US-Schrott verbrannt, jetzt hier wieder.
 

Etwas zu Bank-Runs aus dem Midas vom 14. September:

Just listening to David Weiss [chief economist from Standard & Poors, N.Y.] being interviewed on Canada’s Business News Network. He’s explaining that we’re ‘just’ experiencing a good ole fashioned bank run. He said, "if Central Banks allow this to happen – allow people to take all their money out of banks – then the financial system will simple seize up".

Wenn Zentralbanken soetwas erlauben (alles Geld aus den Banken holen), dann friert das Finanzsystem ganz einfach ein.

Wer will sein Geld vor dem Einfrieren haben, und wer nachher?

Soll man denen noch trauen?

Netzeitung: Bundesbank beruhigt deutsche Sparer

Die Sparkonten in Deutschland sind durch die Immobilienkrise in den USA nicht gefährdet, versichert die Bundesbank. Auch die EZB versucht, die Nervosität mit wohl gewählten Worten zu reduzieren.

Bankkunden in Deutschland müssen nach den Worten von Bundesbank-Präsident Axel Weber wegen der Krise auf den Finanzmärkten nicht um ihre Einlagen fürchten. In Deutschland gebe es eine weit reichende Einlagensicherung, sagte Weber am Freitag im nordportugiesischen Porto nach Beratungen der EU-Finanzminister und der Notenbankchefs.

Leserkommentar dazu: na dann fühlen wir uns doch alle wohl.

Diesen Artikel habe ich gerade abgespeichert, um ihn später als "Lüge" hervorzuholen, wenn es gekracht hat.

Lach und Brüll, Brüll und Lach: Glaubt soetwas wirklich noch jemand?

Leserzuschrift zu Einlagensicherung in Deutschland:

anbei ein Zitat zu den Äußerungen von Herrn Weber ("Bundesbank beruhigt deutsche Sparer") aus der Netzeitung / Systemkrise heute:

"Das Sicherungssystem greift nicht ein im Fall einer allgemeinen Krise der Geldwirtschaft."

"Wenn ein Bankenzusammenbruch einen Fonds überfordert oder gar das Bankensystem als solches in seinem Bestand gefährdet, ist es Sache der Regierung bzw. des Gesetzgebers zu entscheiden, wie ..... dem Problem begegnet wird."

Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Juli 1992 S. 4 und 5 zu dem Thema "Einlagensicherung in der Bundesrepublik Deutschland"

Sprich: in einer Krise wie jetzt kann man die Einlagensicherung vergessen - jeder für sich!
 

Zu gierig gewesen - jetzt mögen sie die LBO-Schulden nicht mehr:

BÜSO: Großbanken versuchen verzweifelt sich fremdfinanzierter Schulden zu entledigen

Großbanken suchen verzweifelt nach Wegen sich der mehr als 350 Mrd. $ LBO-Schulden (Leveraged Buy-Out Schulden) zu entledigen, die sie sich beim Finanzieren von „private equity“-Geschäften eingefangen haben. Da sich für diesen Haufen Papier keine Käufer mehr finden lassen, haben die Banken damit begonnen, die LBO-Schulden in Häppchen zu kleinen Vergünstigungen gegenüber ihrem nominellen Wert herauszugeben.

Anfang Juni 2007 konnten sie nicht genug davon bekomen - wie sich die Zeiten ändern.

Aber vielleicht nehmen die Zentralbanken soetwas. Diese akzeptieren offenbar auch schon Toilettenpapier als Pfand für Kredite.
Sorry, die Bank of England aber nicht. Oder doch, wenn es der Oberboss befiehlt?


Neu 2007-09-14:

Die Banken trauen einander immer noch nicht richtig:

HELSINKI, Sept 13 (Reuters) - It will take months for financial markets to return to normal conditions, not weeks, European Central Bank governing council member Erkki Liikanen said on Thursday.

"The faster the transparency increases on the market, the faster markets will normalise ... it's not a question of weeks, more a question of months, " Liikanen told reporters.

Euro zone banks are unwilling to lend to each other for terms of much longer than a week due to uncertainty about which of them may be exposed to U.S. subprime mortgage defaults. Three-month interbank rates are at their highest levels since May 2001.

Dazu passt auch das: The Second Sighting

Come to think of it, if the Banks don't trust each other with lending funds, why should you? Surely a risk premium on your savings, giving you a higher yield, should be in place? Maybe its time to check out your Bank, do a bit of research and confirm its health and what protection your cash has?

Banks are no better off than over stretched sub-prime mortgage borrowers. They need an income stream from lending to ensure they can pay the liabilities they owe to savers, savers that will demand higher yields. Its unsustainable and its going to stop, soon.

So, my forewarned reader, will you be leaving your money in a "sub-prime" bank?

Da fällt es einem wie Schuppen von den Augen:

Warum sollte man einer (Subprime-) Bank sein Geld anvertrauen, wenn diese untereinander nicht mehr trauen?

Das beste Argument für das Geldabheben seit langer Zeit! Für jene, die es einfach brauchen: Eric Sprott
 

Nur ein Hauch von Weltwirtschaftskrise?

Handelsblatt: Ein Hauch von Weltwirtschaftskrise

Der führende britische Baufinanzierer Northern Rock ist das bislang größte Opfer der weltweiten Kreditmarktkrise auf der Insel. Die Filialen werden von verängstigten Kunden belagert, die ihr Geld in Sicherheit bringen wollen. Dabei hatte die Bank eigentlich alles richtig gemacht.

Alles richtig gemacht? Das war einer der aggressivsten Kreditverteiler. Siehe auch weiter unten.

Bisher nur ein "kleiner" Einschlag. Wie bei Meteoriten weiss man nie genau, wo, wann und in welcher Stärke sie einschlagen.
Das sollte uns eine Lehre für den nächsten "Einschlag" sein!

 

Geht es in England jetzt richtig los?

ORF: Größter britischer Hypothekenanbieter in Notlage
Spiegel: Notenbank muss britischen Baufinanzierer retten

Der britische Baufinanzierer Northern Rock hat einem Medienbericht zufolge die Bank von England wegen einer finanziellen Notlage um Hilfe gebeten. Das Unternehmen stehe zwar nicht vor dem Zusammenbruch, berichtete die BBC heute ohne Nennung von Quellen auf ihrer Website.

Allerdings zeige das Hilfsersuchen das Ausmaß der weltweiten Finanzprobleme, die durch die Krise auf dem US-Hypothekenmarkt entstanden waren. Northern Rock war im ersten Halbjahr der größte Hypothekenanbieter in Großbritannien.

Der Hilferuf war drastisch, die Reaktion außergewöhnlich: Der britische Baufinanzierer Northern Rock ist durch die US-Hypothekenkrise in Schieflage geraten - mit einer kurzfristigen Finanzspritze sprang die Bank von England ein. Der Rettungseinsatz beunruhigt die Finanzmärkte.

Ein dicker Brocken. Gestern hat die Bank of England noch getönt, bei soetwas nicht eingreifen zu wollen.
Aber sie haben wohl den Befehl vom "Chef" Gordon Brown (der selbe, der das UK-Gold verkauft hat) bekommen. Kein Rückgrat.

PS: N-TV berichtet, dass vor den Northern Rock Filialen die Leute um ihr Geld Schlange stehen - ein Bank-Run.
Siehe auch hier und hier, sogar Schlägereien vor den Filialen:

 

PPS: Vor 3 Tagen haben sie noch ihre Jahresziele bestätigt -ähnlich wie IKB.

Niemand kann vorhersagen, wo diese Krise das nächste Mal zuschlägt.
 

Den "Wirtschaftsweisen" dämmert es auch schon:

Spiegel: Bofinger rechnet mit anhaltender Finanzkrise

Die Weltwirtschaft wird sich deutlich abkühlen - das glaubt der Wirtschaftsweise Peter Bofinger. Grund dafür ist seiner Meinung nach die kriselnde US-Wirtschaft, von der sich auch Europa nicht abkoppeln könne. Ein rasches Ende der internationalen Finanzkrise erwartet Bofinger deshalb nicht.

Lange haben sie dafür gebraucht.

Asset Backed Commercial Paper mit kräftigem Abschlag:

Russ Winter: The Death of Abnormal Part II: China

Kommentar#14 (Lee Adler):

My sources tell me that holders of ABCP are only getting back 50 cents on the dollar as the paper matures. The rest they have no choice but to extend the maturities.

Das ist böse. Wer nicht überrollen will, bekommt nur mehr 50%. Und das bei einer der "sichersten" Anlageformen - Commercial Paper.

Kein Wunder, dass wir erst 10% des Problems gesehen haben, wie Martin Weiss meint.
 

Dämmerung bei den Wallstreet-Göttern:

Yahoo: Merrill warns of securities value adjustments

NEW YORK (Reuters) - Merrill Lynch & Co (MER.N) warned on Friday that shaky credit markets forced the world's largest brokerage to adjust the value of securities linked to risky subprime mortgages and other products, in a move that could hurt third-quarter profit.

Offenbar sind die Verluste zu gross geworden, um sie in der nächsten Bilanz noch verstecken zu können.

Das Flaggschiff des Obergottes in Problemen - Mike Shedlock: Huge Carry Trade Blowup at Goldman

Here is my take. There is no real analysis or brilliant programming going on in any of these quant funds. Every damn one of them is trained to but the dip in anything and everything (with enormous leverage). They are all trend followers that will fail spectacularly when the trend changes. Leverage guarantees it. Buying the dip works until it doesn't. When it doesn't it results in a tremendous number of blowups.

Die beissende Kritik von Mike Shedlock ist völlig berechtigt. Dieser Global Alpha Fond ist nicht besser als die übrigen Computer-Fonds.
Selbst ein Blinder hätte ertasten können, dass es nicht ratsam ist, australische Dollars mit Yen-Krediten zu kaufen, wo der Yen schon im Steigen war.


Neu 2007-09-13:

Hier kommt die nächste Junk-Pleitewelle:

Mike Shedlock: Commercial Real Estate Abyss

I'm sticking with that story. So here we are, right near the tip top in commercial real estate insanity where no price was too high to pay for a building on the silly belief that property values would continually rise and lease prices right along with them. Few bother to note that commercial real estate is now staring over the abyss. Given how rapidly investor psychology is changing in this sector, it won't take much now to send it over the edge.

Auch diese Kredite für Bürohäuser, Strip-Malls etc. wurde in Papier (CMBS, CDO) verwandelt und weltweit verkauft. Meist mit 95% finanziert. Bricht jetzt auch zusammen. Noch mehr Junk-Papier aus Amerika wird weltweit auftauchen.

Was wir bisher gesehen haben, ist erst 1/10 des Problems (Martin Weiss, Jim Sinclair).

Passen Sie auf, dass Ihnen das nicht passiert:

Aus dem Midas vom 12. September:

The other night an individual I know who is a high net worth investor phoned me to tell me that RBC had transferred his US dollar margin account cash into their money market fund. They did so without his consent yet on his month end statement the move was shown as solicited. The amount was well over $100,000 US and he was able to get it straightened out with a call to his broker. Apparently RBC instructed all their offices to transfer any idle cash into their money market fund.

Clearly there is a liquidity issue at play here and as I looked into things I found that RBC's money market fund has almost a 50% exposure to ABCP ( asset backed commercial paper).

Just by chance I discovered that on August 16 , most chartered Canadian banks entered a standstill agreement ( Montreal Proposal ) in which they agreed not to sell ABCP into the market until October 15. The banks will cover mmf redemptions out of their own capital until then.This gives the banks until the third quarter to write this stuff down and this ensures that the losses will not be apparent until the new
year. When you consider that fully a third of Canadian money market funds are composed of ABCP this does not bode well for fund returns which , by the way; are NOT CIDC insured. If the banks have to eat the losses on this stuff without a bailout from the Bank of Canada, it will have a dramatic effect on their equity values as well.The writing is on the wall for those who care to see it.

Diese kanadische Bank hat doch das Geld auf den Broker-Konten seiner Kunden OHNE DEREN WISSEN UND ZUSTIMMUNG in deren eigenen notleidenden Geldmarktfond gegeben. Damit wollen diese Banken offenbar verhindern, dass deren Geldmarktfonds diese ABCP verkaufen müssen, die derzeit nicht verkäuflich sind. Eine Art Löcherstopfen am Rücken der Kunden!

Beisst die Kreditbremse schon?

Bloomberg: Alcatel-Lucent Shares Plunge After Slashed Revenue Forecast

Alcatel-Lucent SA, the world's biggest maker of telecommunications equipment, fell the most in more than two years in Paris trading after cutting the forecast for 2007 sales on disappointing orders from North America.

``This is the worst combination of mergers,'' said Lindberg. ``These companies were never made for each other. It's a cultural mismatch.''

Oder ist es eine Nachwirkung dieses "unnatürlichen" Mergers? Wohl beides. Telekom-Ausrüster reagieren sehr empfindlich auf die Kredikonditionen, da deren Kunden ihre Investitionen auf Kredit finanzieren. Viele Dieser Mergers werden jetzt "den Bach hinuntergehen", besonders so kulturell fremde wie die einer französischen und einer US-Firma. Was sich wohl die Architekten dabei gedacht haben?

Ein Hedge-Fonds-Blutbad der besonderen Art?

Handelsblatt: ABN und der große Knall

Derzeit ist auf den Finanzmärkten nur eines sicher: die Unsicherheit. So wird in London mittlerweile eine Transaktion von internationalem Ausmaß angeweifelt – und die Beteiligten haben Angst, dass ein bislang unvorstellbares Schreckensszenario wahr wird.

Wenn diese Hedge-Fonds jetzt immer noch bei ABN Amro drinnen sind, dann sind sie verrückt. Seit einiger zeit funktioniert keine grosse Übernahme mehr.

Ist dort noch jemand versichert?

Spiegel: Allianz will massenweise US-Kredite kaufen

Alle anderen ziehen sich aus dem Hypothekenmarkt zurück, da steigt die Allianz im großen Stil ein. Für zwei Milliarden Dollar will die Tochter Pimco amerikanische Darlehen kaufen. Die sind zwar in Verruf geraten - dafür aber schön billig.

Bill Gross @ Work. Entweder weiss er von er von einem grossen Bailout durch Fed und US-Regierung oder es ist pure Spekulation.

Commercial Paper Markt immer noch tot:

FTD: US-Finanzierungsmaschine stockt

Kurzfristige Geldmarktpapiere finden kaum noch Käufer. Die Flaute ist ein Schlag für die Banken, die höhere Risikoprämien zahlen müssen.

Offenbar ist es nicht gelungen, diesen Markt wiederzubeleben. Anfang nächster Woche kommen die wirklich grossen Rollovers. Dann werden wir sehen, was noch steht.

Auch der Interbanken-Markt ist weiterhin tot:

FTD: Am Geldmarkt ist nichts mehr, wie es war

Die Geschäftsbanken misstrauen sich gegenseitig. Sie fürchten, dass hohe Zahlungsverpflichtungen aus der Kreditkrise auf sie zukommen. Die Notenbanken erweisen sich als ratlos.

In diesem denkwürdigen August geschah, was normalerweise nie vorkommt: Der Geldmarkt fror ein. Banken, die dringend Geld benötigten - am Geldmarkt heißt dringend binnen einer Viertelstunde - mussten massive Zinsaufschläge zahlen. Am Geldmarkt schlägt sich die Kreditkrise extrem deutlich nieder. Denn trotz massiver Interventionen der Zentralbanken hat sich die Situation auch im September nicht entspannt. Für drei Monate laufende Gelder müssen weit höhere Zinsen als jemals seit 2001 bezahlt werden. Schlimmer noch: Aktuell sind solche Laufzeiten gar nicht mehr erhältlich. All das deutet darauf hin, dass die Banken selber den schlimmsten Teil der Kreditkrise noch vor sich sehen: Sie trauen dem Geschäftspartner weiterhin nicht und horten Geld.

Nichts hat sich also seit Mitte August verbessert und die Zentralbanken sind ratlos.
Sieht nicht gut aus. Irgendwann wird wohl eine Bank kollabieren, dann geht es richtig los.

Hier ist eine Lösung - Bloomberg: Ease Money-Market Crisis by Letting Banks Go Bust

Das wäre: die Banken mit den grössten Problemen sterben lassen. Das wagen unsere Zentralbanker nicht, also prolongieren sie den derzeitigen Zustand.

Interessant, dass in diesem Artikel der EZB und der Fed vorgeworfen wird, "low grade collateral" = Mistpapiere zu akzeptieren.
Das heisst für den Investor, nicht nur aus dem Dollar, sondern auch aus dem Euro zu verschwinden. Beide sind zu politischen Vehikeln verkommen, die jetzt ohne jede Rücksicht inflationiert werden. Gut für den Goldpreis!

Wenn der Bank-Run wirklich losgeht:

Dann sieht es ähnlich aus: Blutige Schnäppchenjagd

Hier war es die Gier bei einer Media-Markt-Eröffnung. Bei einem Bank-Run regiert aber die Angst. Eine noch viel stärker Emotion.
Dann sollte man sein Geld schon abgehoben haben, um nicht vor der Masse zertrampelt zu werden.


Neu 2007-09-12:

Die "grosse" Bank of America bettelt schon um Geld bei kleinen Firmen:

Aus dem Midas vom 11. September:

A quick note to pass along an interesting call I received last week. I am a CFO for a small company that has a banking relationship with B of A. One of the B of A treasury reps called to try and convince me to switch my cash investments (sweep) out of a t-bill based money-market and into overnight repurchase agreements with the argument that with the recent volatility of Treasuries, the repos would give me a better yield and be just as safe as T-bills. He followed up with another call today to see if I wanted to make the switch. The fact that they are targeting their small business customers to scare up liquidity (with at best an inaccurate sales pitch) is a clear indication of how bad things are getting.

Sie die die so knapp bei Kasse? Die Frage ist auch, was ist in den Repos drinnen, die sie da anbieten? Subprime-CDOs?
Der Verdacht drängt sich auf, dass hier "unbedarfte" Kleinfirmen drankommen sollen. Kann bei uns auch passieren!

Noch gehen sie in Staatsanleihen:

FAZ: Run auf Bundesschuld drückt Verzinsung unter Leitzins

Aber wehe, wenn sich das umdreht (im mai war es schon fast soweit). Das Phänomen ist übrigens weltweit.

Umkehr wenn die Zentralbanken ihr Pulver verschossen haben: Börsianer als Fed-Junkies

Und sie denken nicht weiter. Wir schon!
 

"Helicopter" Jean-Claude pumpt schon wieder:

FTD: EZB pumpt 75 Mrd. in den Geldmarkt

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat dem Termingeldmarkt zusätzliche Kredite in Höhe von 75 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt. Das ist deutlich mehr als erwartet. Die Nachfrage der Banken war so hoch wie noch nie.

Der Tender mit einer Laufzeit von drei Monaten sei ab einem Zins von 4,35 Prozent zugeteilt worden. Der Durchschnittszins habe 4,52 Prozent betragen. Das teilte die EZB am Mittwoch mit. Insgesamt hatten 140 Banken Gebote über 139 Mrd. Euro abgegeben. Das Refinanzierungsgeschäft läuft am 12. Dezember aus. Beim letzten außerordentlichen Tender waren 40 Mrd. Euro zugeteilt worden. Es ist das zweite Mal, dass die EZB seit ihrem Bestehen so in den Markt eingreift.

Die 139 Mrd. Euro stellen einen Rekord dar und zeigen auf, wie groß der Hunger nach Zentralbankgeld derzeit ist. Beim letzten regulären Tender Ende August hatten die Banken für ein Volumen von 50 Mrd. Euro Gebote in Höhe von 119,75 Mrd. Euro abgegeben.

Banken-Hunger? das kann man wohl sagen. Dieser 3-Monats-Tender ist keine kurzfristige Aushilfe, sondern Verlustabdeckung. Da dürfte es real schon jede Menge von Bank-Leichen geben, die aber dank solcher Geldspritzen noch am Leben erhalten werden. Wie die regulären Wochen-Tender werden auch diese immer grösser. Eigentlich wollten die Banken € 139 Mrd haben, hatten aber offenbar keine genügenden Sicherheiten - wie immer soetwas heute aussieht.

PS: hat jemand einen besseren Titel für Trichet - ähnlich Helicopter Ben. Ein neuer Wettbewerb?

USA- Bankenrettung durch die Hintertür:

Bloomberg: GMAC Gets $21 Billion in Citigroup Funding for Auto, Home Loans
Immobilienblasen: throwing good money after bad money

Die Todesmonster GMAC und Countrywide will man offenbar unbedingt erhalten.
Also müssen Banken ihnen neues Geld geben, das diesen dann offenbar von der Fed (oder sonst jemand) ersetzt wird.

Offenbar ein Befehl vom Imperator, damit dieser nicht "nackt" dasteht.


Neu 2007-09-11:

Die EZB-Tenders werden immer gewaltiger:

AFP: ECB makes 269-billion euro refi offer as market tensions persist

Das war ein 7-Tage Tender. Diese Summen werden immer wahnsinniger. Das System liegt wirklich schon am Boden. Nur der Totengräber ist noch nicht gekommen.
 

Heuschrecken ohne "Covenant Lite":

Handelsblatt: KKR geht für Megadeal ans Eingemachte , Hauen und stechen

Das Ringen zwischen Banken und Private-Equity-Fonds um die noch offenen Übernahmefinanzierungen geht in die entscheidende Runde. Um einen Megadeal zu retten, ist der Finanzinvestor KKR erstmals zu einem ganz besonderen Zugeständnis bereit – und setzt damit innerhalb der Branche ein wegweisendes Zeichen.

Soso, die Heuschrecke KKR gibt jetzt bei den Zinsen und Kreditbedingungen nach. Die Banken sitzen immer noch auf riesigen Krediten aus diesen Deals. Am Ende werden wohl Heuschrecken und Banken gemeinsam daran ersticken. Diese Branche ist definitiv tot. Vor 3 Monaten war sie noch am Höhepunkt - so schnell geht das.

Auch Trichet macht schon den Krisen-Mund auf:

ChannelNewsAsia: Central bankers warn sub-prime crisis could hit whole US economy

The crisis in the US housing market risks spreading to the whole of the nation's economy, European Central Bank chief Jean-Claude Trichet said on Monday on behalf of world central bankers.

Trichet was speaking in his capacity as head of the G10 group of central bankers from industrialised and emerging economies, who met at the Bank for International Settlements (BIS) here.

"There is a probability of fallout on the real economy in the USA," Trichet said.

Der Rest der Weltwirtschaft ist in gutem Zustand wenn gerade die Banken kollabieren?

Gerade habe ich eine Zuschrift bekommen, dass in Russland und Kasachstan (beide schwimmen in Ölgeld) reihenweise riesige Projekte auf Eis gelegt werden, da es keine Kredite mehr dafür gibt.

So passiert es, wenn Finanzinstitutionen schliessen (USA):

Bloomberg: Retirement Funds Vanish as Bankruptcies Hit Tax-Deferred Scheme

Marsha Slotten's bad news came in April by e-mail, from a tipster warning that the company holding her retirement nest egg had collapsed.

After racing in a panic to the office of Southwest Exchange Inc. outside Las Vegas, she found a locked door and a sign saying the staff was ``in training.'' It never reopened.

``I was devastated,'' said Slotten, 58, who said she was forced to cancel early retirement after the disappearance of $2.74 million she made selling a strip mall. ``I thought I knew what I was doing, but now my nest egg, my retirement plan, is gone.''

Diese 1031 Exchanges werden in den USA zum Zwischenparken von Geld genützt, das von einem Immobilien-Investment zu einem anderen steuerfrei verwendet werden soll. Sind also eine Art von Treuhandkonten. Die Betreiber haben die Gelder trotzdem zum eigenen Löcherstopfen verschwendet.

Dann schliessen sie still und heimlich: "Personal ist auf Training", etc. Auch bei uns wurden schon Gelder auf Treuhandkonten von Anwälten und Notaren veruntreut.

Das ist "Counterparty-Risiko". Man weiss nicht, was mit dem Geld geschieht und ob man es je zurückbekommt.

Noch mehr Put-Optionen werden gekauft:

BörseOnline: Profis kaufen Puts

Wie BÖRSE ONLINE aus gut informierten Kreisen erfahren hat, wurden zu Wochenbeginn am Terminmarkt Puts in großem Stil gekauft. Mit den Verkaufsoptionen sichern Anleger entweder Bestände ab oder spekulieren auf weiter fallende Kurse. Die Aufträge seien groß, kämen aber nur von wenigen Adressen, so ein Marktteilnehmer. Am Parkett wird daher spekuliert, einige Adressen befürchteten eine Ausweitung der Subprime-Krise und gingen von weiter fallenden Kursen aus.

Neue Bin Laden Trades?

PS: es gibt Indizien, dass es am Freitag in den USA ein neues 9/11 geben könnte - aber noch nichts publizierbares.


Neu 2007-09-10:

Commercial Paper Kollaps:

FTD: Markt fürchtet Kollaps bei Schuldpapieren

Den Finanzmärkten droht eine neue Krise, weil in dieser Woche rund 130 Mrd. $ an kurzfristigen Schuldverschreibungen, sogenannten Commercial Papers, fällig werden. Das zurückerhaltene Geld wird üblicherweise sofort in neue Papiere investiert, was Beobachter wegen der Nervosität am Markt aber für kaum noch vorstellbar halten. Dadurch sind Finanzierungsengpässe absehbar.

Alle wichtigen Autoren sehen diesen Kollaps als das grösste Problem an. Das wird die Banken und die Firmen umreissen.
Die nächste Woche ist entscheidend, speziell in Europa.

Alles bankrott? - BÜSO: Die sind alle bankrott

Beginnt der richtige Bankenkollaps in UK?

BÜSO: Barclays und Royal Bank of Scotland sitzen auf vielen (!) Kredite fest

Berichten der Financial Times vom Samstag zufolge, hat Barclays Capital (BarCap) $11,5 Mrd. an ausstehenden Krediten für fremdfinanzierte Übernahmen, die sie noch nicht weiterverkaufen konnten. Mit $12 Mrd. habe nur Citigroup mehr an solchen vergebenen Krediten als BarCap und den dritten Platz nehme die Royal Bank of Scotland (RBS) mit $9,2 Mrd. ein. Insgesamt stünden in Europa $75 Mrd. an Krediten für fremdfinanzierte Übernahmen aus, für die USA sei die Summe bei $250 Mrd. Laut Financial Times sitzen die Banken auf den Krediten fest, da Hedge Fonds von ihren geplanten Übernahmen abgesprungen sind.

Dieses Problem haben nicht nur die britischen Banken. Inzwischen scheint sich bei diesen LBO-Krediten ein Desaster zu entwickeln.

Schön langsam kapieren die Banker die Krise:

Handelsblatt: Finanzmärkte fürchten neue Turbulenzen , Notenbanken sitzen in der Falle

Mit höchster Nervosität starten die Finanzmärkte in die neue Woche. Nach den starken Kursverlusten in Europa und den USA zum Wochenausklang erwarten Experten weiter stark schwankende Notierungen. Die US-Arbeitsmarktdaten, die schwächer als erwartet ausgefallen waren, schüren die Angst, dass die Krise der Finanzmärkte auf die Realwirtschaft überspringt. Britische Banker sehen die Finanzbranche in der schlimmsten Krise seit 20 Jahren und warnen vor einer weiteren Verschlechterung der Lage in den kommenden Tagen.

Das Überspringen auf die Realwirtschaft. Das fürchten speziell die Politiker am meisten. Wird sich aber nicht verhindern lassen.
Und der Goldpreis steigt weiter, das lässt Zinssenkungen nicht zu. Sie sitzen tatsächlich in der Falle. Dürfte ein bonunsarmes Jahr werden.

Japanische Wirtschaft schrumpft wieder:

Bloomberg: Japan's Economy Contracts a More-Than-Expected 1.2%

Es geht jetzt weltweit synchron abwärts.

Schöne Interaktive Grafik zur Krise:

WIWO: Die Lunte schwelt

Fast überall "brennen" die Banken. Hier sieht man sehr schön, wie global die Krise ist.

"Insider-Käufe" - Zeitungsente oder Realitätsverlust:

Handelsblatt: Insider-Barometer auf Vier-Jahres-Hoch

Die Auswirkungen der Krise auf dem US-Hypothekenmarkt belastet die Stimmung an den Aktienmärkten, bremst aber nicht die Zuversicht vieler Top-Manager. Denn die kaufen immer noch kräftig Aktien ihres Unternehmens. Das Insider-Barometer legt weiter zu und ist um zehn auf insgesamt 165 Punkte gestiegen. Das ist vor dem Hintergrund der Finanzkrise aber nur auf den ersten Blick erstaunlich.

Vermutlich wohl beides: lancierte Information zum Systemerhalt, aber auch Realitätsverlust der Manager. Diese haben immer noch nicht kapiert, was los ist.
Nicht vergessen: das sind keine "Investoren", sondern "Angestellte" - total verschiedene Mentalitäten.


Neu 2007-09-09:

Jetzt merken es auch die Gurus:

Welt: Der richtige Crash kommt erst noch

Jeremy Grantham verwaltet in den USA ein Milliardenvermögen. Zu seinen Kunden zählen Dick Cheney, John Kerry, Exxon Mobile und die Weltbank. Die derzeitigen Schwächeanfälle der Finanzmärkte hält er nur für das Vorgeplänkel für einen dramatischen Absturz.

Ein Mann sieht schwarz: Für den Vermögensverwalter Jeremy Grantham sind die aktuellen Abwärtsschwünge am Aktienmarkt erst der Anfang: „In den vergangenen zwölf Jahren war ich oft zu pessimistisch. Jetzt aber fühle ich mich, als beobachtete ich ein Zugunglück in extrem langsamer Zeitlupe“, sagt er. Grantham sieht einen dramatischen Crash voraus: „Eine bedeutende amerikanische Bank wird pleitegehen, die Hälfte aller Hedgefonds sowie ein bedeutender Anteil aller Private-Equity-Firmen Konkurs gehen. Der amerikanische Aktienindex S&P 500 wird um mindestens 40 Prozent fallen.“ Doch das alles, so glaubt Grantham, passiert erst nach 2008.

Dazu muss man kein Guru sein, um das zu erkennen. Spätestens mit der entwickelnden Subprime-Krise im Februar war klar, dass es kommen muss.
Ausserdem versucht Grantham offenbar, seine Kunden nicht zu stark zu erschrecken, indem er das Ereignis auf die Zeit nach 2008 schiebt - oder ist es die Zeitung?

Eigenkapital ist wieder gefragt:

Handelsblatt: Den Mittelstand trif