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Ziemann's Gold-News

Regelmässiger Kommentar zu den Gold/Silber-Märkten

Seite ab: 2009-08-01
Seite bis:
2009-08-21
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Dipl.-Inform. Peter Ziemann ist ein unabhängiger Beobachter des Finanz-Systems und individueller Investor im Rhein-Main-Gebiet. Er beschäftigt sich mit der Krise des Finanz-Systems und entwickelt für sich durch Analysen von Informationen ausserhalb der Mainstream-Medien eine individuelle Investment-Strategie. Seit dem Jahr 2005 ist Gold ein Kernbaustein seines Portfolios und deshalb beobachtet er die Entwicklung des Gold-Preises praktisch täglich. Er ist hier erreichbar: gold@pziemann.de.

Hinweis: der Goldbericht erscheint ab 22.8.2009 auf www.bullionaer.de


Neu 2009-08-21:

Gold-Bericht für den 20. August 2009:

Das fundamentale Umfeld für Gold hat sich durch das neue Abkommen zum Goldverkauf und die letztlich beobachteten Aktionen der Notenbanken innerhalb des EZB-System weiter verbessert. Nach dem neuen Abkommen können nun maximal 400 Tonnen Gold pro Jahr von den Zentralbanken verkauft werden. Das alte Abkommen erlaubte noch 500 Tonnen pro Jahr. Wenn das IWF-Gold von 400 Tonnen wirklich existieren sollte und sich der IWF zu einem Verkauf durchringern könnte, dann wird dieses Gold wohl im Rahmen dieses Abkommens auf zwei Jahre gestaffelt verkauft werden.

Ein grosser Problem-Punkt bei dem neuen Abkommen wird sein, eine Zentralbank zu finden, die überhaupt bereit sein wird, Gold zu verkaufen. Deutschland verkauft kein Gold, Italien auch nicht. Und die Schweiz hat mitgeteilt, dass ihre Gold-Verkäufe ebenfalls abgeschlossen seien. Bleibt eigentlich nur noch Frankreich als letzter grosser Goldbesitzer übrig. Aber die Franzosen haben in den vergangenen Wochen auch nicht mehr in grösserem Umfang Gold verkauft. Dass die Franzosen sich von dem angloamerikanischen Banken-Kartell zum Verkauf ihrer Goldreserven drängen lassen werden, halte ich für ausgeschlossen: Dort knickt man nicht bei jedem Wunsch der USA ein, so wie wir es bei der wirbellosen Schweiz letztlich mehrmals beobachten durften.

Bill Murphy (Chairman der GATA) sieht dies als positive Entwicklung für den Gold-Preis: " A HUGE positive out there is the gradual dissemination of the fact the European central banks have stopped selling gold. Think about that. They were selling 400 and 500 tonnes per year over the past decade, until this year when they cut their sales back to about 140 tonnes. Now they are down to ZIP. The yearly supply/demand deficit is around 1200 tonnes per year. The Gold Cartel desperately needed that gold supply to foster their price suppression scheme. "

Das Gold-Kartell braucht den Nachschub von den Zentralbanken, um das Ungleichgewicht zwischen Gold-Förderung und Gold-Nachfrage auszugleichen. Dieses Defizit betrug in den Jahren vor der Finanzkrise schon ca 500 Tonnen pro Jahr. Aber die Finanz-Krise hat den Investment-Bedarf nach Gold explodieren lassen, so dass auch der Rückgang der Nachfrage von Schmuck-Gold mehr als ausgeglichen werden konnte. Bill Murphy's Schätzung von 1.200 Tonnen pro Jahr erscheint mir vor diesem Hintergrund durchaus plausibel. Wo kann dieses zusätzliche Gold herkommen: Durch heimlichen Verkauf von Gold der EZB-Mitgliedsnotenbanken, das zu einem grossen Teil wohl in den Kellern der New Yorker FED lagert ? Oder durch heimlichen Verkauf der Schätze der diversen Gold-ETFs ? Leider können wir hier nicht hinter die Kulissen schauen, aber das Gold-Kartell muss wohl zukünftig schwer in die Trickkiste greifen, um das fehlende Angebot ausgleichen zu können.

Einen Vorgeschmack, was passiert, wenn nicht ausreichend physisches Gold in London bereitgestellt wird, konnten wir ja gestern schon beobachten: Zum P.M. Fix sprang Gold um $10 gegenüber dem vorher gehandelten Papiergold-Preis an. Der Papiergold-Markt kann sich nicht völlig vom physischen Markt abkoppeln. Wird das trotzdem versucht, dann wird das früher oder später zu einem Zusammenbruch der Papiergold-Märkte führen, weil diese ihre Lieferverpflichtungen in Gold nicht mehr erfüllen könnten.

Wer sich schon auf seine üppige Pension aus seiner privaten Rentenversicherung freut, den muss diese Nachricht von Bloomberg beunruhigen: " Pensions' Private-Equity Cash Reduced 59% as Profits Shrink : Major U.S. pension funds have recouped less than half of the $53.8 billion in cash they've invested in private-equity funds started since 2000. All told, they haven't seen a paper profit in seven years. That means less money for the plans' retirees. " Die ganzen Pensions-Rechenmodelle mit hohen Renditen entwickeln sich immer mehr zum Verlustgeschäft. Urspünglich versprach Investment in "private equity" Renditen von 10 Prozent oder mehr pro Jahr. Jetzt stellt sich heraus, dass es in sieben Jahren überhaupt keine Rendite gibt. Noch nicht einmal die Inflations-Rate wird ausgeglichen. Aus einer Verdoppelung des Vermögens ist also nichts geworden. Insgesamt haben Pension-Fonds in den U.S.A. über $1.200 Mrd in "private equity" gesteckt. Das Modell ist mit dem nun folgenden Rückzug der Pensions-Fonds nun wohl endgültig tot. Daneben lassen die "private equity" Firmen eine Reihe von überschuldeten Firmen zurück, die wegen Geld-Mangel nun um ihre Existenz kämpfen müssen.

Das Gold-Kartell war heute unter Druck, seine Scharte vom gestrigen Tag wieder auszuwetzen. Während gestern der Papier-Goldpreis lange unterhalb der Marke von $935 tendierte, wurde in London zum P.M. Fix ein Preis von knapp $944 ermittelt. Innerhalb kürzester Zeit näherte sich der Papier-Goldpreis dem physischem Preis in London an. Im asiatischen Markt heute früh schwankte Gold in einem Korridor von $942 bis $945. Auch im Vormittags-Handel in London passierte nicht viel. Der A.M. Fix kam nicht überraschend mit $943,50 (EUR 662,99) zustande. Der Anstieg um $9 bestätigte die gestrige Entwicklung zum P.M. Fix.

Gold beendete den Handel an der COMEX mit $940,30 knapp über der Marke von $940.
Der Nachmittags-Handel verlief bis zum Beginn des Handels an der COMEX weiterhin ruhig. Dann wurde Gold aber bis auf $939 gedrückt - die Revance für gestern ? Diesmal hat das Gold-Kartell besser aufgepasst und konnte diese Papier-Goldpreis Marke zum Londoner P.M. Fix verteidigen: $940,50 (EUR 661,25). Der Rückgang des P.M. Fix auf 24-Stundenbasis ist mit gut $2 aber trotzdem nicht besonders gross ausgefallen. Insbesondere konnte Gold die Marke von $940 knapp behaupten.


Neu 2009-08-20:

Gold-Bericht für den 19. August 2009:

Berichte darüber, dass sich von den knapp 3.500 Tonnen Bundesbank-Gold nur 80 Tonnen in Deutschland befinden sollen, machen erneut die Runde. Dass ein Grossteil des Goldes in den Kellern der New Yorker FED in Lower Manhattan liegt, ist seit langem bekannt. Nach dem zweiten Weltkrieg haben die U.S.A. einen grossen Teil des Zentralbank-Gold auf der Welt besessen. Entweder im Tausch für die Lieferung von Waffen an Grossbritannien oder andere Staaten während des Zweiten Weltkrieges. Oder durch Beschlagnahme des Reichsbank-Goldes, das im Salzbergwerk Merkers gelagert wurde. Dieses Gold wurde in die Vereinigten Staaten verschifft und war Grundlage des Bretton Woods Abkommen, mit dem der US-Dollar die Weltleitwährung wurde. Der Dollar wiederum konnte zwischen den Notenbanken für einen festen Umtauschkurs in Gold eingelöst werden. Viele Staaten mit Handels-Bilanzüberschüssen haben in dieser Zeit ihre angehäuften Dollar-Reserven in Gold umgetauscht. Von Deutschland weiss man, dass das Gold im Wesentlichen in den Vereinigten Staaten verblieben ist. Frankreich hat dagegen ein Kriegsschiff geschickt, um das Gold in New York in Empfang zu nehmen. Bereits im Jahr 2001 hat GATA die begründete Vermutung geäussert, dass 1.700 Tonnen Bundesbank-Gold in London (d.h. nahe dem Handelsplatz für physisches Gold) mit US-Gold in West Point, New York geswappt wurde (http://www.gata.org/node/4223). Damit würde sich nun fast das komplette Bundesbank-Gold in den U.S.A. befinden. Inwieweit das Gold heimlich über Geschäfte mit Gold-Kartell seinen Weg in den Londoner Markt findet, darüber kann nur spekuliert werden. Ich vermute, dass ein Grossteil des Bundesbank-Goldes physisch nicht mehr existiert.

Von den ca 2.500 Tonnen des italienischen Goldes wird berichtet, dass der weltweit erste grosse Hedge-Fond LTCM massive Short-Positionen mit verleastem italienischen Gold eingegangen ist. Nachdem LTCM im Jahr 1998 Konkurs ging und fast das gesamte Welt-Finanzsystem mit sich nach unten gerissen hätte, haben die Beteiligten vereinbart, über den Verlust des italienischen Goldes Stillschweigen zu bewahren. Damit sollte eine Panik am Markt verhindert werden. Allein Frankreich wird wohl das ihm zugesprochene Gold im eigenen Besitz verwahren. Wobei nicht ganz klar ist, welcher Anteil an Banken wie Societe Generale, die stark im Gold-Markt aktiv sind, verleased wurde.

Gold startete den heutigen Tag in Asien mit positivem Vorzeichen überhalb der Marke von $940. Im Laufe des frühen Vormittags wurde Gold dann aber wieder gedrückt und hat mit $932 kurz vor Beginn des Handels in London wieder in den negativen Bereich gedreht. Auch während des Vormittags-Handels in London blieb Gold weiterhin unter Druck. Der A.M. Fix kam mit $934,25 (EUR 662,64) zustande. Auf 24-Stundenbasis ein Verlust von $4.

Zum Nachmittag konnte sich Gold dann aber wieder leicht stabilisieren und stand kurz vor Eröffnung der COMEX bei $936. Nach Beginn des Handels in New York wurde Gold wieder einmal in der bekannten Anfangsdrückung auf $932 gedrückt. Die nächste Stunde blieb es vergleichsweise ruhig. Um 16:00 Uhr MEZ sprang der Gold-Preis dann plötzlich um $10 nach oben. Der Grund war der überraschend starke P.M. Fix mit $943,00 (EUR 666,01). Ein Plus von $8 im Vergleich zum gestrigen P.M. Fix. Hier ist dem Gold-Kartell wohl im Londoner Handel das Zentralbank-Gold ausgegangen. Normalerweise passieren dem Gold-Kartell solche Ausrutscher nicht. Eventuell hat sich ein starker physischer Käufer auf dem derzeitigen Niveau mit Gold-Barren eingedeckt.

Bis zum Ende des Handels an der COMEX verharrte Gold auf diesem Niveau: COMEX-Schlusskurs $943.
Der USDX ist heute mit 78,4 wieder unter die Marke von 79 gefallen. Die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes veränderten sich heute kaum und verblieben bei 3,5 Prozent. Der Quotient aus dem USDX und den Renditen fiel leicht auf 22,4 (Dienstag: 22,6).


Neu 2009-08-19:

Gold-Bericht für den 18. August 2009:

Die Medien-Propaganda erstreckt sich nicht nur auf Deutschland. Bloomberg meldete am 17. August: " China Buys Treasuries, Proving Dollar Demise Overdone - For the first time since the start of the global financial crisis, the U.S. government is breaking its reliance on short-term debt as foreign buyers pile into longer-term securities. " Und dann wird ein Fond Manager aus Glasgow zitiert: " “Long-dated Treasuries are fantastic assets to have,” said Stuart Thomson, a fixed-income fund manager at Ignis Asset Management, which oversees the equivalent of $100 billion from Glasgow. “I have every reason to believe long bonds will rally. Inflation is subdued, and the Fed made it very clear they expect it to remain low.”

Die Statistik der FED über die internationalen Käufer der längerfristigen Treasuries (Treasury International Capital "TIC" Flow Report) zeigt für den Monat Juni 2009, dass Ausländer Treasuries im Umfang von netto $100,529 Mrd gekauft haben sollen. Die Schwergewichte sind die U.K. mit $45,719 Mrd, Japan mit $32,750 Mrd und China mit $26,632 Mrd. Addiert man sie Zahlen dieser drei Länder zusammen ($105,001 Mrd), dann hat sich der Rest der Welt aber von knapp $4,6 Mrd an Treasuries getrennt. Sind denn nur die Investoren in diesen drei Ländern so bullish in Treasuries ?

Im Vormonat haben die Ausländer noch Treasuries im Umfang von $22,550 Mrd netto VERKAUFT. Auch hier waren die U.K. mit $14,240 Mrd der grösste Netto-Käufer.

Gerade die Zahlen aus den U.K. und Japan mahnen zur Vorsicht. Bei den Investments aus Grossbritannien kann es sich sicherlich nicht um recycelte Handelsbilanz-Überschüsse wie im Fall Chinas handeln. Auch für Japan sehe ich wegen des eingebrochenen Aussenhandels nicht, woher diese Gelder kommen sollen. Der Handels-Bilanzüberschuss von Deutschland hat sich in den ersten 5 Monaten des Jahres 2008 von EUR 86,6 auf EUR 45,8 in 2009 fast halbiert. Meiner Meinung nach sind es die jeweiligen Notenbanken dieser Länder (BoE und BoJ), die die Treasuries aufkaufen und damit monetarisieren. Offiziell weist der TIC Flow Report direkte Käufe von "Foreign Official Institutions" i.H.v. lediglich $22,6 Mrd aus. Aber wir wissen ja bereits, dass es die Banken sind, die Staatspapiere aufkaufen, um sie dann im nächsten Schritt an die Notenbanken im Rahmen derer POMO (permanent open market operations) weiterzugeben. Seit langer Zeit schon agieren die BoE und die BoJ im Gleichklang mit der FED oder zumindestens im Interesse der Politik der FED.

Eine zweite Welle der Bankenkrise rollt nun auf die Sparkassen und Volksbanken zu. Diese während des Ausbruchs der Finanz-Krise als "konservativ" und "stocksolide" bezeichneten Geldinstitute für Privathaushalte und dem Mittelstand leiden darunter, dass sie eben nicht die Gift-Papiere in ihren Bilanzen hatten, für die es die hunderte und tausende von Milliarden Staats-Hilfen, Garantien und Notenbank-Überbrückungen gab. Während die hart am Limit spekulierenden Banken die Gift-Papiere an die Notenbanken verschoben haben, Verluste durch ein Aufweichen der Bilanzierungs-Regeln verdunkeln können, riesige Cash-Spritzen vom Staat erhalten haben (auch über Umwege wie z.B. AIG und HRE) und nun mit staatlichem Segen die Aktien-Märkte beliebig manipulieren können (und daraus Trading-Gewinne erzielen können, die wiederum in hohen Bonus-Zahlungen enden), werden die Sparkassen und Volksbanken mit den Problemen ihrer "stocksoliden" Kunden konfrontiert. "Die Krise der Mittelständler, die sich bei Banken Kredite geliehen haben, schlägt jetzt vor allem auf die Sparkassen und Volksbanken durch", sagte Professor Rudolf Hickel vom Bremer Institut Arbeit und Wirtschaft laut "Bild"-Zeitung.

Der Bedarf an weiteren staatlichen Rettungs-Aktionen scheint mittelfristig also nicht abebben zu wollen. Und die dafür benötigten Gelder muss sich der Staat durch immer stärkere Monetarisierungs-Massnahmen (sprich "Gelddrucken") der Notenbanken beschaffen. Das Papier-Geldsystem bleibt also weiterhin unter Druck, was für eine weitere positive Entwicklung des Gold-Preises spricht. Nun fliessen diese neue Geldmassen nicht in die Hände der Privathaushalte, seien sie nun Arbeitnehmer oder Unternehmer. Aber die Herren von Goldman Sachs, Deutsche Bank, JP Morgan, HSBC, UBS usw schütten sich zweistellige Milliarden-Beträge an Boni aus. Obwohl die offizielle Bank-Politik ist, den Gold-Preis zu drücken, kann man als Mitarbeiter mit dem zusätzlich verdienten Geld auch Gold kaufen. Man erfährt es ja täglich am eigenen Leibe, wie frangil das ganze System ist. Eine Milliarde Dollar kauft über 30 Tonnen Gold. Boni-Sklaven: Tut es bevor es zu spät ist --- den Porsche 997 und Hermitage "La Chapelle" kriegt ihr nach Zusammenbruch des Systems leichter und vor allem preisgünstiger.

Gold starte heute früh im asiatischen Markt überhalb der Marke von $935 und konnte im frühen Londoner Handel fast die Marke von $940 nehmen. Der A.M. Fix um 11:30 Uhr MEZ kam mit $938,25 (EUR 664,15) nur leicht unter diesem Niveau zustande. Auf 24-Stundenbasis ist das ein Gewinn von einem mageren Dollar. Danach bröckelte Gold aber wieder leicht ab.

Zu Beginn des Handels an der New Yorker COMEX wurde Gold jedoch wieder unter die Marke von $935 gedrückt. Ob dies die typische Anfangs-Drückung war oder die um 14:30 Uhr MEZ veröffentlichten Zahlen zum Baubeginn von Eigenheimen der Grund waren, wird erst ein Blick auf den P.M. Fix verraten. Jedenfalls waren die Zahlen schlechter als erwartet: Man hatte mit einem Anstieg gegenüber dem Vormonat gerechnet, gekommen ist aber ein Rückgang. Zum P.M. Fix stand Gold bei $935,00 (EUR 663,92) --- immerhin ein Zuwachs von $2 gegenüber dem gestrigen P.M. Fix.

Gold beendete den Handel an der COMEX mit $937,70. Im späten Access Market kam es zu keiner wesentlichen Veränderung: $938,10 um 23:15 Uhr MEZ.

Der USDX gab heute leicht auf 79,0 nach, während die Real-Zinsen der 10-jährigen Treasury Notes bei 3,5 Prozent verharrten. Der Quotient aus USDX und den Renditen der Staatsanleihen stieg nur marginal auf 22,6 (Montag: 22,7).

Die Daten zum US-Häusermarkt wurden bei Bloomberg heute abend noch "umgedeutet": Aus einem Rückgang für alle Neubauten (Einfamilien-Häuser und Mehrfamilien-Häuser) wurde plötzlich ein kontinuierlicher Anstieg der Neubauten für Einfamilien-Häuser seit fünf Monaten. Wie krank ist die System-Presse eigentlich, dass sie aus einer objektiv negativen nun doch noch eine positive Nachricht am gleichen Tag umdeuten muss ? Ich kann mir gut einen Redakteur bei Bloomberg vorstellen, der von seinem Chef zur möglichsten Schöndarstellung der Nachricht gezwungen wurde. Ich kann mir aber genauso Bürger vorstellen, die anhand solcher Manipulationen den Glauben an unsere Demokratie verlieren. Auch ich operiere stark an dieser Grenze, je länger ich versuche, diese Nachrichten zu hinterfragen. Auch Eichelburg sieht reales Revolutions-Potential in Deutschland. Die Frage ist nur, wer den Mut und die Fähigkeiten hat die Regierung festzusetzen, die Medien zu kontrollieren, die möglichen Gegner ausser Verkehr zu ziehen und die Telekommunikations-Wege einer Contra-Bewegung zu unterbrechen.


Neu 2009-08-18:

Gold-Bericht für den 17. August 2009:

Die gestrige WELT AM SONNTAG hat eine Propaganda-Breitseite mit Kanonen auf drei Decks gegen die Verfechter der These losgelassen, dass die Krise entweder noch nicht vorbei sei oder sich sogar noch verschärfen würde. Es fing schon im Hauptteil auf der Titelseite mit dem Thema "Prima Klima in deutschen Betrieben - Neun von zehn Erwerbstätigen sind mit der Atmosphäre am Arbeitsplatz zufrieden. Die Krise ist nur gemeinsam zu lösen" an. Ich weiss ja nicht, welchen Betrieb die Lohn-Schreiberlinge der WELT AM SONNTAG besucht haben, aber auch in Boom-Zeiten herrscht in deutschen Betrieben sicherlich alles andere als "Prima Klima". Vielleicht meint der Redakteur auch gar nicht einen Betrieb, sondern die gleichnamige Neue Deutsche Welle Band.

Aber im Wirtschaftsteil wird es noch besser. Titel: "Da geht was !". Und dann kommt eine Auflistung, die wohl für ihren (Ironie-an) investigativen Journalismus für den Publizer Preis nominiert werden wird (Ironie-aus). Ich frage mich, ob der Springer-Verlag sein Hochhaus an der Kochstrasse im damaligen freien Teil Berlins nun freiwillig mit der Verlagszentrale des "Neuen Deutschland" in Ostberlin getauscht hat. Die angeführten Punkte lesen sich wie eine Geisterbahn-Fahrt: "1. Die guten Zahlen sind kein statistischer Ausrutscher, 2. Die Konjunkturwende liegt schon hinter uns, 3. Die Dynamik ist grösser, als es den Anschein hat, 7. Deutschland kommt schneller aus der Krise, 8. Es warten weitere positive Überraschungen auf uns". Das ist Schreibstil im Sinne des Orwellschen Wahrheitsministerium par excellence. Mich schaudert es: Wäre Karl-Eduard von Schnitzler vom "DDR-Fernsehen" nicht schon tot, dann wäre er wohl zu der WELT AM SONNTAG erneut konvertiert (PS: Er kam ursprünglich vom NWDR in Köln und zog 1947 das Leben in der sowjetisch besetzten Zone, die später auch "DDR" genannt wurde, vor).

Das dritte Kanonendeck war dann der Finanzteil. Unter der Überschrift "Die Börse wird zur Gute-Laune-Maschine" wird folgendes behauptet: "Der Kursaufschwung der vergangenen Monate ist kein Fantasiegebilde. Vielmehr funktioniert der Kapitalmarkt als Stimmungsmacher mit realen Folgen in der Wirtschaft". Die WELT AM SONNTAG hat hier sicherlich recht: Ein Fantasiegebilde ist der Börsenaufschwung, der durch eine massive Einschleusung von frisch gedrucktem Notenbankgeld über Goldman "Government" Sachs und andere systemrelevante Banken angefeuert wurde, sicherlich nicht. Aber auch Larry Summers und Tim Geithner kommen mit ihrer Stimmungs-Kanone Börse auch an die Grenzen eines wichtigen Mitspielers: Des Verbrauchers, der zunehmens arbeitslos wird, überschuldet ist und dessen Haus nun weniger Wert ist als die Hypothek darauf. Von den sich pulverisierenden Pensions-Ansprüchen einmal ganz abgesehen.

Oh misericordia, oh sancta samplicitas: Eichelburg, Ziemann und andere mühen sich ernstlich, aus den staatlich konfektionierten Zahlen insbesondere durch Rückgriff auf viel englischsprachiges Material (Anmerkung: In Deutschland ist nur sehr wenig Hintergrund-Material verfügbar --- deshalb ist ein Grossteil der deutschen Web-Seiten zur Finanz-Krise schlechter Qualität) die Realität der Situation des Wirtschafts- und Finanzsystems herauszuarbeiten. Und dann feuert die WELT AM SONNTAG in einem beispielslosen Amok-Lauf auf alles und jeden, der den Aufschwung nicht sehen will. Und das schlimmte daran ist, dass die Redakteure vielleicht nur der CDU/CSU nebst FDP zum Wahlsieg im September verhelfen wollen, dabei aber viele (Investoren-)Schafe zur Scherung oder sogar Schlachtung führen werden.

John Mc Cain hat die Wahl gegen Obama im Wesentlichen deshalb verloren, weil die Manipulation der Wirtschaftsdaten durch die Bush-Administration bis zum Wahltag nicht durchgehalten werden konnte. Zur Zeit sieht es so aus, dass sich Merkel mit ihrem "low profile" Wahlkampf und der "Alles wird gut" Propaganda über den Wahltag hinwegretten kann. Es kracht aber merklich im Gebälk: Merkel geht hier ein hohes Risiko ein.

Nach Deutschland hat heute auch Japan ein Wachstum des Bruttoinlands-Produktes für das zweite Quartal gemeldet. Dort stehen auch in Kürze Wahlen an. Den Investoren schienen diese Zahlen aber dennoch nicht gefallen zu haben: Der Aktien-Markt in Tokio brach um über 3 Prozent-Punkte ein.

Auch in der heutigen Ausgabe des SPIEGELs wurden positive Berichte über den weiteren Verlauf der Konjunktur verbreitet. Allerdings lässt man sich dennoch mit Verweis auf einen möglichen W-Verlauf der Wirtschaft und einem Vergleich mit der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre ein Hintertürchen offen: Dort haben nämlich auch Zeitungen, Fachleute und Regierungsstellen mehrfach ein Ende der Krise verkündet --- Ergebnis bekannt.

Gold stand heute früh im asiatischen Markt unter Dauerbeschuss, nachdem der Rückgang des NIKKEI-Aktienindex um knapp 320 Punkte eine schlechte Woche für die Aktienmärkte einzuläuten drohte. Im asiatischen Handel fiel Gold um bis zu $7 gegenüber dem Freitags-Schlusskurs in New York. Solche starken Preis-Ausschläge sind unüblich und zeigen, dass die Akteure sehr nervös sein müssen. Mit Beginn des Londoner Handels stieg der Druck weiter an. Der A.M. Fix kam mit $937,50 (EUR 664,66) um $20 niedriger als am letzten Freitag zustande. Hier muss das Gold-Kartell wohl wieder mit einer mächtigen Menge Zentralbank-Gold operiert haben.

Zum Nachmittag verstärkte sich der Druck auf das Gold noch. Eine Reihe von Tradern hat wohl Stop Loss Marken um die Marke von $940 gesetzt. Mit dem Unterschreiten dieser Marke müssen die Trader ihre Future-Positionen auflösen und verstärken damit den Druck auf den Gold-Preis. Dass aber trotzdem massiv mit Zentralbank-Gold nachgeholfen wurde, lässt sich am P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ ablesen: $932,75 (EUR 663,41) --- minus $21 gegenüber dem P.M. Fix vom Freitag.

Noch schlimmer hat es Silber erwischt, das knapp 5 Prozent verlor und nun um die Marke von $14 kämpfen muss. Die Platin-Metalle (Pt, Pd) gaben mehr als 2 Prozent ab. Nach dem Schluss des Handels in London hat das Gold-Kartell die Marke von $930 ins Visier genommen. Diese Marke konnte allerdings verteidigt werden. Solche massiven Angriffe des Gold-Kartells sind bei den Markt-Teilnehmern inzwischen bekannt. Deshalb positionieren sich einige Trader dann auf der Short-Seite, um vom Abschwung des Gold-Preises profitieren zu können. Meistens steigen diese Trader aber erst dann ein, wenn ein Grossteil der Abwärtsentwicklung bereits gelaufen ist. Die Gold-Kartell Banken beginnen dann schon, ihre Positionen zurückzukaufen. So profitieren JP Morgan & HSBC von den Aktionen der Long- und Short-Trader gleichermassen.

Gold beendete den Handel an der COMEX mit $934.
Der USDX konnte heute kräftig auf 79,4 zulegen. Immer wieder erleben wir die eigenartige Situation, dass wenn die Aktien-Märkte einbrechen, der Dollar künstlich gestützt wird. Auch die 10-jährigen Treasuries tendierten heute stärker. Die Real-Zinsen fielen auf 3,5 Prozent. Der von mir ermittelte Quotien aus beiden Werten ist heute stark auf 22,7 (Freitag: 21,9) gestiegen.


Neu 2009-08-15:

Gold-Bericht für den 14. August 2009:

In der gestrigen ARD-Sendung MONITOR wurde aufgedeckt, dass die Banken und Versicherungen die Haupt-Nutzniesser der staatlichen Rettung der HRE-Bank sind. In dem Beitrag wurde eine Tabelle präsentiert, in der verschiedene Banken und Versicherungen als die Haupt-Gläubiger der HRE identifiziert wurden. Im Falle eines Konkurses der HRE hätten die Organisationen wohl einen Grossteil ihrer Assets abschreiben müssen.

Die Haupt-Gläubiger waren die Allianz mit EUR 5,3 Mrd, die Münchener Rück mit EUR 4,4 Mrd, die Bayern LB mit EUR 3,0 Mrd, die Unicredit (Hypo-Vereinsbank) mit EUR 3,0 Mrd, die DZ Bank mit EUR 3,0 Mrd, die Debeka mit EUR 2,8 Mrd, der HDI mit EUR 2,1 Mrd, die HUK mit EUR 2,1 Mrd, die AXA mit EUR 2,0 Mrd, die Zürich Financial Services mit EUR 1,7 Mrd, die LBBW mit EUR 1,7 Mrd, die KfW mit EUR 1,4 Mrd, die Commerzbank mit EUR 1,4 Mrd, die HSH Nordbank mit EUR 1,3 Mrd, die Deutsche Post mit EUR 1,2 Mrd, die NRW Bank mit EUR 1,2 Mrd, die Norddeutsche Landesbank mit EUR 1,1 Mrd, die WestLB mit EUR 1,1 Mrd und zuletzt darf auch die Deutsche Bank mit EUR 1,0 Mrd nicht fehlen. Insgesamt waren Positionen von EUR 50,7 Mrd der Versicherungen und Banken in Gefahr.

Bei US Versicherungs-Gesellschaft AIG hat der Druck der Öffentlichkeit dazu geführt, dass die Nutzniesser der staatlichen Rettung bekannt gemacht wurden. Bei der HRE wurden diese Zahlen nun durch ein dem Magazin MONITOR als "geheim" zugespieltes Dokument bekannt gemacht. Ich hege schon seit geraumer Zeit die Vermutung, dass die massiven staatlichen Geldmittel, die in die HRE Bank gepumpt wurden (und immer noch werden) dazu dienen, das deutsche Banken-System durch die Hintertür zur rekapitalisieren. Anscheinend stand in Deutschland letzten Oktober nicht nur das Bankensystem vor dem Aus, sondern in gleichem Umfang musste das komplette Versicherungssystem gerettet werden. Mit der Allianz, der Münchener Rück, der Debeka, HDI und AXA wären die high Profiles der deutschen Versicherungs-Branche im Umfang von EUR 20,4 Mrd betroffen gewesen.

Dass mit einem Kollaps des Versicherungs-Systems der Staat selbst in Schwierigkeiten gekommen wäre, liegt nahe. Die Versicherungs-Gesellschaften gehören zu den grössten Anlegern in deutsche Staatsanleihen ("Bunds"). Ein durch die HRE-Pleite ausgelöster Run der Kunden auf die Versicherungen hätte dazu geführt, dass sich die Versicherungen zuerst von den liquidesten Anlageformen hätten trennen müssen, um ihre Kunden auszuzahlen. Und das sind nun einmal die deutschen Staatsanleihen. Ein massiver Verkauf hätte des Realzins-Niveau nach oben getrieben und vor allen Dingen die Finanzierbarkeit des Staates in Frage gestellt. Das starke Interesse von Merkel, Steinbrück & Co lag also primär nicht in dem Bankensystem, sondern in der Eigenrettung ihrer Staatsanleihen begründet.

Der Staat muss sich sowieso einen neuen "Ankerpunkt" für seine Staatsanleihen suchen, will er nicht selbst das Opfer des fast unausweichlich erscheinenden Endes des Papiergeld-Systems werden. Mehr dazu in meinem nächsten Gold-Bericht.

Gold entwickelte sich heute anfangs erneut positiv. Allerdings hat das Gold-Kartell zu jedem Zeitpunkt darauf geachtet, dass die Marke von $960 nicht nach oben durchbrochen wird. Die Marktteilnehmer haben diese Nachricht verstanden und gar nicht versucht, diese Marke zu testen. Im asiatischen Markt tendierte Gold erneut wieder einige Dollar fester. Diese Entwicklung setzte sich im Londoner Vormittags-Handel fort. Der A.M. Fix kam mit $957,50 (EUR 670,52) zustande und bestätigte diese Entwicklung. Gegenüber der gestrigen Notierung ein Zuwachs von $2.

Der Nachmittags-Handel verlief erst einmal ruhig. Und auch die Veröffentlichung der Zahlen zum Consumer Price Index (CPI) um 14:30 Uhr MEZ hatten keine Auswirkungen auf den Gold-Preis. Je näher der P.M. jedoch rückte, desto stärker verfiel der Gold-Preis. Wir kennen dieses Muster: Mit physischem Gold sollte zum Freitag Nachmittag eine Preis-Marke weit unter $960 erreicht werden. Der P.M. Fix kam unverändert gegenüber gestern mit $953,50 (EUR 669,73) zustande.

Das Gold-Kartell muss eigentlich mit der sehr begrenzten Resource Zentralbank-Gold gut haushalten. Deshalb lag ein weiterer Angriff auf den Gold-Preis entweder während der verbleibenden Handelsstunden an der COMEX ("Plan B") oder im späten Access Handel ("Plan C") in der Luft. Man hat sich anscheinend für "Plan B" entschieden: Um 16:45 Uhr MEZ wurde Gold in zwei Wellen von $955 auf $945 gedrückt. Möglicherweise waren die wieder nach unten gerichteten Zahlen des Verbrauchervertrauens in den USA Auslöser der heutigen Drückung. Diese Zahlen haben auch die Stimmung an den Aktien-Märkten wieder verdunkelt.

Mit $947 konnte sich der Gold-Preis zum Ende des Handels an der COMEX nur wieder leicht stabilisieren.
Sowohl US-Dollar als auch die Staatsanleihen haben heute zulegen können. Der USDX stieg auf 78,8, während die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes zwar anfänglich auf 3,5 Prozent gesunken sind, dann sich aber zum Handelsende mit 3,6 Prozent unverändert gezeigt haben. Der Quotient aus beiden Werten ist heute weiter auf 21,9 gestiegen (Donnerstag: 21,8).


Neu 2009-08-14:

Gold-Bericht für den 13. August 2009:

Das FED-Meeting ist vorbei, man hat keine wesentlichen Beschlüsse gefasst, selbst die Wirtschafts-Presse widmet dem Ergebnis nur noch eine kleine Nachricht und die Geldmetalle Gold und Silber dürfen wieder steigen. Insbesondere Silber entwickelte sich die letzten Tage besonders gut: Heute ein Zuwachs von 3 Prozent und die Marke von $15 wurde nur hauchdünn verfehlt.

Im asiatischen Markt konnte Gold heute früh $3 zulegen. Diese positive Preisentwicklung befeuerte den Vormittags-Handel in London. Dass die Nachfrage von physischem Gold hoch war, kann man an dem heutigen A.M. Fix von $956,00 (EUR 669,84) ablesen. Ein Zuwachs von $12 auf 24-Stundenbasis.

Im Nachmittags-Handel wurde eine Stunde vor Beginn des Handels an der COMEX die Marke von $960 zum ersten Mal erfolglos getestet. Der zweite Versuch erfolgte kurz nach Öffnung der New Yorker COMEX: Wieder erfolglos. Kurz vor 16:00 Uhr MEZ fiel Gold dann plötzlich wieder unter die Marke von $955 zurück. Der Grund ist der mit $953,50 (EUR 667,72) zustande gekommene P.M. Fix. Das Gold-Kartell möchte unter allen Umständen einen schnellen Anstieg über die Marke von $960 verhindern. Wie erbittert wurde um diese Marke wochenlang gekämpft. Trotzdem konnte physisches Gold im Tagesvergleich $6 zulegen.

Was beim Gold nicht zugelassen wird, ein Anstieg um über 2 Prozent im Tagesverlauf, konnte Silber heute demonstrieren: Ein Anstieg um 3 Prozent. Hier wird jedoch um die Marke von $15 hart gekämpft. Was bei Gold die $960er-Marke ist, war heute beim Silber die Marke von $15.

Gold beendete den Handel an der COMEX auf einem Niveau von $955.

Der Aufwärts-Trend vom US-Dollar war wohl auch nur eine Eintags-Fliege. Der USDX notierte mit 78,3 um 0,5 Punkte niedriger als gestern. Dafür sind die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes heute auf 3,6 Prozent gefallen.

Angeblich waren die heute versteigerten 30-jährigen Treasuries so stark nachgefragt, dass das Zins-Niveau gedrückt wurde. Wieder will man uns das Märchen von den ausländischen Zentralbanken auftischen, die sich um die Papiere förmlich reissen würden. Tun sie auch - aber nicht weil die Papiere so attraktiv sind. Sondern weil eine gescheiterte Versteigerung den US-Dollar und damit auch die anderen Währungen mit in den Abgrund reissen würde. Und so dient man brav als Steigbügel-Halter der Obama-Administration.

Nun ist es ja nicht so, dass das für die USA bereitgestellte Geld den Investoren aus der Welt im Geldbeutel fehlen würde. Die Staaten in Europa, Japan etc müssen auch riesige Staatsdefizite schultern. Nein dieses Geld kommt frisch aus der Notenpresse. Während der eine klettert, sichert der andere ab.

Der Quotient aus dem USDX und den Renditen ist heute auf 21,8 gestiegen (Mittwoch: 21,3).

Das deutsche Wahlvolk liegt vor der Bundestagswahl im September unter Dauerbeschuss der ein Ende der Rezession ankündigenden Wahrheitsministerien. Heute war es die Nachricht über die leichte Zunahme des Brutto-Inlandsproduktes im zweiten Quartal, die die Daueroptimisten wieder fröhlich stimmte. Die Bevölkerung scheint sowieso zum grossen Teil nach dem Motto zu handeln: Bei mir ist weder der Aufschwung der letzten Jahre noch der heutige Abschwung angekommen. Also agiere ich so weiter wie bisher.

Vielleicht kommen bald wieder die Stimmen, die die Goldilocks-Economy wiederaufstehen sehen. Das ist keine auf Gold basierende Wirtschaft, sondern ein Modell, bei dem es stetig aufwärts ohne nennenswerte Inflation geht. Eigentlich ein englisches Märchen. Vielleichts ist alles aber doch nicht so gut. Bloomberg berichtete heute: " Sales at U.S. retailers unexpectedly fell in July, raising the risk that a lack of consumer spending will temper a recovery from the worst recession since the 1930s. " Der U.S. Consumer braucht doch einen Job, um mehr ausgeben zu können. Wirklich keine Überraschung. Und weiter: " The Labor Department said today that 558,000 people filed first-time claims for jobless benefits last week, up from 554,000 the week before. " Wollte man uns nicht letzte Woche weiss machen, dass der Arbeitsmarkt seine Talsohle bereits erreicht habe. Was ist los mit den Wahrheitsministerien ?


Neu 2009-08-13:

Gold-Bericht für den 12. August 2009:

Die heutige FED-Sitzung hat einige zum Teil überraschende Nachrichten gebracht. Aber erst einmal zur Reaktion der verschiedenen Märkte: Der Euro hat sich gegenüber dem US-Dollar im Vorfeld der Entscheidung des FOMC befestigt. Kurz nach Bekanntgabe der Entscheidung ist der Euro stark eingebrochen, konnte diesen Verlust aber wieder wettmachen. Ähnlich erging es Gold: Vor der Entscheidung hat sich Gold wieder an das Niveau von $950 herangearbeitet, ist dann aber auf $945 eingebrochen. Im Gegensatz zum Euro konnte sich Gold zwar auch wieder stabilisieren, wurde dann aber wieder bis auf $946/947 gedrückt.

Die Renditen der 10-jährigen Treasuries gaben sich unbeeindruckt und verharrten bei 3,7 Prozent.
FED: will slow the pace of its $300 billion program to buy U.S. Treasuries
FED: full amount will be purchased by the end of October
FED: left the benchmark interest rate between zero and 0.25 percent
FED: economic conditions mean the rate will stay “exceptionally low” for an “extended period.”
FED: economic activity is leveling out
FED: businesses are still cutting back on fixed investment and staffing
Die Quantitative Easing Initiative zum Ankauf von Treasuries im Umfang bis $300 Mrd wird bis Ende Oktober gestreckt und wird dann nicht weiter aufgeweitet. Die FED geht zur Zeit jedenfalls nicht den Weg der Bank of England, die vor kurzem ihr QE-Volumen massiv ausgeweitet hat. Die Leitzinsen werden wohl für längere Zeit nicht gesenkt werden und auch die wirtschaftliche Erholung geht wohl nicht so schnell, wie man uns in der Öffentlichkeit weiss machen will.

In Wirklichkeit hat QE die letzten Wochen und Monate auch nicht zu einer nachhaltigen Senkung des Zins-Niveaus geführt. Nachdem die FED zusammen mit den Primary Dealer Banken über die Permanent Open Market Operations (POMO) eine Methode gefunden hat, die für Obama's Staatshaushalt notwendigen Beträge mit der Notenpresse bereitzustellen, schadet das Auslaufen des QE auch nicht weiter.

Zurück zum Gold-Markt: Gold wurde im frühen asiatischen Markt bis $940 gedrückt, konnte sich dann aber im Vormittags-Handel wieder stabilisieren. Der A.M. Fix kam mit $943,50 (EUR 667,78) zustande. Ein weiterer Rückgang um gute $2 gegenüber dem gestrigen A.M. Fix.

Zum Nachmittag konnte sich Gold weiter stabilisieren. Zum nahenden P.M. Fix überschritt Gold die Marke von $945 nachhaltig. Der P.M. Fix kam mit $947,25 (EUR 667,50) zustande. Gegenüber gestern konnte sich Gold wieder um $4 befestigen.

Danach setzte Gold zur einer Rallye über die Marke von $950 an. Dieses Niveau konnte bis zum Schluss des Handels an der COMEX verteidigt werden: $950. 45 Minuten später wurde die Entscheidung des Offenmarktausschusses der FED verkündet.

Der USDX ist heute auf 78,8 gesunken. Die Renditen der 10-jährigen Treasuries verharrten heute bei 3,7 Prozent. Der Quotient aus beiden Werten ist leicht auf 21,3 (Dienstag: 21,4) gesunken.


Neu 2009-08-12:

Gold-Bericht für den 11. August 2009:

Die Kreditvergabe in China ist im Juli 2009 auf ein Viertel des Niveaus vom Vormonat gefallen, ein Rückgang um bemerkenswerte 77 Prozent. Mit ihrer bisher stark expansiven Geld-Politik, begleitet von einem riesigen staatlichem Investitions-Programm wollte man den starken Einbruch der Exportwirtschaft mit einer Ankurbelung der Wirtschaft kompensieren. Das Geld sollte also nicht mehr in die stark exportabhängige Wirtschaft umgelenkt werden, sondern den Aufbau der Binnen-Wirtschaft stärken. Dass die Export-Wirtschaft für China weiterhin ein Problem ist, zeigen die Zahlen vom Juli: Minus 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf der anderen Seite hat diese Geldpolitik einen Teil des frischen Geldes in die Aktien- und Immobilien-Märkte umgelenkt und dort die Preis-Entwicklung befeuert. Die Spieler-Mentalität der Chinesen hat den Shanghai Composite Index seit November 2008 (knapp 1.700 Punkte) bis heute wieder verdoppeln lassen. Wir erinnern uns: Ende 2007 stand dieser Index bereits bei über 6.000 Punkte und hat innerhalb eines Jahres 70 Prozent des Wertes verloren.

Die altbekannten Greespanschen Blasen kehren also wieder zurück. Übrigens nicht nur in China, sondern auch an den anderen Welt-Börsen.

Da Kredit nun durch die Regierung wieder künstlich verknappt wird, steht nun die nächste Runde der Scherung der Investoren-Schafe an. Und da Viele auf Kredit spekulieren, werden wohl einige auf der Schlachtbank landen.

Aus den Bürgern, bisher wohl eher Azubis ("Auszubildende") in Sachen Finanz-Investments, werden erneut Azubus ("Auszublutende"). Selbst den durch die Krise zu Gold-Investoren Geläuterten geht es mit dem Goldpreis-Anstieg nicht schnell genug. Deshalb orientiert man sich wieder an den hohe Gewinne versprechenden Aktien-Märkten. Gier frisst ja bekanntlich Hirn. Goldman "Government" Sachs, die mit ihrem selbst als manipulationsgefährlich bezeichnetem Trading-Programm diese Aktien-Rallye im Auftrag der Regierung künstlich ausgelöst hat, stellt schon die Plastik-Wannen bereit. Das Blut der Azubus wird verwurstet und an der nächsten Currywurst-Bude den Goldman Sachs Tradern als Boni angeboten. So geht im Naturkreislauf des Finanz-Systems jedenfalls nichts verloren.

Nach dem gestrigen Angriff auf den Gold-Preis, flankiert mit einer Dollar-Hebung und einer Stabilisierung der Staatsanleihen, ist eine kurzfristige Erholung des Gold-Preises nicht in Sicht. Der Grund: Eine mögliche Entscheidung des Offenmarktausschusses (FOMC) der FED wird erst am kommenden Mittwoch um 20:15 Uhr MEZ verkündet. Um diese Zeit wird die COMEX bereits seit 45 Minuten geschlossen sein.

Auf der anderen Seite ist der derzeitige Gold-Preis von knapp $950 nahe an der Grenze von $1.000 --- zumindestens wenn die FED weitere stark expansive Massnahmen morgen beschliessen will. Wir blicken zurück: Der Beschluss des FOMC zur QE-Initiative vom 18. März hat den Gold-Preis noch im späten Access Handel von $890 auf $940 hochgetrieben. Im Handel am 19. März stieg Gold dann auf $960 an --- ein Gewinn von $70. Aber die zwei Tage zuvor wurde Gold "vorsorglich" um knapp $40 gedrückt.

Was nun wirklich beschlossen wird, wissen lediglich die Trader des Gold-Kartells. Wer mit der Regierung Geschäfte macht (insbesondere Goldman Sachs) oder der FED (insbesondere JP Morgan), der wird durch Anwendung seines Insider-Wissens eben gute Geschäfte machen.

Gold schwankte den heutigen Tag fast leblos um die beiden gestern vom Gold-Kartell eingemeisselten Marken von $945 (Niveau der Anfangs-Drückung und Schlusskurs an der COMEX) und $945 (Londoner P.M. Fix). Zu gross ist die Unsicherheit der Marktteilnehmer, was die FED nun beschliessen wird. Die eine Fraktion, befeuert von den System-Medien wie CNBC und Bloomberg, erwartet ein Signal für eine restriktivere Geld-Politik, um der Inflationsgefahr zu begegnen. Begründen tut sie dies mit dem die letzten Tage Stärke gewinnenden US-Dollar und den angeblich positiven Wirtschaftsnachrichten. Andere erwarten eine Verlängerung oder sogar eine Aufstockung der Ende September auslaufenden Massnahmen zum Ankauf von Treasuries durch die FED. Der A.M. Fix kam mit $946,00 (EUR 668,22) zustande.

Am Nachmittag dümpelte Gold auf diesem Niveau weiter in den Handel an der New Yorker COMEX. Erst kurz vor dem P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ musste Gold einige Dollar abgeben. Der P.M. Fix kam mit $942,75 (EUR 667,72) um $2 niedriger als noch vor 24 Stunden zustande. Am physischen Markt in London hält der Druck auf den Gold-Preis also an. Zum Ende des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder auf $945 befestigen.

Was schreiben die auf der Payroll des Gold-Kartells stehenden Kommentatoren und Experten zur derzeitigen Preisentwicklung. Jon Nadler (KITCO) weist insbesondere daraufhin, dass der Gold ETF 66 Tonnen Gold gegenüber seinem Höhepunkt von Anfang Juni 2009 verkauft hat und interpretiert dies als ein Signal, dass Gold seinen Höhepunkt überschritten habe. Leser meiner Berichte wissen, warum das Interesse an einem Investment in die Gold ETFs abnimmt: Weil sie in Verdacht stehen, das ausgewiesene Gold gar nicht zu haben bzw es an die Gold-Kartell Banken (illegalerweise) verliehen zu haben. Eine Reihe von grösseren Investoren hat wohl deshalb ihre Bestände in Gold ETFs verkauft und sich dafür selbst mit physischem Gold eingedeckt. Der zweite Kommentar kommt von Philip Klapwijk, Chairman des Londoner Gold Research & Consultancy Unternehmens GFMS. Er weist auf die bedingt durch die angeblich hohen Preise zurückfliessende Menge an Scrap Gold hin. Ausserdem interpretiert er das kürzlich von den europäischen Zentralbanken abgeschlossene Abkommen über Goldverkäufe (max 400 Tonnen pro Jahr anstelle von 500 Tonnen aus dem ablaufenden Abkommen) dahingehend, dass die Zentralbanken nun wieder verstärkt Gold-Leasing Geschäfte vornehmen könnten (was natürlich Gold-negativ wäre). Nach meiner Ansicht ist ein Grossteil des europäischen Goldes bereits unsichtbar für die Öffentlichkeit verleased. Und die grosse Menge Scrap Gold, die von GFMS in der Demand / Supply - Rechnung ausgewiesen wird, ist grösstenteils dieses unsichtbar verliehene Gold.

Solange diese Kommentatoren den Gold-Preis schlechtreden müssen, besteht mittelfristig keine Gefahr auf ein Ende der Hausse.

In dieser Woche müssen $75 Mrd an Treasury Notes abgesetzt werden ($37 Mrd an 3-jährigen Treasuries heute, $23 Mrd an 10-jährigen Treasuries am Mittwoch und $15 Mrd an 30-jährigen Treasuries am Donnerstag). Unter Bloomberg heisst es zur heutigen Versteigerung der 3-jährigen Treasury Notes: " Treasuries rose after the sale of a record $37 billion of three-year notes attracted the most demand ever from a group of investors that includes central banks, easing concern foreign buyers will shy away from U.S. auctions as the economy shows signs of recovering from recession. "

Meine geäusserte Vermutung scheint sich zu bestätigen: Die EZB bzw die EZB-Mitgliedsbanken kaufen der Treasury ihre Staatsanleihen ab. Dabei schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe --- der US-Dollar wird durch den Tausch neu geschaffener Euros gegen Dollar am Devisen-Markt gestärkt und gleichzeitig bleiben die Renditen der Treasuries unter Druck wegen der "starken Nachfrage". Die Renditen der als Referenzwert dienenden 10-jährigen Treasuries fielen heute auf 3,7 Prozent. Der USDX gab heute 0,1 Punkte auf 79,1 ab. Der von mir ermittelte Quotient aus den USDX und den Renditen ist heute auf 21,4 (Montag: 20,8) gestiegen. Innerhalb kürzester Zeit haben wir die Bestätigung für drei Monetarisierungs-Massnahmen der US-Staatsanleihen erhalten:
1. Direkter Aufkauf der Staatsanleihen durch die FED im Rahmen von Quantitative Easing
2. Indirekter Aufkauf der Staatsanleihen durch die FED durch (P)OMO Geschäfte mit den Primary Dealer Banken (die die Staatsanleihen ersteigern mussten)
3. Direkter Aufkauf der Staatsanleihen durch die EZB und anderer Notenbanken im Rahmen der Ausweitung ihrer Devisen-Reserven

Irgendwann werden die Investoren-Schafe feststellen, dass man sie (wieder einmal) geschoren hat. Vielleicht werden sie dann kapieren, dass nur Gold die verbliebenen Reste ihres Vermögens schützen kann. Dann werden auch noch so trickreiche Massnahmen des Gelddruckens nicht mehr weiterhelfen.

Bitte, bitte diesen Ochsen Jon Nadler nicht auch noch hier erwähnen.


Neu 2009-08-11:

Gold-Bericht für den 10. August 2009:

Im Laufe des letzten Freitag konnte der US-Dollar gegenüber dem Warenkorb aller anderen wichtigen Währungen um einen ganzen Punkt auf 78,9 zulegen. Gleichzeitig wurde dieser massive Dollar-Anstieg mit der Goldpreis-Drückung im Anschluss an die monatlichen Arbeitsmarkt-Daten des "Wahrheitsministeriums" BLS begleitet. Schaut man sich den Anstieg des USDX am letzten Freitag genauer an, dann fällt auf, dass insbesondere der Euro gegenüber dem US-Dollar kräftig Federn lassen musste. Die System-Reparatur war also wohl eine koordinierte Aktion der EZB und der FED, bei der zusätzliche Euro-Liquidität gegen US-Dollar in die Devisen-Märkte geflossen ist.

Man erkennt, dass der Euro auch keine Hartwährung mehr sein will, geschweige denn eine Fluchtwährung. Gleichzeitig wurden trotz der Gold-Drückung in US-Dollar berechnet keine weiteren Anreize für die stark Gold nachfragenden Nationen des Euro-Raum geschaffen. Gold in Euro gerechnet ist eben nicht gesunken.

In der ersten Hälfte dieser Woche dürfen sich die Gold-Freunde auch keine Hoffnung auf eine kurzfristige Erholung des Gold-Preises machen. Am Dienstag und Mittwoch tagt der Offenmarktausschuss (FOMC) der FED in Washington. Wesentliche geldpolitische Entscheidungen werden zwar nicht erwartet, aber letzte Woche hat uns ja auch die Bank of England mit einer weiteren massiven Ausweitung ihrer "Quantitativing Easing" Initiative zum Ankauf von Gilts (U.K. Staatsanleihen) überrascht. Und am letzten Donnerstag wurde berichtet, dass die FED im Rahmen ihrer permanent Open Market Operations (Anmerkung: Das ist nicht das Programm zum Ankauf von Treasuries über QE) die letzte Woche frisch von der U.S. Treasury an die Primary Dealer verkauften 7-jährigen Treasury Notes zur Hälfte von den Primary Dealer Banken zurückgekauft hat. Einem Beobachter ist aufgefallen, dass die CUSIP-Nummer, die die Wertpapiere eindeutig identifiziert, bei beiden Transaktionen die gleiche war.

Für die Nicht-Gläubigen: Am 30. Juli wurden $9,8 Mrd an 7-jährigen Staatsanleihen durch die Treasury versteigert. CUSIP Number: 912828LD0. Das Versteigerungs-Ergebnis kann man anhand der CUSIP Number selbst googlen. Die New York FED veröffentlicht unter ihrer Web-Seite http://www.newyorkfed.org/markets/pomo/display/index.cfm?showmore=1&opertype=orig die Aktivitäten ihrer OMO (Open Market Operations) Treasury. Unter "Operation 2 - Results" vom 6. August ist folgendes gelistet: 912828LD0 (CUSIP) T 03.250 07/31/16 (Security Description) 4,753,000,000 (Par Amt Accepted $). D.h. die New York FED hat von den kürzlich emitierten $9,8 Mrd Staatsanleihen im Rahmen ihrer OMO wieder $4,753 Mrd aufgekauft.

Auch die am 29. Juli versteigerten 5-jährigen Treasuries (CUSIP 912828LC2) im Umfang von $13,65 Mrd wurden durch die FED aufgekauft. "Operation 3 - Results" vom 5. August listet folgendes auf: 912828LC2 (CUSIP) T 02.625 07/31/14 (Security Description) 206,000,000 (Par Amt Accepted $). Hier hat die NY FED lediglich $206 Mio aufgekauft.

Die Monetarisierung mit (P)OMO funktioniert folgendermassen: Die Primary Dealer Banken kaufen die bei der Versteigerung nicht absetzbaren Treasuries auf. Im nächsten Schritt monetarisiert die New York FED diese Treasuries durch Ankauf von den Banken.

Letzte Woche habe ich berichtet, dass die Obama-Administration nun dazu übergegangen ist, Wirtschaftsdaten nicht nur zu manipulieren, sondern offensichtlich zu fälschen. Auch bei der QE-Initiative ist diese Administration (bzw die FED) dazu übergegangen, die neu herausgegebenen Staatsanleihen über den Umweg der Primary Dealer direkt zu monetarisieren. Vorgesehen war "Quantitative Easing" lediglich, um die Real-Zinsen für längerfristige Anleihen zu drücken. Das heisst die Obama-Administration hat für ihre Staatsschulden am Markt keinen Kredit mehr (das Rating AAA ist sowieso nur noch eine Makulatur).

Uns sollte deshalb nicht überraschen, wenn das $300 Mrd starke QE-Programm in der Sitzung des FOMC am Dienstag oder Mittwoch noch massiv ausgeweitet werden muss. Die Politiker sprechen schon von der Notwendigkeit weiterer Konjunktur-Programme, um die notdürftig am Leben erhaltene U.S.-Wirtschaft nicht in eine zweite Depressions-Welle zu entlassen.

Je intensiver die Gold-Drückung die nächsten Tage durchgeführt wird, desto gravierendere Entscheidungen sind von dem FOMC-Meeting zu erwarten.

Über das "Deutsche Volksgold", das die Bundesbank in unserem Auftrag verwahrt, berichtete der internationale Journalist Max Kaiser, dass ihm bei seinem Besuch am 17 März 2008 in der Zentrale in Frankfurt a.M. bestätigt wurde, dass die deutschen Gold-Reserven in New York verwahrt werden (wahrscheinlich in den Kellern der New Yorker FED). Das legt die Vermutung nahe, dass sich die U.S.-Administration Teilen dieses Gold-Schatzes bemächtigt hat, und den Gold-Markt mit 400 Unzen-Barren manipuliert hat. Bei der Summe der verbrechensähnlichen Delikte, die zur Zeit an den Märkten ergriffen werden, liegt diese Massnahme nicht fern.

Es kursieren schon seit einigen Monaten Gerüchte, dass die Bundesregierung mit Antritt der Obama-Administration auf eine Repatriation des deutschen Goldes drängt. Anscheinend ist dieser Wunsch ungehört verhallt. Wahrscheinlich existiert schon ein Grossteil dieses Goldes nicht mehr. Da können die grossen Vereinigten Staaten sich nicht gegenüber Deutschland die Blösse geben, dass deren Gold bereits "weg" sei.

Der Gold-Handel startete heute früh im asiatischen Markt mit leichten Preis-Abschlägen. Im Londoner Vormittags-Handel konnte Gold diese Verluste wieder wettmachen, musste aber dann zum A.M. Fix um 11:30 Uhr MEZ doch wenige Dollar auf $953,50 (EUR 671,72) abgeben. Im Vergleich zum A.M. Fix vom letzten Freitag betrug der Rückgang $7, wobei zu diesem Zeitpunkt die Arbeitsmarkt-Daten noch nicht veröffentlicht waren.

Dieses Preis-Niveau hielt bis zum Beginn des Handels an der New Yorker COMEX. Um 14:25 Uhr MEZ, also 5 Minuten nach Eröffnung des Handels wurde Gold innerhalb einer Minute von $952 auf $945 gedrückt. Die Drückung kam 1 Minute später erst auf einem Niveau von $942 zum Stillstand. Einen solch massiven Preis-Einbruch ohne vorliegende Nachrichten ist eine in letzter Zeit öfters beobachtete massive Attacke des Gold-Kartells. Inzwischen bemüht man sich bei seinen Aktionen gar nicht mehr, bestimmte Nachrichten und Ereignisse vorzuschieben, damit die Kartell-bezahlten Gold-Schreiberlinge einen Grund für den Preis-Verfall publizieren können.

Die Angst vor der Reaktion des Marktes auf die Entscheidung der FED FOMC-Sitzung muss wohl gross sein.
Wie erwartet wurde diese im Future-Markt eingeleitete Gold-Preisdrückung zum Londoner P.M. Fix mit einem massiven Verkauf von Zentralbank-Gold abgesichert. Der P.M. Fix kam mit $945,00 (EUR 667,23) um $11 niedriger als noch letzten Freitag zustande.

Auf diesem Niveau verharrte Gold bis zum Schluss des Handels an der COMEX - $945.
Der wöchentliche CFTC Commitment of Traders Report und der monatlich veröffentlichte Bank Participation Report für den 4. August (Dienstag letzter Woche) wartet mit einigen interessanten Neuigkeiten auf. Bisher waren im Bank Participation Report immer drei Banken mit einem Volumen von über 100.000 Gold-Futures netto Short. Seit diesem Monat sind es jedoch nur noch zwei. JP Morgan und HSBC halten jetzt zu Zweit fast genausoviel netto Short-Kontrakte, wie vorher noch mit BoA oder Citi Group. 105.936 Kontrakte, d.h. knapp 330 Tonnen Gold wollen diese beiden Akteure vorwärtsverkauft haben. Aus dem COT-Report geht hervor, dass die acht grössten Commercials mit insgesamt 214.487 Positionen netto short sind. Knapp die Hälfte davon haben JP Morgan und HSBC gezeichnet. Im Wochenvergleich haben diese Parteien ihre Short-Position um 16.455 Kontrakte auf insgesamt 310.449 Kontrakte ausgeweitet. Dem gegenüber stehen 217.009 Long Kontrakte der als spekulativ eingruppierten Inhaber von Long-Positionen. Diese haben ihre Long-Position in der Woche um 17.557 Kontrakte ausgeweitet. Gleichzeitig sind diese Parteien nur noch mit 23.495 Positionen Short, ein Rückgang um 3.186.

Der Sprung des Gold-Preises über die Marke von $960 hat wohl eine Reihe von neuen Spekulanten angezogen, die mit den heutigen Aktionen des Gold-Kartells wohl weiter um ihre Position zittern müssen. Oder diese nach der heutigen Anfangsdrückung unter die Marke von $945 bereits wieder aufgelöst haben. Immer und immer wieder machen es diese Parteien dem Gold-Kartell einfach, ihnen das Fell über die Ohren zu ziehen. Von einem Trade und nächsten verlieren sie ihr eigenes Geld oder das Geld ihrer Investoren an JP Morgan, HSBC, Goldman Sachs und andere. The Gartman Letter (TGL) ist ein solcher Trader, der trotz guter technischer Marktkenntnis nach dem Motto handelt: "Ob Long oder Short, das Geld ist fort". Wer auf gehebelte Gold-Investments wie Futures setzt, wird stets durch das Gold-Kartell ausgehebelt.

Die Zaubermeister haben den USDX um weitere 0,3 Punkte (Freitag: + 1,0 Punkte) auf 79,2 ansteigen lassen. Und es kommt noch besser: Die Renditen der 10-jährigen Treasuries sind heute auf 3,8 Prozent gefallen. Der Quotient aus beiden Werten beträgt 20,8 (Freitag: 20,2).

Sie monetisieren und drucken Geld wie die Irren.


Neu 2009-08-08:

Gold-Bericht für den 7. August 2009:

Die derzeit reporteten Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung sind einfach nicht mehr stimmig. Auf der einen Seite wird behauptet, dass die Verbraucher mehr sparen und das gesparte Geld in die durch die ausufernde Verschuldung des Staates neu herausgegebenen Staatsanleihen stecken würden. Und das in einem Umfang, der innerhalb eines Jahres um den Faktor 10 gewachsen sein soll. Fast im gleichen Atemzug will man uns weissmachen, dass die heillos überschuldeten Verbraucher plötzlich mehr auf Kredit konsumieren und damit die Nachfrage anfeuern. Obwohl die Arbeitslosigkeit weiter steigt oder ein Teil der noch Beschäftigten durch Kurzarbeit zum Teil hohe Lohneinbussen in Kraft nehmen muss.

Reuters berichtete am letzten Mittwoch: " The percentage of U.S. homeowners who owe more than their house is worth will nearly double to 48 percent in 2011 from 26 percent at the end of March, portending another blow to the housing market, Deutsche Bank said on Wednesday. … Of prime conforming loans, 41 percent will be "underwater" by the first quarter of 2011, up from 16 percent at the end of the first quarter 2009, it said. Forty-six percent of prime jumbo loans will be larger than their properties' value, up from 29 percent, it said. … For many, the home has morphed from piggy bank to albatross, the analysts said. "

Wie soll der mit einer Hypothek auf sein Haus belastete Konsument denn von der Bank noch Kredit bekommen, wenn heute 26 Prozent und bis 2011 sogar fast die Hälfte der Konsumenten nicht mehr solvent sind.

Wir sind nun in die Phase eingetreten, wo Wirtschaftsdaten nicht nur manipuliert (z.B. durch "saisonale" Faktoren angepasst; unter Ausblendung nichtgewünschter Daten "angepasst") oder durch das Weglassen bestimmter Fakten in der Presse positiv dargestellt werden, sondern wo die Zahlen offensichtlich gefälscht werden. Und mit Fälschung meine ich einen vorsätzlich durchgeführten Betrug durch die Veröffentlichung von objektiv falschen Zahlen.

Heute durften wir ein weiteres Parade-Beispiel mit der Veröffentlichung der Arbeitslosen-Zahlen für den Monat Juli 2009 miterleben. Auf Monatsbasis sind lediglich 247.000 Jobs verlorengegangen und die Arbeitslosen-Quote ist interessanterweise von 9,5 Prozent auf 9,4 Prozent gesunken. Zu tief hat sich die Obama-Administration mit Versprechungen an sein "gläubiges" Volk aus dem Fenster gelehnt. Wenn schon die besseren Zahlen von allein nicht kommen wollen, dann müssen die Zahlen eben selbst "verbessert" werden.

Der Gold-Preis hat sich trotz dieser Zahlen noch relativ gut gehalten. Bill Murphy hat die Gold-Preisentwicklung der letzten fünf Jahre zu den Zeiten der Veröffentlichung der Arbeitsmarkt-Zahlen verfolgt: In 59 von 60 Fällen wurde Gold gedrückt. Den heutigen Tag konnte man deshalb aus Sicht des Gold-Investors abschreiben. Zum A.M. Fix konnte Gold die Marke von $960 noch mit $960,50 (EUR 668,59) halten. Aber bereits zum P.M. Fix musste Gold auf 24-Stundenbasis $8 abgeben. Der P.M. Fix kam mit $956,00 (EUR 670,41) zustande. Der USDX legte heute kräftig auf 78,8 zu --- der Anstieg begann kurz nach Verkündung der Zahlen durch das BLS um 14:30 Uhr MEZ. Der Gold-Preis brach zu dieser Zeit von $963 auf $954 schnell ein, konnte sich aber genauso schnell wieder erholen. Der Eingriff im physischen Markt zum nahenden P.M. Fix liess Gold dann wieder bis auf $955 einbrechen.

Die Renditen der 10-jährigen Treasuries stiegen auf 3,9 Prozent an. Der Quotient aus USDX und den Renditen gab auf 20,2 nach (Donnerstag: 20,6). Damit ist der Tiefstand vom 10. Juni nur noch 0,1 Punkte entfernt. Gold beendete den Handel an der COMEX mit $957. Im folgenden Access Handel wurde weiter gedrückt --- aber das kennen wir ja bereits.


Neu 2009-08-07:

Gold-Bericht für den 6. August 2009:

Wie stark die Art der Darstellung einer Nachricht in der Öffentlichkeit doch einen falschen Eindruck vermitteln kann. Das Bundeswirtschafts-Ministerium verlautbarte, dass die Auftragseingänge der deutschen Industrie auf Monats-Basis um 4,5 Prozent gestiegen seien.

Stutzig wird man, wenn man den zweiten Teil des Kommentars von Roland Döhrn, Konjunkturchef des RWI (Rheinisch-Westfälisches Instituts für Wirtschaftsforschung) liesst: " Wir liegen voll im Plan einer allmählichen Erholung der deutschen Wirtschaft. Das ändert nichts an dem erwarteten Rückgang der Wirtschaftsleistung von mehr als sechs Prozent in diesem Jahr. "

Gerade in der Investitions-Güterindustrie besteht ein zum Teil erheblicher Zeitversatz zwischen Auftragseingang (also Eingang der Bestellung) und dem Umsatz (also der Komplettierung des Projektes oder des Produktes). Bei Gross-Vorhaben wie den Kraftwerksbau kann dieser Zeitversatz mehrere Jahre betragen. Als Ende letzten Jahres die Auftragseingänge stark eingebrochen sind, hat das auf die reale Produktion noch nicht einen so grossen Einfluss gehabt. Man hat eben noch das bestehende Auftrags-Polster abbauen können.

Was allerdings in der Nachricht verschwiegen wird ist, dass auf Jahresbasis der Auftragseingang um 25,4 Prozent eingebrochen ist. Hier kann man weder von einer Stabilisierung und schon gar nicht von einem Ende der Rezession sprechen. Vielmehr bestätigt sich der sehr schwache Auftragseingang der vergangenen 9 Monate. Wenn wir dann im Herbst auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres angekommen sind, werden die Zahlen auf Jahresbasis natürlich wieder besser werden. Hier wird uns dann wohl die nächste grosse Heilsbotschaft mit jährlichen Zuwachszahlen von 10 Prozent aufgetischt werden.

Dass die Rezession lange noch nicht überwunden ist, kann man an der heutigen Entscheidung der Bank of England (BoE) erkennen: Die BoE war ein Vorreiter beim Ankauf von Staatsanleihen, auch Quantitative Easing (QE) genannt. Beim QE kauft die Notenbank Staatsanleihen an den Bond-Märkten auf, um deren Kurs zu stützen. Bzw da sich Kurs und Real-Zinsen invers zueinander verhalten, die Real-Zinsen zu drücken. Die Regierung braucht frisches Geld, um mit ihrer keynesianistischen Politik mit Hilfe hoher Staatsausgaben die Wirtschaft am Leben zu erhalten. Die Ausgaben werden auf Pump, d.h. durch Verkauf von neuen Staatsanleihen "finanziert". Die Staatsanleihen finden schon längst keine Investoren mehr an den Märkten (Anmerkung: Alle Pressmeldungen, die dies trotzdem implizieren, sind reine "Wunschvorstellungen", da es diese Masse freier Investoren-Gelder gar nicht gibt) - d.h. sie müssen über die BoE indirekt monetorisiert werden. Das geschieht unter Ausweitung der Bilanz der BoE. Die BoE schafft frisches Geld (durch die Notenpresse) und gibt den Verkäufern dieses frische Geld im Austausch für die Staatsanleihen. Die BoE bucht die Staatsanleihen auf der Aktiva-Seite ("assets") ein, während das frisch gedruckte Geld auf der Passiva-Seite ("liabilities") gebucht wird. So einfach ist es, neues Geld zu "erzeugen".

Bisher hat die BoE ein (selbstdefiniertes) Budget von GBP 125 Mrd für diese Initiative gehabt. Aber das reicht trotz anderer Erwartung vieler "Experten" nicht aus. So wurde das Programm um weitere GBP 50 Mrd aufgestockt. Im Vergleich zu den U.S.A. ist die U.K. ein Winzling, aber sie leistet sich ein QE-Programm in der gleichen monetären Höhe wie die FED ($300 Mrd).

In Wirklichkeit werden mit dieser Initiative die Staatsausgaben über die Notenpresse finanziert. Erwartungsgemäss hat dies dem Kurs des englischen Pfunds nicht gut getan - aber die Notenbanken sprechen sich untereinander ab, so dass der Schaden begrenzt werden kann. Wenn das Pfund schwach wird, dann kaufen die anderen Notenbanken eben Pfund gegen ihrer eigene Währung auf. Damit machen sie zwar ihre eigene Währung auch schwach, aber das würde höchstens beim Gold-Kurs auffallen. Deshalb wird bei solchen Aktionen Gold immer im Vorfeld kräftig gedrückt, damit der Investor denkt, dass alles OK sei.

Im Prinzip kann sich über diese Methode jeder Staat im beliebigen Umfang mit Hilfe der Notenpresse seiner Zentralbank in der eigenen Währung finanzieren. Das sehen wir ja auch zur Zeit in den U.S.A., wo nur noch jeder zweite Dollar aus Steuereinnahmen stammt. Die Staatsanleihen sind in einem solchen Papier-Währungssystem immer die Anlage-Komponente mit Null Risiko. Man beobachtet, dass man sich von einer falsch an der Schule gelernten Vorstellung endgültig verabschieden muss: Dass die Notenbanken die Hüterinnen der Währung sprich Geldwertstabilität sind. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Notenbanken sind die Komplizen der Regierungen bei der hemmungslosen Ausgaben-Politik auf Pump. Und findet sich kein Dummer mehr, der die Papiere dem Staat abkauft, dann monetarisiert sie die Notenbank selbst. Allerdings eine Gefahr besteht: Der Abverkauf der Währung - entweder gegen reale Werte wie Aktien, Rohstoffe, Immobilien, Lebensmittel usw. Oder der Abverkauf gegen andere Währungen inklusiv Gold.

Um 13:00 Uhr MEZ kam die Nachricht der BoE und der Pfund-Kurs sank gegenüber dem Euro innerhalb von wenigen Minuten von 0,846 EUR/GBP auf 0,853 EUR/GBP ab. Der Gold-Kurs zündete mit einen halben Stunde Verzögerung von $962 auf $970. Innerhalb dieser 30 Minuten sind die anderen Notenbanken wohl der BoE zur Hilfe gekommen. Wenn die U.K. ihre Währung verwässert ist das primär für den Dollar gegen Gold neutral. Wenn aber nun zur Stützung des Pfundes auch der Dollar verwässert wird, dann steigt Gold an. Es ist wirklich erstaunlich, wie einfach bestimmte Kursverläufe nachzuvollziehen sind.

Und eine weitere Beobachtung konnte man heute machen: Immer wenn die Währung eines Staates in Bedrängnis kommt, dann wird Druck auf den Gold-Preis an den beiden Londoner Marken des physischen Handels ausgeübt. Die Notenbanken öffnen ihre Gold-Lager und verkaufen auf verstecktem Wege Gold in den Londoner Markt. Die nun frühzeitig beobachteten Nachfrager aus Indien freuen sich.

Der gestrige und sich heute Vormittag fortsetzende Druck auf den Gold-Preis diente also einzig und allein zur Absicherung der erweiterten QE-Initiative der BoE. Schön zu beobachten ist heute, dass die jeweiligen Tiefpunkte im Marktgeschehen um die beiden Londoner Fixe (A.M. Fix um 11:30 Uhr MEZ und P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ) lagen. Zum A.M. Fix war fast die schon als sicher geglaubte Marke von $960 in Gefahr: $960,75 (EUR 667,23) und damit $4 weniger als gestern lautete der A.M. Fix. Und auch der P.M. Fix kam, als Gold schon um die Marke von $970 tendierte, relativ schwach mit $964,00 (EUR 671,54) zustande. Das sind zwar $3 mehr als gestern zur gleichen Zeit. Aber dort wurde noch versucht, die Marke von $960 nach unten zu durchbrechen.

Viele Leser werden sich fragen, wie Zentralbankgold verkauft werden kann, obwohl sich die Gold-Bestände der grossen Notenbanken (U.S.A. über 8.000 Tonnen, Deutschland ca 3.500 Tonnen) quasi nicht verändern. Ein Veröffentlichung der realen Verkäufe würde sofort die mit hunderten von Milliarden Dollar ausgestattete Hedge-Fonds veranlassen, gegen die Notenbanken Gold zu kaufen. Würden die Vorräte erschöpft sein, dann müsste der Gold-Preis förmlich explodieren und die Hedge-Fonds könnten riessengrosse Gewinne einfahren. Weisen die Notenbanken jedoch grosse und unveränderte Gold-Bestände aus, dann wissen die Hedge-Fonds nicht mehr, wie stark ihr Gegner in Wirklichkeit noch ist. Alle westlichen Zentralbanken verleihen deshalb ihr Gold über die Kartell-Banken, weisen aber ihre Bestände als Gold (d.h. real existierende Barren) und Goldforderungen (d.h. verliehenes und real nicht mehr existentes Gold) in einer Summe aus. Ausnahme: Die Schweizer Nationalbank (SNB). Mit diesen Gold-Leihe Operationen wurden bereits viele tausende von Tonnen Zentralbank-Gold "unsichtbar" in den Londoner Markt gekippt. Das Risiko eines steigenden Gold-Preises haben de facto die Kartell-Banken, aber die Leih-Operationen werden kontinuierbar verlängert. Erst wenn das System endgültig kippt, werden diese Aktionen der Öffentlichkeit bekannt werden. Dann ist aber alles "Volksgold" bereits in Besitz der "starken Hände".

Morgen um 14:30 Uhr MEZ werden die Arbeitslosen-Zahlen durch das "Wahrheitsministerium" BLS für den Juli 2009 verkündet. Hier gilt: Je schlechter die Zahlen, desto agressiver wird die Goldpreis-Drückung ausfallen.

Der US-Dollar wird bereits im Vorgriff der morgigen Nachrichten gehoben - USDX: 78,10. Auch Gold wurde zum Schluss des Handels an der COMEX auf bis zu $960 zurückgestutzt. Die Schock-Nachricht der BoE, die Gold auf über $970 hat klettern lassen, wurde wieder von dem Gold-Kartell pariert. Die Renditen der 10-jährigen Treasuries verharrten bei 3,8 Prozent. Der Quotient aus dem USDX und den Renditen stieg heute wieder leicht auf 20,6 (Mittwoch: 20,4) an. Sehen wir morgen eine Zahl von über 10 % (U-3) bei der offiziell gemeldeten Arbeitslosen-Zahlen ?

Wahrscheinlich: Im späten Access Handel wurde Gold weiter gedrückt - $956.


Neu 2009-08-06:

Gold-Bericht für den 5. August 2009:

Jürgen Trittin von den Grünen hat die Diskussion über eine Vermögensbesteuerung neu belebt. In meinem Bericht vom 22. Juli hatte ich schon vermutet, dass die sogenannten Experten nur "vorgeschickt" wurden, um für die Politiker den Boden zu bereiten. Zitat vom 22. Juli: " Die ganzen Meldungen der letzten Tage, Wochen und Monate zur Erhöhung von Mehrwertsteuer, einer neuen Vermögens-Steuer, einer Reichensteuer getragen von Experten, Wirtschafts-Instituten und anderen staatbezahlten Schreiberlingen dienen nur einem Zweck: Den Boden für eine erneute massive Ausplünderung des Mittelstandes zu bereiten. Nur da ist für den Staats-Kraken noch ausreichend Geld zu holen. Wie wäre es mit einer Zwangs-Hypothek auf das hart ersparte Eigenheim. "

Trettin wird in der FTD folgendermassen zitiert: " "Es gibt rund 800.000 Menschen, die jeweils über eine Million Euro und ungefähr 23 Prozent des Realvermögens in Deutschland besitzen", sagte Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin im FTD-Interview. "Diese sollten wir zweckgebunden für die Risiken aus der Bankenrettung und dem Deutschlandfonds heranziehen." Trittin spezifizierte damit erstmals die Grünen-Ankündigung einer Vermögensabgabe. "Sie wird einmal zweckgebunden erhoben, die Zahlung aber sollte über zehn Jahre gestreckt sein, damit sie nicht zu Schwierigkeiten für die Betroffenen führt", so der Ex-Umweltminister. Als Berechnungsgrundlage für den Wert des Privatvermögens solle es einen Stichtag geben. "

800.000 Menschen in Deutschland erhalten also den Stempel "Superreiche". Es handelt sich hier nicht um die 10.000 Einkommen-Millionäre in Deutschland, sondern Bürger mit einem Eigenheim, das vielleicht aufgrund der Lage 500.000 Euro wert ist. Und dann haben diese angeblichen "Superreichen" auch noch kurz vor dem Erreichen des Rentenalters mehrere hundertausend Euro (kapitalisiert) in privaten Rentenversicherungen liegen. Da wird man schneller zum Millionär als vermutet.

Nun will Trettin zu dem Instrument greifen, dem diese Gruppe am wenigsten ausweichen kann - die Vermögensabgabe. Es sei denn, sie verstecken ihr Vermögen z.B. durch Anlage in Gold. Aber das sollten die Leser dieser Seite langsam verinnerlicht haben, oder ? Am 23. Juli habe ich das als die gefährlichste Methode der Vermögensbesteuerung identifiziert: " Viel gefährlicher ist eine Vermögensabgabe. Mit dieser können in einer Einmal-Aktion grosse Geld-Beträge abgeschöpft werden. Bei der Vermögensabgabe wird das Vermögen mit einem Satz von beispielsweise 50 Prozent zwangsbelastet und der Steuerschuldige muss über einen Zeitraum von mehreren Jahren diese Schulden durch Zahlungen an den Staat abtragen. Diese gestaffelte Zahlung verhindert, dass der Belastete an seiner Schuld bankrott geht. Auf der anderen Seite sichert sie dem Staat ohne viel Aufwand gleichbleibende Einkünfte für viele Jahre. Eine Flucht ins Ausland ist nicht möglich, da das Vermögen zu einem Stichzeit-Punkt bereits besteuert ist. Will der Steuer-Pflichtige flüchten, dann verbleiben 50 Prozent des Wertes beim Staat. "

Nun scheint Trettin nicht von 50 Prozent zu sprechen, wie ich damals geschrieben habe. Aber die Beträge könnten stark steigen, wenn die Verpflichtungen des Staates gegenüber den Banken doch stärker zum Tragen kämen, als vermutet. Aus der FTD wird Trettin zitiert: " Über das Ausmaß der Ausfälle im 100-Mrd.-Euro schweren Deutschlandfonds für notleidende Unternehmen und beim 480-Mrd.-Euro-Bankenrettungsfonds Soffin gibt es derzeit keinerlei Prognosen. Selbst bei einem extrem konservativ geschätzten Netto-Ausfall von drei Prozent der Darlehen und Bürgschaften kämen auf die öffentliche Hand Kosten von 17,4 Mrd. Euro zu. Auf 800.000 Vermögende umgelegt, ergäbe dies eine Belastung von je 21.750 Euro. Bei einem Ausfall von fünf Prozent müsste jeder Superreiche 36.250 Euro tragen. "

Zur Zeit hat ein Grossteil dieser "Vermögenswerte", die mit den Garantien abgesichert werden sollen, wohl einen Wert im niedrigen einstelligen Prozentsatz. Da kommen die 50 Prozent schneller zusammen als viele vermuten. Interessanterweise bezeichnet der Redakteur der FTD die Vermögens-Millionäre selbst als "Superreiche". Wahrscheinlich gehört er auch zu der Gruppe, deren Einkommen ein "durchlaufender Posten" ist, d.h. die ihr verdientes Geld sofort wieder ausgeben und nicht verstehen können, wie man sich in seinem Arbeitsleben 1 Millionen zusammensparen kann. Es ist schon bedenklich, dass damit der besserverdienende Mittelstand in den Rang der Superreichen selbst durch die Wirtschafts-Presse erhoben wird.

Die Zeit, sein Vermögen intelligent gegen den Zugriff des Staates "sicher" zu machen, läuft merklich ab. Obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass Trittin mit seiner Partei im Herbst an die Regierung kommt, nicht besonders gross ist.

Gold als Helfer gegen eine staatliche Vermögensabgabe konnte sich im gestrigen Access Handel trotz des Drückungsversuchs des Gold-Kartells nach Ende des Handels an der COMEX zum Handelsschluss wieder auf $968 befestigen. Im heutigen asiatischen Handel stand Gold jedoch wieder leicht unter Druck. Die Marke von $965 wurde aber nicht nachhaltig nach unten durchbrochen. Auch im frühen Londoner Handel setzte sich die Tendenz fort und der A.M. Fix mit $964,50 (EUR 670,07) bestätigte, dass auch die physischen Nachfrager von Gold bereit sind, über $960 für die Feinunze zu bezahlen. Auf 24 Stunden-Basis ist dies ein Zuwachs von $11.

Im Nachmittags-Handel tat sich auch nicht viel und die ersten 90 Minuten an der COMEX verliefen ruhig. Dann stürzte Gold aber plötzlich bis auf $960 ab. Wir kennen dieses Muster: Die Zentral-Banken sind mit frischem Gold dem Kartell im Londoner Handel kurz vor dem P.M. Fix zur Hilfe geeilt. Aber auch diese Hilfe konnte den Gold-Preis nicht unter die Marke von $960 drücken. Der P.M. Fix kam mit $960,50 (EUR 668,55) unverändert gegenüber dem gestrigen Wert zustande.

Zum Ende des Handel an der COMEX konnte sich Gold wieder knapp an die Marke von $965 heranarbeiten und verlor auf 24-Stundenbasis nur wenige Dollar. Die "Marginot-Linie" Gold $960 ist also nun nachhaltig durchbrochen worden. Die nächste kritische Marke wird der Bereich $980 bis $1.000 werden.

Sowohl die heutige Entwicklung des US-Dollars und der Renditen der 10-jährigen Treasuries kommen dem Gold-Kartell nicht gelegen. Der USDX tendierte mit 77,5 um 0,2 Punkte niedriger als gestern, während die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes auf 3,8 % anstiegen. Der Quotient aus beiden Parametern nähert sich mit 20, 4 (Dienstag: 21,0) bedrohlich der Marke von 20.

Die koordinierten Massnahmen der FED und der Treasury (unter Zugriff auf die Reserven des ESF) scheinen nicht mehr auszureichen, um Gold unter Kontrolle zu halten. Das Gold-Kartell wird deshalb die koordinierte internationale Hilfe der anderen Notenbanken nachfragen, um den Dollar durch Flutung der Devisen-Märkte mit Euros, Yen, Schweizer Franken zu stützen. Die letzte solche Aktion wurde am 12. Juni gestartet und hat den USDX von 79,7 auf bis zu 80,8 stabilisiert. In der Folge wurde Gold um bis zu $30 gedrückt.

Aber während noch vor wenigen Monaten der Gold-Preis mehrere Wochen benötigt hatte, um sich nach einer koordinierten Gold-Drückung wieder aufzurichten, scheinen die Erholungs-Zyklen jetzt immer kürzer zu werden. Zuletzt im Bereich von wenigen Tagen. Die Manipulations-Arzneimittel scheinen immer weniger und immer kürzer zu wirken. Und in wenigen Wochen beginnt die Goldnachfrage-Saison in Indien. Wann bekommt der Patient seine Überdosis ?


Neu 2009-08-05:

Gold-Bericht für den 4. August 2009:

Gegen den etatistischen Kurs der Obama-Administration regt sich verstärkt Widerstand aus der FED und anderen staatlichen Organisationen wie der Börsenaufsicht SEC und des Einlagensicherungs-Fonds FDIC. Die FTD berichtete heute in ihrer Online-Ausgabe: " "Es reicht" --- Geithner beschimpft Fed und SEC. Die US-Regierung will die Finanzaufsicht reformieren. Doch aus allen Behörden hagelt es Kritik. Finanzminister Geithner rief die Chefs der Notenbank, Börsenaufsicht und Einlagensicherung zur Ordnung auf - in einer heftigen Schimpftirade. "

Und weiter heisst es in dem FTD-Bericht: " Bei einem Treffen mit dem Chef der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, der Chefin der Börsenaufsicht SEC, Mary Schapiro, und der Vorsitzenden des Einlagensicherungsfonds FDIC, Sheila Bair, verbat sich Geithner destruktive Kritik am Obama-Plan. Er forderte sie auf, Ärger über ihren möglichen Machtverlust nicht mehr öffentlich zu äußern, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Montag. Er habe den Aufsehern gesagt, dass "es reicht", berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen. "

Das hat dem bereits sehr schwachen Dollar zwar nicht weiter geschadet. Aber die 10-jährigen Treasuries gaben heute weiter nach. Der USDX steht bei 77,7 und die Renditen der Treasuries stiegen auf 3,7 Prozent. Der von mir ermittelte Quotient aus dem USDX und den Renditen ist heute auf 21,0 gefallen (Montag: 21,5). Das ist der tiefste Stand seit Anfang Juni 2009, wo dieser Wert bei 20,1 lag. Gold konnte den Angriff am Vormittag parieren und der wichtige Londoner P.M. Fix konnte die psychologisch wichtige Marke von $960 mit $960,50 (EUR 666,23) leicht nach oben durchbrechen. Das ist auf 24-Stundenbasis zwar nur ein Anstieg um $1. Aber die Vormittags-Drückung konnte mehr als wettgemacht werden.

Der A.M. Fix kam mit $953,50 (EUR 662,94) um $1 niedriger als noch zum gestrigen A.M. Fix zustande.
Insgesamt ist die heute Entwicklung des Gold-Preises eine Überraschung, nachdem gestern das Kartell kurz vor Schluss des Handels an der COMEX den Preis noch unter die Marke von $960 drücken konnte. Im Access Markt setzte sich dieser Druck fort und so ging Gold mit $956,50 aus dem gestrigen New Yorker Handel. Mit dem kurzzeitigen Überschreiten der Marke von $960 wurden wohl eine Reihe von "Buy Stop" Aufträgen ausgelöst, die Spekulanten in den Gold-Markt getrieben haben. Die Taktik des Kartells ist klar: Nachdem diese Gruppe nun "long" ist, kann man den Gold-Preis wieder unter $960 drücken und die Händler fangen an zu zittern. Dann fehlt nur noch eine der üblichen Attacken auf den Gold-Preis und schon verlassen diese Händler den Markt wieder mit fliehenden Fahnen.

Diese Strategie des Gold-Kartells ist heute gründlich schief gegangen. Waren es die Streitigkeiten mit Geithner, die die Kartell-Banken dazu ausgenutzt haben, ihre Macht gegen eine stärkere Regulierung der Obama-Administration zu zeigen ? Wenn ja, dann müssen Geithner und Summers jetzt wohl zittern: Gold ist ihre Archilles-Ferse. Allerdings würde es dann auch den Wall Street Banken an den Kragen gehen. Ein Schuss vor den Bug - aber kein richtiges Gefecht. Zu eng ist man miteinander im Dollar und in den Staatsanleihen verbunden. Nachdem die Marke von $965 durchbrochen wurde, trauten sich nun auch die anderen Händler wieder in den Markt. Gold konnte in der Folge schnell bis auf $970 ansteigen.

Das ist ein gefährliches Spiel, das Geithner & Co mit den Mächtigen der Wall Street spielt. Sicherlich ist nach den Rekord-Gewinnen und Rekord-Boni der Wall-Street Schwergewichte Goldman Sachs und JP Morgan in Stimmung in Land schlecht, so dass die Obama-Administration diese dazu nützen könnte, die Macht der Banken zu beschneiden. FED, SEC und FDIC sind ja auch mit zumindestens Wall Street affinen Personen besetzt.

Während die Wall Street Banken wieder grosse Gewinne einfahren, brechen im Hinterland der U.S.A. immer mehr regionale Banken zusammen. Im Gegensatz zu GS und JPM können diese Institute nicht durch Insider-Trades riessige Spekulations-Gewinne einfahren. Vielmehr werden sie durch das laxe Kredit-Geschäft der vergangenen Jahre in den Ruin getrieben. Da JPM, BoA, Citi und Wells Fargo dann mit Hilfe der FDIC die Assets dieser Banken zu Schnäppchen-Preisen übernehmen können, bildet sich ein Oligopol weniger Wall Street Banken. Da fehlt dann nur noch eine faktische Verstaatlichung durch die U.S.-Regierung mit Hilfe der Gleichschaltung der verschiedenen Aufsichts-Organisationen, und schon ist das Finanz- und Bankensystem voll unter staatlicher Kontrolle - "Etatismus" nennt man so eine Wirtschafts-Politik, bei der es nach aussen noch einen freien Wettbewerb gibt, aber in Wirklichkeit der Staat die komplette Kontrolle innehat. Wir kennen dieses Modell aus stark staatsgelenkten Wirtschaftssystemen wie in Frankreich.

Die Marke von $970 konnte sich nicht bis zum Ende des Handels an der COMEX halten. Der Handel schloss mit $967,20.
Und noch eine Nachricht passt in diesen Kontext. Wieder in der heutigen FTD: " Trotz sinkender Einkommen --- Amerikaner leben weiter auf Pump: Die US-Wirtschaft lahmt, die Gehälter schrumpfen so stark wie seit Jahren nicht mehr. Dennoch geben die US-Bürger unbeirrt Geld aus. Im Juni lagen die Konsumausgaben sogar über denen des Vormonats. "

Gestern wollte uns die FTD noch weissmachen, dass die Bürger jetzt soviel sparen würden. Und dass die Ersparnisse i.H.v. mehreren hundert Milliarden Dollar in die Finanzierung des Staatsdefizits gesteckt würden. Heute geben die Bürger noch mehr Geld aus als in der Vergangenheit (wo die Spar-Quote negativ war). Trotz Rekord-Arbeitslosigkeit und Rückgang der Arbeits-Einkommen durch Teil-Beschäftigung. Und dann sollen sie sich auch noch höher verschulden, obwohl das Haus als ihre Haupt-Sicherheit bereits "below the water" ist. Das Problem ist, dass die Banken nur an solvente Firmen- und Privat-Kunden Kredite vergeben können. Und der U.S.-Bürger ist sicherlich alles andere als "solvent" in dieser Phase.

Das sind jetzt keine Falsch-Meldungen der FTD, sondern verschiedene Wahrheits-Ministerien liefern uns Zahlen, die in sich widersprüchlich sind. Der Bürger, der seine Arbeit verliert und dessen Haus-Hypothek höher als der Verkaufs-Wert des Hauses ist, kann weder sparen (und damit Staats-Anleihen kaufen) noch weiter aufschulden (und damit den Konsum befeuern). Dumm, dass die Wahrheitsministerien keine "sanity checks" ihrer verschiedenen Zahlen und deren Interpretationen vorgenommen haben. Noch dümmer, dass die FTD diese Zusammenhänge nicht selbst kritisch unter die Lupe nimmt. Aber für die Trading-Computer scheinen diese Nachrichten immer noch geeignet zu sein. Und der Computer "denkt" nur das, was man in ihn herein-programmiert hat. Leider scheinen sich die Menschen eher den Computer anzunähern als umgekehrt: Der Tod des investigativen Journalismus.

Bei soviel Lug und Trug muss man inzwischen vermuten, dass alle Zahlen mehr oder minder gefälscht sind. Das ist keine Paranoia, sondern nur das Ergebnis der beispielslosen Fälschung von allen wesentlichen wirtschaftlichen Indikatoren in den U.S.A. Ich frage mich, wann die Parteitage mit Verabschiedung eines 5-Jahresplans wieder kommen werden, wo sich die staatlichen Funktionäre gegenseitig zu ihren Leistungen gratulieren. In Wirklichkeit bricht die Real-Wirtschaft in sich zusammen.

Gold bleibt weiterhin das beste Investment für Alle, die sich nicht wie ein Trading-Computer an der Nase herumführen lassen wollen.


Neu 2009-08-04:

Gold-Bericht für den 3. August 2009:

Letzte Woche haben U.S. Treasury und FED den Verkauf der Treasuries im Umfang von über $200 Mrd durch ein entsprechendes Bündel an Massnahmen abgesichert. Besonderes Augenmerk wurde dem Erzfeind der Staatsanleihen, dem Gold gewidmet: Der Tiefstpreis war am Mittwoch mit $925 erreicht.

Das hat (wieder einmal) ausgereicht, um "The Gartman Letter" (TGL) als schlechtesten Gold-Investor aus dem Markt zu drängen. Im Bericht für den 20.Juli schrieb ich noch: "Auch die heutige Entwicklung der Rendite der 10-jährigen Treasury Bonds deutet in diese Richtung: Zu Handelsbeginn ist die Rendite noch auf über 3,7 Prozent gestiegen, dann aber im Laufe des Handels auf unter 3,6 Prozent gefallen. Mit dieser Aktion soll wohl für den morgigen Tag eine Dollar-Hebung eingeleitet werden, der die Renditen der Treasuries wieder in die Höhe treiben würde. Der Quotient auf USDX und der Rendite ist heute auf 21,9 (Freitag: 21,5) gestiegen. Aber es gibt noch eine kurzfristig weitere schlechte Nachricht für Gold: The Gartman Letter (TGL), der Inbegriff des immer falsch liegenden technischen Gold-Traders, ist heute in Gold eingestiegen. Lassen wir uns überraschen."

Dieser Kontra-Indikator ist inzwischen schon so zuverlässig, dass man selbst Geld in diese Trades setzen könnte. Und damit wohl auch Gewinne erzielen würde. Denn wie bei jedem Future- oder CFD-Trade gilt: Dasjenige Geld, das die eine Partei verliert, gewinnt die andere. Nun die "andere Partei" sind sicherlich nicht die technisch orientierten Trader, die immer wieder vom Gold-Kartell ausgestoppt werden. Da helfen auch die besten technischen Analysten nicht, komplizierte technische Tools zur Ermittlung des besten Einstiegs- und Ausstiegs-Zeitpunktes und neue komplexere Absicherungs-Strategien. Nein das Trading-Desk der Gold-Kartell Banken ist immer überlegen, da ein Grossteil der Trader ihre Investment-Konten bei diesen Banken führt. Und weil es sich um ein "Kartell" handelt, das abgesprochen mit den Zentralbanken gemeinsam gegen Gold vorgeht. Die Gewinne sackt dieses Kartell selbst ein und sorgt damit für eine Stabilisierung des Banken-Systems. Es ist schon unglaublich, dass sich die Trader, die in einem nun schon 9 Jahre anhaltenden Bullen-Markt für Gold mit ihrer Trading-Strategie permanent Geld verlieren, während das Gold-Kartell mit seiner Strategie gegen den langfristigen Trend trotzdem noch Milliarden-Gewinne macht, trotzdem noch weiter ausnehmen lassen. Aber wer aus lauter Überheblichkeit über die Perfektheit seiner eigenen Methoden das Offensichtlichste ausser Augen lässt, der muss wohl auch weiterhin bluten.

Zum erfolgreichen Traden in Gold gehört es erst einmal einzusehen, dass der Gold-Markt manipuliert ist. Dann muss man die besten Angriffs-Zeitpunkte des Kartells vorhersehen und sich entsprechend positionieren. Das ist sicherlich schwierig und bietet keine Garantie für den Erfolg bei jedem Trade - aber schlechter als TGL und andere technische Trader kann man schon fast nicht mehr agieren. Für alle anderen Investoren, die sich diese nervliche Belastung nicht zumuten wollen, gilt beim Gold weiterhin die Strategie "buy and forget".

Zurück zu den Auktionen der letzten Woche. In meinem Gold-Bericht vom 27. Juli habe ich ein Abschätzung veröffentlicht, wie die U.S. Treasury die $1.752 Mrd neue Anleihen für dieses Jahr gegenfinanziert:
1. Kauf von Ausländern: $260 Mrd
2. Inlands-Verkauf (Pensions-Fonds etc): $150 Mrd
3. Quantitative Easing: $200 Mrd
4. Umschichten aus Commercial Paper Markt: $200 Mrd
- davon mehr als $100 Mrd von FED refinanziert
5. Ausweitung der Bilanz der FED: $600 Mrd
6. Aufkauf durch Primary Dealer: $300 Mrd
Es kann nach meiner Auffassung nicht sein, dass die Inländer (also U.S. Bürger) im letzten Jahr lediglich $150 Mrd Treasuries gekauft haben, während in diesem Jahr $1.500 Mrd im Inland zu platzieren sind. Die FTD macht es sich in ihrem heutigen Bericht "Amerikaner leihen Obama Geld" jedoch besonders einfach, indem sie behauptet, dass ein Grossteil dieses Geldes der höheren Sparquote in den U.S.A. zu verdanken sei. Dieses wirklich nur als dümmlich zu bezeichnende lineare Denken der FTD blendet völlig die Manipulations-Schemata der FED und der Banken aus, mit denen in Wirklichkeit die Treasuries monetarisiert wurden. D.h. neues Geld wurde für die Staatsausgaben gedruckt. Die FTD verdient für diesen Artikel die Auszeichnung "hirntoter Affe" des Volksverblödungs-Ministeriums. In ihrer Laudatio wird Volksverblödungs-Ministerin Zensursula auf die geistige Überlegenheit der "freien Presse" über die bloggende Internet-Gemeinde hinweisen.

Die manipulierten Zahlen des Wahrheitsministeriums sind wohl für eine umfassende "Volksaufklärung" nicht mehr hinreichend - nun muss selbst die Qualitäts-Wirtschaftspresse ungeprüft blanken Unsinn publizieren.

Gold startete den heutigen Tag in Asien auf dem Schluss-Stand des New Yorker Handels um die Marke von $954. In der Übergangs-Phase vom asiatischen Markt zum Londoner Handel (7:30 bis 9:50 Uhr MEZ) musste Gold zwar einige Dollar nachgeben, konnte sich aber im Londoner Handel wieder erholen. Der A.M. Fix kam mit $954,25 (EUR 667,64) zustande und bestätigte damit auch im physischen Handel den späten Anstieg an der COMEX vom letzten Freitag. Gold konnte $18 gegenüber dem A.M. Fix am Freitag zulegen.

Im Nachmittags-Handel konnte dann Gold weiter zulegen und touchierte kurz vor Eröffnung der COMEX die Marke von $960. Diese Marke hat das Gold-Kartell die letzten Wochen erbittert verteidigt. Es ist wohl die letzte grosse Verteidigungs-Stellung ("Maginot-Linie") vor Gold $1.000. Ein Überschreiten der Maginot-Linie wird daher Gold einen schnellen Anstieg bis $980 ermöglichen, bis dann der Häuserkampf um $1.000 Gold ausbricht. Ein Stunde nach Beginn des Handels an der COMEX wurde ein Durchbruchsversuch unternommen, der Gold bis auf $962 anstiegen liess. Der nahende P.M. Fix beendete diesen Ausbruch jedoch wieder: Mit $959,75 (EUR 667,05) konnte zumindestens symbolisch die $960er-Stellung gehalten werden. Aber gegenüber dem P.M. Fix am letzten Freitag ist Gold um $20 gestiegen. Gleichzeitig kam der U.S.-Dollar jedoch unter verstärktem Druck und näherte sich der Marke von $1,44 pro Euro und durchbrach dabei die Marke von 78 (USDX) nach unten. Muss hier Trichet der FED durch zusätzliche Euro/Dollar Swap-Geschäfte wieder aushelfen, oder hat der U.S. ESF (Exchange Stabilization Fund) noch ausreichend Euro, um den Dollar-Kurs zu stabilisieren.

In der Folge konnte sich Gold oberhalb der Marke von $960 festsetzen. Und zu allem Unglück (für die Manipulatoren) stiegen die Renditen der 10-jährigen Treasuries innerhalb der ersten Handelsstunde um mehr als 0,1 Prozent-Punkte auf über 3,6 Prozent an. Aber das Gold-Kartell kämpft wie ein Bär: In der letzten halben Stunde des Handels an der COMEX wurde Gold wieder unter die Marke von $960 gedrückt und beendete mit $957 den Handel. Diese Taktik ist ein Aushänge-Schild des Gold-Kartells: Trotz schwachen Dollars wird der Gold-Preis "unter Kontrolle" gehalten.

Der USDX ist heute stark auf 77,6 gefallen. Seit meiner täglichen Beobachtung dieses Index am 7. Mai (damals stand der USDX bei 84) wurde heute ein neuer Tiefstand erreicht. Auch die Treasuries sind heute gefallen, d.h. die Real-Renditen auf gut 3,6 Prozent gestiegen. Der Quotient aus USDX und den Renditen ist heute auf 21,5 (Freitag: 22,4) gesunken.

Das Gold-Kartell muss sich beeilen, solange die physische Gold-Nachfrage saisonal eher schwach ist. In einem Monat sieht die Situation wieder anders aus. Dafür beendete der S&P500 heute den Handel auf einem Niveau von über 1.000 Punkten. Eine Aktien-Blase wie zu Anfang des Jahrtausends wird wieder künstlich aufgeblasen. Wenn "alte Aktien" so beliebt bei den Investoren sind, warum gibt es dann nicht eine massenweise Emission von "neuen Aktien" zwecks Reduzierung der Schulden ? Das ist einfach zu erklären: Die Preise werden lediglich durch den Kauf von Aktien-Futures angefeuert. Keiner gibt z.Zt. Geld für frisches Risiko-Kapital. Die Aktien-Rallye ist eine reine Kreditgeld-gefeuerte Illusion. Aber so etwas wird uns von den Trägern des Titels "hirntoter Affe" nicht berichtet.
 

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